Donald Trump: Expertin enthüllt "Schlag ins Gesicht" - Trump kann Blamage nicht verstecken
Kann Donald Trump seinen Iran-Deal wirklich als Erfolg verkaufen? Bild: picture alliance/dpa/dpa-Pool | Michael Kappeler
Erstellt von Tobias Rüster
17.06.2026 15.03
- Donald Trump: Expertin spricht von "Schlag ins Gesicht"
- Donald Trump blamiert laut Analyse
- Donald Trump befeuert den "Selbstmord der Supermacht"
US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Tagen eine Übereinkunft mit dem Iran bezüglich der Straße von Hormus bekanntgegeben. Die strategisch bedeutsame Meerenge solle vollständig für den Schiffsverkehr freigegeben werden, verkündete Trump triumphierend. Das Öl müsse wieder fließen, erklärte er vollmundig. Doch welchen Preis zahlt der US-Präsident, der beim G7-Gipfel auch eine deutliche Warnung für Wladimir Putin formulierte, dafür?
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Donald Trump will Iran-Deal abschließen - Fragen um Hormus-Maut bleibt
In Genf soll immerhin eine bilaterale Absichtserklärung unterzeichnet werden. Washington und Teheran wollen dort in direkte Verhandlungen treten, um letzte Punkte zu klären. Die genauen Bedingungen der Vereinbarung bleiben allerdings weiterhin geheim. Dass tatsächlich Einigkeit besteht, ist allerdings fraglich. Regierungsnahe iranische Nachrichtenagenturen veröffentlichten unbestätigte Einzelheiten, wonach zentrale Aspekte noch nicht endgültig geklärt seien.
- Besonders umstritten ist die Frage möglicher Mautgebühren für Schiffe, die durch die Straße von Hormus fahren. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur FARS hätten die Vereinigten Staaten zugestimmt, dass Reedereien Gebühren an den Iran entrichten müssen, wenn ihre Containerschiffe die Meerenge passieren.
- Diese Darstellung wies Washington jedoch umgehend zurück. US-Vizepräsident J.D. Vance erklärte im Gespräch mit dem Sender CNBC, die Wasserstraße werde auf lange Sicht ohne Gebühren für die Schifffahrt geöffnet.
- Was genau gelten soll, müsse allerdings erst noch in den Verhandlungen festgelegt werden, räumte Vance ein.
Donald Trump: Expertin spricht von "Schlag ins Gesicht"
Die internationale Gemeinschaft verfolgt mit Verwunderung, wie die Vereinigten Staaten gezwungen werden, mit Teheran lediglich über die Wiederherstellung der Verhältnisse vor Kriegsbeginn zu sprechen. Rebecca Lissner, Mitarbeiterin der einflussreichen Denkfabrik "Council on Foreign Relations", findet dafür im Gespräch mit der "Deutschen Welle" deutliche Worte.
- "Dies ist ein Schlag ins Gesicht der USA als globale Supermacht und untergräbt den Status als Garant der Freiheit der Schifffahrt", so die frühere stellvertretende Sicherheitsberaterin von Ex-US-Vizepräsidentin Kamala Harris.
Lissner bringt das zentrale Dilemma auf den Punkt. Der Konflikt habe Washington in eine schwächere Lage versetzt als vor dessen Beginn.
- Der Krieg habe zwar die außerordentliche militärische Schlagkraft der USA demonstriert, gleichzeitig aber deren "Unfähigkeit, diese Stärke in etwas umzuwandeln, das einem strategischen Sieg gegenüber dem Iran auch nur annähernd gleich kommt".
Donald Trump blamiert bei seinen Kriegszielen
Von den zahlreichen Kriegszielen, die Donald Trump zu Beginn des Konflikts formuliert hatte, konnte Washington lediglich eines umsetzen: die Zerstörung der iranischen Seestreitkräfte. Das "Center for International and Strategic Studies" beziffert die Verluste Teherans auf einen Großteil seiner konventionellen Marinekapazitäten - vernichtet innerhalb von weniger als zehn Tagen.
Doch eine traditionelle Kriegsflotte benötigte Iran gar nicht, um den Schiffsverkehr durch die Meerenge zum Erliegen zu bringen.
- Mit Drohnen, Seeminen entlang der Schifffahrtsroute und wendigen Schnellbooten gelang es dem Land, die Wasserstraße effektiv zu blockieren. Asymmetrische Taktiken erwiesen sich als wirksamer als konventionelle Marineverbände, wird analysiert.
- Drohnenanschläge auf Energieinfrastruktur verbündeter Golfstaaten hielten die USA zudem davon ab, den Konflikt weiter zu verschärfen - etwa durch eine Bodenoffensive.
- Milizen wie die Huthi im Jemen und die Hisbollah im Libanon stellen weiterhin eine Gefahr für Israels Sicherheit und andere amerikanische Partner in der Region dar.
Donald Trump gibt dem Iran ein Druckmittel in die Hand
Selbst wenn die Wiedereröffnung der Wasserstraße gelingt, hat sich die strategische Lage fundamental verändert.
- "Selbst wenn es gelingt, die Meerenge wieder zu öffnen, verfügt der Iran nun über ein Druckmittel, das er zuvor nicht hatte", warnt Lissner. Washington habe sich als "unfähig oder unwillig erwiesen, den Iran zur Öffnung der Meerenge zu zwingen".
Die internationale Staatengemeinschaft müsse künftig damit rechnen, dass Teheran die Schifffahrtsroute nach Belieben erneut blockieren könne. Warum sollte Iran diesen Hebel ohne entsprechende Kompensation aufgeben, fragt die Expertin.
Berichten zufolge könnte die Vereinbarung die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte in Höhe von etwa zwölf Milliarden Dollar vorsehen, noch bevor etwaige Atomverhandlungen beginnen. Washington dementiert dies jedoch. Unabhängig davon scheint der Schaden durch amerikanische Sanktionen für den Iran geringer zu sein, als für die energieabhängige Weltwirtschaft.
- Lissner befürchtet, dass das Abkommen faktisch Teherans Kontrolle über die Meerenge festschreibt und einen Rahmen für Gebührenerhebung schafft. Dies könnte erklären, warum Trump den Vertragstext bislang nicht öffentlich gemacht hat.
Donald Trump befeuert den "Selbstmord der Supermacht"
Lissner schließt sich der Einschätzung von Analysten wie dem Historiker Timothy Snyder an: Trumps Außenpolitik gleiche einem "Selbstmord der Supermacht".
- Washington habe unter seiner Führung schrittweise jenes System zerstört, "das Washington gemeinsam mit seinen Verbündeten aufgebaut hatte, um seine Macht und seinen Wohlstand zu sichern".
Der Iran-Konflikt verstärke diesen Trend und führe die Welt "in Richtung einer 'neuen Weltunordnung', die durch zunehmende Gewalt und Instabilität gekennzeichnet ist", warnt die Sicherheitsexpertin.
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