Ukraine-Krieg aktuell: Putin-Verbündeter glaubt nicht mehr an Kreml-Sieg - Außenminister donnert
Sergej Lawrow hat sich gegen ein Ende des Ukraine-Krieges ausgesprochen. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
17.06.2026 09.06
- Putin-Vertrauter glaubt nicht an Kreml-Sieg in der Ukraine
- Putin-Minister Lawrow erteilt Ende im Ukraine-Krieg eine Absage
- Ukraine-Krieg aktuell: Lawrow rechnet mit Europa ab
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat sich in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Arabiya überraschend zur Lage im Ukraine-Krieg geäußert. Beide Kriegsparteien müssten zu Kompromissen bereit sein, forderte der enge Verbündete Wladimir Putins. Einen Sieg auf dem Schlachtfeld hält er weder für Russland noch für die Ukraine für realistisch.
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Ukraine-Krieg aktuell: Putin-Vertrauter glaubt nicht an Kreml-Sieg auf dem Schlachtfeld
Die Aussage ist bemerkenswert, spricht Lukaschenko damit doch auch Wladimir Putins Armee die Fähigkeit ab, den seit über vier Jahren andauernden Angriffskrieg militärisch zu entscheiden. Zwar würden die russischen Truppen weiterhin Gebietsgewinne verzeichnen, jedoch fehle es beiden Seiten an ausreichend Soldaten, behauptete der belarussische Präsident. Fachleute konstatieren zuletzt tatsächlich nur noch ein sehr langsames russisches Vordringen. Eine Berechnung kam jüngst sogar zu dem Ergebnis, dass Russland zwischen Dezember und Mai 2026 Territorium verloren hat.
Putin-Minister Lawrow erteilt Ende im Ukraine-Krieg eine Absage
Im deutlichen Kontrast zu Lukaschenkos Aussagen positionierte sich der russische Außenminister Sergej Lawrow nach seinem Treffen mit dem belarussischen Präsidenten. Moskau müsse alle Anstrengungen unternehmen, um ein "gerechtes Ergebnis" des Konflikts zu erreichen, forderte er laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Dabei gehe es vorrangig um die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung, betonte Lawrow. Das Kiewer Regime versuche seit Jahrzehnten, diese Menschen ihrer Rechte zu berauben, behauptete der langjährige Putin-Vertraute.
Ukraine-Krieg aktuell: Lawrow wütet gegen Europa
Scharfe Worte fand Lawrow für die diplomatischen Bemühungen europäischer Staaten. Bei einem Treffen mit den Botschaftern Großbritanniens, Deutschlands und Frankreichs in der vergangenen Woche hätten diese keinerlei neue Vorschläge präsentiert, wütete der russische Außenminister. Die Diplomaten versuchten beharrlich, ihre Dienste anzubieten, wollten offensichtlich nicht aus dem Prozess ausgeschlossen werden.
Besonders deutlich wurde Lawrow in seiner Analyse der europäischen Haltung. Die Europäer begingen einen fundamentalen Irrtum, indem sie davon ausgingen, Russland verliere den Krieg während die Ukraine siege, erklärte er. Daraus resultiere die fehlerhafte Annahme, man könne Moskau Ultimaten stellen. Diese Kalkulationen seien vollkommen nutzlos und illusorisch, stellte der Außenminister klar. Europa irre sich, wenn es glaube, Russland Bedingungen diktieren zu können.
Trump-Gesandte sollen Ukraine-Pläne umsetzen
Bei dem bevorstehenden Besuch der amerikanischen Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Russland hofft Lawrow auf konkrete Informationen. Die beiden Trump-Gesandten sollen darlegen, wie Washington die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen zur Ukraine plant, erklärte der Außenminister. Moskau erwarte von ihnen eine Erläuterung der amerikanischen Absichten.
Die russische Seite bezieht sich dabei auf das Treffen vom Alaska-Gipfel im August vergangenen Jahres. Präsident Putin habe ein angebliches Angebot von US-Präsident Donald Trump wiederholt angenommen, betonte der russische Außenminister. Russland verpflichte sich zur Einhaltung der damaligen "Abmachungen" und hoffe auf deren vollständige Realisierung durch die amerikanische Seite. Konkreter wurde Lawrow allerdings nicht. Welche "Abmachungen" er meint, bleibt unklar.
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