Sergej Lawrow: Trump brach sein Versprechen - Putin-Minister erhebt Blockade-Vorwurf
Sergej Lawrow wirft der US-Regierung vor, die getroffenen Bedingungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs nicht eingehalten zu haben. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Alexander Zemlianichenko
Erstellt von Sabrina Böhme
05.06.2026 20.24
- Sergej Lawrow wirft Trump-Regierung im Ukraine-Krieg Wortbruch vor
- Die USA hätten zu wenig Druck auf Kiew ausgeübt
- Alaska-Treffen zwischen Wladimir Putin und Donald Trump blieb ohne Erfolg
Der russische Außenminister Sergei Lawrow erhebt schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung. Er beschuldigt die USA, eine im August 2025 während des Alaska-Gipfels getroffene Vereinbarung zur Beilegung des Ukraine-Kriegs zu blockieren. Laut Lawrow weicht die amerikanische Seite nun einseitig von den damals vereinbarten Punkten ab.
Sergej Lawrow wirft Trump-Regierung Wortbruch vor
In einem Interview mit dem russischen Medium "Izvestia" am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg äußerte sich Lawrow enttäuscht über das Verhalten der USA.Obwohl Moskau die von den USA selbst eingebrachten Vorschläge nach eingehender Prüfung vollständig akzeptiert habe, sei von amerikanischer Seite kein Fortschritt erzielt worden. Lawrow kritisierte, dass die USA keinerlei Bemühungen unternommen hätten, um die Ukraine zur Annahme dieser Bedingungen zu bewegen. Damit habe Washington seine Zusagen aus dem Treffen in Anchorage nicht eingehalten. Diese Bedingungen sind der Öffentlichkeit aber nicht bekannt.
Er erklärte, dass Moskau die Ukraine-Frage seit der Einigung in Anchorage im August 2025 als geklärt betrachte. Die Rollen der beiden US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hätten zwar mit künftigen Geschäften nach einem Friedensschluss geworben, ihre eigenen Zusagen jedoch nicht eingehalten.
Donald Trump kritisiert - Putins Außenminister wirft USA fehlende Initiative vor
Laut dem russischen Außenminister agierten die USA lediglich als Vermittler, verloren jedoch nach der Zustimmung Moskaus rasch das Interesse. "Sie übten keinerlei Druck auf die Ukraine aus", kritisierte Lawrow das Ausbleiben amerikanischer Initiative gegenüber Kiew. Stattdessen habe Washington den Prozess blockiert, indem es die Ukraine nicht zur Annahme der eigenen Vorschläge drängte.
Alaska-Treffen blieb ohne Fortschritt, im Ukraine-Krieg
Das Treffen hinter verschlossenen Türen im August 2025 markierte den ersten Besuch des russischen Staatschefs Wladimir Putin in den USA seit dem Jahr 2022. Im Vorfeld hatte US-Präsident Donald Trump mit Strafmaßnahmen gedroht, sollte kein Waffenstillstand vereinbart werden. Am Ende blieb der Gipfel in Anchorage jedoch sowohl ohne neue Sanktionen als auch ohne eine Waffenruhe.
Trump hatte zuvor einen territorialen Tauschhandel ins Spiel gebracht, bei dem Kiew die Regionen Donezk und Luhansk abtreten sollte. Im Gegenzug hätte die Ukraine Gebiete in Charkiw und Sumy zurückerhalten, während die Fronten in Cherson und Saporischschja eingefroren worden wären. Die ukrainische Führung wies diesen Plan jedoch entschieden zurück.
Putins Forderungen für Ukraine-Ende: Kein Frieden ohne den Donbass und Nato-Verbot
Russland hält trotz kleinerer Anpassungen an seinen zentralen Forderungen für ein Ende des Konflikts fest. Ganz oben auf der Prioritätenliste des Kremls steht die vollständige Übernahme der ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk. Obwohl die russischen Truppen fast das gesamte Gebiet Luhansk besetzt halten, scheiterten sie bisher an der kompletten Eroberung von Donezk. Dieses Ziel wurde von russischen Vertretern im Hinblick auf mögliche Verhandlungen jüngst noch einmal bekräftigt.
Ein weiterer unverzichtbarer Punkt für Moskau ist der dauerhafte Ausschluss der Ukraine aus der Nato. Diese Forderung stieß im Umfeld von Donald Trump auf Zustimmung, wo ein Bündnisbeitritt Kiews als unrealistisch eingestuft wurde. Dieser Punkt stand in einem 28-Punkte umfassenden Friedensplan, wurde aber später in der gekürzteren Version weggelassen. Zu den weiteren Bedingungen Russlands gehören die Anerkennung der annektierten Halbinsel Krim sowie eine strikte Begrenzung der ukrainischen Truppenstärke.
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