Donald Trump: Er bringt den Ölmarkt erneut ins Wanken - Lage im Iran eskaliert erneut
Ein Ende des Iran-Konflikts scheint trotz angeblicher "Waffenruhe" nicht in Sicht. Bild: dpa/AP/Alex Brandon
Erstellt von Ines Fedder
28.05.2026 09.41
- USA und Iran werfen sich Verstöße gegen Abkommen vor
- Trump droht Teheran mit harter Reaktion
- Ölpreise steigen nach neuen Attacken wieder an
Der Iran-Konflikt sollte eigentlich derzeit ruhen. Stichwort "Waffenruhe". Doch offenbar halten sich beide Seiten nicht daran, sodass eine friedliche Lösung und ein baldiges Ende in weite Ferne rücken. Die vergangenen Stunden zeigen: Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.
USA greifen iranische Militärstützpunkte an - mehrere Drohnen abgeschossen
In der vergangenen Nacht haben US-Streitkräfte einen iranischen Militärstützpunkt in der Nähe der Straße von Hormus attackiert. Nach Angaben eines Regierungsvertreters gegenüber Reuters stellte die Anlage eine Gefahr für amerikanische Truppen und den Handelsschiffsverkehr dar.
Zusätzlich schossen Einheiten des US Central Command vier iranische Angriffsdrohnen ab. "Diese Maßnahmen waren verhältnismäßig, rein defensiv und dienten der Aufrechterhaltung der Waffenruhe", erklärte ein Sprecher. Eine Bodenstation in Bandar Abbas wurde ebenfalls zerstört, kurz bevor eine fünfte Drohne starten sollte.
Revolutionsgarden schlagen zurück
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten am frühen Donnerstagmorgen mit einem Angriff auf einen US-Luftwaffenstützpunkt. Den genauen Standort nannten sie nicht. Teheran warnte vor einer "entschiedeneren Antwort" bei weiteren Angriffen und machte den "Aggressor" für alle Konsequenzen verantwortlich.
Donald Trump nennt iranischen Friedensplan "komplette Erfindung"
Das iranische Staatsfernsehen hatte am Mittwoch Details eines angeblichen Abkommensentwurfs veröffentlicht. Demnach sollten die USA ihre Seeblockade aufheben, den Verkehr durch die Straße von Hormus wiederherstellen und ihre Truppen aus dem Golf abziehen. Das Weiße Haus wies den Bericht als "komplette Erfindung" zurück, berichtet unter anderem die britische "Daily Mail".
Andernfalls müsse man "die Sache zu Ende bringen"
Bei einer Kabinettssitzung zeigte sich Präsident Trump unzufrieden mit den bisherigen Angeboten Teherans. "Iran will unbedingt einen Deal. Bisher haben sie es nicht geschafft. Wir sind nicht zufrieden damit, aber das werden wir sein", sagte er. Andernfalls müsse man "die Sache zu Ende bringen" – eine Anspielung auf die im April unterbrochenen Militäroperationen.
Außenminister Marco Rubio sprach von "gewissen Fortschritten" in den Gesprächen. Ob in den kommenden Stunden und Tagen weitere Bewegung möglich sei, bleibe abzuwarten.
Drei Monate Krieg ohne Kompromiss in Sicht
Der Ukraine-Konflikt begann Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran und hat seitdem Tausende Menschenleben gefordert. Die globalen Energiepreise stiegen seither drastisch an. Im April wurde eine Waffenruhe vereinbart, die jedoch äußerst brüchig bleibt.
Die Verhandlungen laufen über pakistanische Vermittlung, doch bei den zentralen Streitpunkten bewegt sich keine Seite. Washington besteht auf freier Durchfahrt durch die Straße von Hormus, während Teheran sein Atomprogramm nicht zur Disposition stellen will. Die Revolutionsgarden erklärten am Mittwoch, nur Schiffe dürften passieren, die sich iranischen Anordnungen fügen.
Ein hochrangiger Revolutionsgarden-Offizier, Mohammad Akbarzadeh, erklärte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, die Wahrscheinlichkeit eines Krieges sei gering. Gleichzeitig warnte er: Die Streitkräfte lägen "mit vollen Magazinen auf der Lauer".
Öl-Märkte reagieren auf Hoffnung und Unsicherheit
Die Aussicht auf eine mögliche Einigung ließ die Ölpreise noch am Mittwoch um mehr als fünf Prozent fallen. Nach den aktuellen Auseinandersetzungen jedoch reagierte der Markt umgehend. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, stieg die Sorte Brent nach den erneuten Angriffen im Persischen Golf auf 98 Dollar pro Barrel.
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