Ukraine Krieg aktuell: Massive Angriffswelle in der Nacht - Putin muss Veranstaltungen absagen
Nächster Rückschlag für Wladimir Putin: Feierlichkeiten zum russichen Nationalfeiertag wurden aus Furcht vor weiteren ukrainischen Attacken abgesagt. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Vyacheslav Prokofyev
Erstellt von Martin Gottschling
12.06.2026 12.18
- Ukraine startet massiven Drohnenangriff in der Nacht zu Freitag
- Unter anderem wurden Chemie- und Ölanlagen in Tatarstan und Samara getroffen
- Feierlichkeiten zum russischen Nationalfeiertag inNischnekamsk abgesagt, Konzert in Moskau verlegt
Der Ukraine-Krieg dauert mittlerweile bereits länger als der Erste Weltkrieg und ein baldiges Ende der Kämpfe ist weiterhin nicht in Sicht. Putins Truppen kommen an der Front weiterhin kaum voran. Die Ukraine nimmt zudem wichtige Nachschubrouten sowie die Energieinfrastruktur tief im Inneren Russlands bei Drohnenangriffen ins Visier. Nun soll es kurz vor dem Nationalfeiertag am 12. Juni weitere verheerende Rückschläge für den Kreml gegeben haben. Putin sah sich deshalb Berichten zufolge sogar gezwungen, geplante Feierlichkeiten abzusagen.
Russische Chemieanlagen und Ölraffinerien bei ukrainischen Drohnenangriffen getroffen
In der Nacht zu Freitag sollen Langstreckendrohnen strategisch bedeutende Chemieanlagen und Ölraffinerien in Tatarstan sowie der Region Samara ins Visier genommen haben. Darüber berichtet aktuell die "Kyiv Post".Besonders schwer traf es die Nizhnekamskneftekhim-Anlage, einen der größten petrochemischen Komplexe Russlands. Das zum Sibur-Konzern gehörende Werk produziert Synthesekautschuk, Kunststoffe und Polyester.
A brutal night for Russia's rapidly vanishing chemical, petroleum and industrial sectors as Ukrainian drone barrages layed waste to some of the country's most valuable assets at distances over 1300km from Ukraine.
— Jay in Kyiv (@JayinKyiv) June 12, 2026
Targets included facilities from Tatarstan, all the way to… pic.twitter.com/zhcUly9aQN
Ebenfalls unter Beschuss geriet die Taneco-Raffinerie in Nischnekamsk. Videoaufnahmen zeigten zwei massive Brände mit dichtem schwarzem Rauch. Nach ersten Erkenntnissen wurden zwei AVT-Einheiten – zentrale Anlagen der Primärverarbeitung von Rohöl – sowie ein Tanklager beschädigt. Die Raffinerie im Besitz von Tatneft verarbeitet jährlich 16,2 Millionen Tonnen Öl. In der Region Samara traf es das Togliattikauchuk-Chemiewerk, das ebenfalls Tatneft gehört und Synthesekautschuk sowie Benzinadditive herstellt.
Moskau berichtet über 231 abgeschossene Drohnen
Zudem mussten mehrere Flughäfen ihren Betrieb einschränken - darunter Nischnekamsk, Kasan, Samara, Saratow und Wolgograd, schreibt "The Sun". Bei einem Drohnentreffer auf ein zwölfstöckiges Wohngebäude in Nischnekamsk sollen drei Menschen verletzt worden sein. Bewohner von Togliatti berichteten laut Angaben in Telegram-Kanälen über Explosionen und wackelnde Fensterscheiben.
Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass die Luftabwehr insgesamt 231 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört habe. Die Flugkörper wurden demnach über zahlreichen Regionen abgeschossen – von Moskau bis zur besetzten Krim.
Rückschlag für Wladimir Putin: Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in Nischnekamsk und Moskau kurzfristig abgesagt
In Nischnekamsk ordnete Bürgermeister Radmir Belyaev die Absage sämtlicher Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag an. Auch ein traditionelles Konzert auf dem Roten Platz in Moskau soll laut "The Sun" nun erstmals seit 23 Jahren nicht stattfinden. Es wurde russischen Medienberichten zufolge stillschweigend in das Kulturzentrum Mossowjet im Osten Moskaus verlegt, schreibt die "Kyiv Post". Ein Großteil der ursprünglich angekündigten Künstler werde dort jedoch nicht auftreten. Bereits bei den Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" am 9. Mai hatte Russland in diesem Jahr auf die Präsentation von Panzern und anderen Militärfahrzeugen verzichtet. Der Kreml begründete dies mit einer "Terrorbedrohung" durch die Ukraine.
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