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Kim Jong Un: Milliarden aus dem Ukraine-Krieg – Nordkorea-Diktator bereichert sich massiv

Kim Jong Un verdient Milliarden durch den Ukraine-Krieg. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited

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  • Nordkorea soll durch Waffenlieferungen und Soldaten für Russland bis zu 14,4 Milliarden US-Dollar eingenommen haben
  • Das entspricht rund der Hälfte der gesamten nordkoreanischen Wirtschaftsleistung
  • Trotz Sanktionen wächst die Wirtschaft – die Bevölkerung profitiert jedoch kaum

Nordkorea hat durch seine militärische Unterstützung für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gewaltige Summen eingenommen. Nach Schätzungen südkoreanischer Geheimdienste belaufen sich die Einnahmen auf bis zu 14,4 Milliarden US-Dollar. Diese Summe entspricht etwa der Hälfte des nordkoreanischen Bruttoinlandsprodukts, das die Bank of Korea für 2024 auf rund 26,6 Milliarden US-Dollar beziffert.

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Kim Jong Un bereichert sich am Ukraine-Krieg – Waffen und Soldaten als Geschäftsmodell

Das Geld floss hauptsächlich durch zwei Kanäle nach Pjöngjang: Waffenlieferungen und die Entsendung von Soldaten. Nordkorea versorgte Russland mit ballistischen Raketen vom Typ KN-23, Artilleriegranaten sowie Mehrfachraketenwerfern. Gleichzeitig schickte das Regime Tausende Soldaten an die Front in der Ukraine. Für Kim Jong Un hat sich der russische Angriffskrieg damit zu einer beispiellosen Einnahmequelle entwickelt – und das trotz jahrelanger internationaler Sanktionen.

Im Gegenzug für die militärische Hilfe erhält Nordkorea Devisen, Energieressourcen, Nahrungsmittel sowie Militärtechnologie von Moskau. Mehr als 15.000 nordkoreanische Soldaten befinden sich nach Erkenntnissen südkoreanischer Geheimdienste im westlichen Russland. Die Verlustrate ist erschreckend hoch: Etwa jeder dritte dieser Kämpfer wurde getötet oder verwundet.

Die eingesetzten Soldaten erhalten Berichten zufolge monatlich rund 2.000 US-Dollar. Familien gefallener Kämpfer bekommen Entschädigungszahlungen und erhalten Zugang zu Elitewohnungen in Pjöngjang. Neben Spezialkräften sind auch Tausende Ingenieure und Hunderte Drohnenoperatoren im Einsatz. Ein Teil der Transaktionen erfolgt nicht in bar, sondern in Form von Technologie und Ausrüstung. Diese Kooperation verschafft dem isolierten Regime Zugang zu Märkten und Know-how, die ihm durch Sanktionen eigentlich verwehrt sein sollten.

Wirtschaftsboom in Nordkorea dank Kriegsgeschäft

Die Einnahmen aus dem Russland-Geschäft zeigen messbare Wirkung auf Nordkoreas Wirtschaft. Nach Berechnungen der Bank of Korea wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2024 um 3,7 Prozent – der stärkste Anstieg seit acht Jahren. Besonders die Bereiche Fertigung, Bauwesen und Bergbau legten zwischen fünf und sieben Prozent zu.

In der Hauptstadt Pjöngjang sind die Veränderungen sichtbar. Großangelegte Bauprojekte entstehen, neue Dienstleistungen und digitale Systeme werden eingeführt. Augenzeugen berichten, dass 2025 deutlich mehr teure Fahrzeuge auf den Straßen zu sehen waren als in den Vorjahren. Die Kooperation mit Russland und China hat dem Land trotz bestehender Sanktionen Zugang zu Handel und Märkten verschafft. Nordkorea hat sich damit aus den Krisenjahren der Pandemie befreit.

Milliardengewinne erreichen die Bevölkerung nicht

Während das Regime Milliarden einnimmt, verharrt die breite Bevölkerung in bitterer Armut. Nach Angaben der Vereinten Nationen gelten etwa 12 Millionen Nordkoreaner als unterernährt. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei lediglich rund 1.100 US-Dollar jährlich. Die Modernisierung in Pjöngjang mit teuren Autos und Bauprojekten bleibt ein Privileg der Hauptstadtelite. Gewöhnliche Bürger profitieren kaum von den Kriegseinnahmen. Sie bleiben arm und ohne Rechte, wie Beobachter berichten. Das Regime nutzt die externen Einnahmen offenbar vor allem, um loyale Sicherheitseliten zu belohnen. Eine Lockerung der Kontrolle über die normale Bevölkerung ist damit nicht verbunden. Die Kluft zwischen der privilegierten Führungsschicht und dem Rest des Landes wächst weiter.

Sanktionen ohne Wirkung – Russland als Kunde

Die internationalen Strafmaßnahmen gegen Nordkorea bestehen formal weiter, haben aber ihre Wirkung verloren. Die UN-Sicherheitsratsresolution von 2017 begrenzt Ölimporte und verbietet Waffenexporte sowie Arbeitskräfteentsendungen. Doch ausgerechnet Russland als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats ist nun selbst Abnehmer nordkoreanischer Waffen und Soldaten.

Experten warnen vor weitreichenden Konsequenzen dieser Entwicklung. Nam Jin-wook vom Korea Development Institute sieht die Gefahr, dass die verstärkten Militärlieferungen an Russland langfristige Veränderungen in Nordkoreas Industriestruktur und technologischen Fähigkeiten auslösen könnten. Ramon Pacheco Pardo vom King's College London argumentiert, die Partnerschaft verschaffe Pjöngjang sowohl wirtschaftlichen Spielraum als auch Zugang zu Technologie, die seine Raketen- und Satellitenprogramme verbessern könnte. Die westliche Sanktionslogik ist damit grundlegend erschüttert.

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/ife/news.de/stg

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