Wladimir Putin: Angriffspläne enthüllt - Geheimdienst warnt vor neuer Putin-Offensive
Wladimir Putin verfolgt angeblich neue Ukraine-Angriffspläne. Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Maxim Shemetov
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
23.05.2026 10.35
- Wladimir Putin: Geheimdienstbericht deckt 5 Angriffspläne auf
- Wladimir Putins Pläne im Ukraine-Krieg: Von Pufferzone bis Festnahme der Regierung
- Putin-Pufferzone wahrscheinlichstes Ziel im Ukraine-Krieg
- Lukaschenko widersteht Putins Drängen noch
- Kiew rüstet im Norden massiv auf gegen Wladimir Putin
Die Ukraine schlägt Alarm wegen einer möglichen russischen Offensive von belarussischem Territorium aus. Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies dabei auf Erkenntnisse der Geheimdienste, wonach Moskau einen Angriff auf die Regionen Tschernihiw und Kiew plane. Als Ausgangspunkte würden Belarus und die russische Region Brjansk in Betracht gezogen.
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Wladimir Putin: Geheimdienstbericht deckt 5 Angriffspläne auf
Selenskyj zufolge lägen Informationen über Vorbereitungen für zusätzliche Mobilisierungsmaßnahmen in Russland vor. Wie der Sender RBK Ukraina meldet, sollen 100.000 neu einberufene Soldaten für eine Offensive vom Norden her eingesetzt werden. Den ukrainischen Angaben zufolge hat die russische Führung fünf verschiedene Angriffspläne entwickelt.
Wladimir Putins Pläne im Ukraine-Krieg: Von Pufferzone bis Festnahme der Regierung
Wladimir Putins Militärführung habe nach Angaben aus Kiew verschiedene Angriffsvarianten ausgearbeitet. Unabhängig bestätigen lassen sich die Behauptungen nicht.
- Ein erstes Szenario sehe vor, ukrainische Streitkräfte im nördlichen Frontabschnitt zu binden.
- Als zweite Option sei geplant, die Ukraine zur Umverteilung von Truppen aus dem Donezk-Gebiet zu zwingen.
- Die dritte Variante ziele auf die Schaffung einer Pufferzone ab.
- Ein viertes Szenario fokussiere sich darauf, durch militärische Drohgebärden die Zivilbevölkerung der Ukraine einzuschüchtern.
- Die fünfte und extremste Option umfasse einen Vorstoß auf die Hauptstadt mit dem Ziel, die politische Führung um Selenskyj gefangenzunehmen.
Putin-Pufferzone wahrscheinlichstes Ziel im Ukraine-Krieg
Als plausibelste unter den fünf Optionen gilt nach Einschätzung der Ukraine die Errichtung eines Sicherheitsstreifens. Dieser würde sich entlang der belarussischen Grenze im Gebiet Tschernihiw erstrecken, nördlich der Hauptstadt. Die Tiefe dieser Zone sei auf zehn bis zwanzig Kilometer angelegt.
Ein direkter Vorstoß auf Kiew wird dagegen als am unwahrscheinlichsten bewertet. Der historische Kontext spielt dabei eine Rolle: Bei der Invasion im Februar 2022 rückten russische Einheiten auch von Belarus aus gegen die Hauptstadt vor. Diese Offensive scheiterte am ukrainischen Widerstand, woraufhin Moskau seine Truppen aus dem nördlichen Frontabschnitt zurückziehen musste.
Lukaschenko widersteht Putins Drängen noch
Nach den vorliegenden ukrainischen Erkenntnissen ist die unmittelbare Angriffsgefahr derzeit gering einzustufen. In der betreffenden Region befinden sich gegenwärtig lediglich 1900 belarussische Soldaten sowie eine geringe Anzahl russischer Einheiten. Eine mögliche Offensive würde daher frühestens im Herbst erfolgen.
Moskau bemühe sich allerdings aktiv darum, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zu einer Beteiligung am Ukraine-Krieg zu bewegen. Lukaschenko stellte allerdings erst in dieser Woche klar, man wolle sich nicht in die militärischen Auseinandersetzungen einmischen. Lediglich im Falle eines ukrainischen Angriffs auf belarussisches Territorium würde Minsk reagieren.
Die Ukraine beobachtet aufmerksam, ob Russland die Truppenstärke durch die derzeit laufende Militärübung der Atomstreitkräfte in Belarus erhöhen wird. Ob Moskau überhaupt über die Kapazitäten für eine weitere große Offensive verfügt, ist aktuell umstritten.
Kiew rüstet im Norden massiv auf gegen Wladimir Putin
Als Reaktion auf die Bedrohungslage kündigte Selenskyj eine Verstärkung der ukrainischen Streitkräfte im nördlichen Raum zwischen Tschernihiw und Kiew an. Die Vorbereitungen umfassen Reaktionspläne für alle möglichen russischen Angriffsszenarien.
Der Geheimdienst SBU teilte via Telegram mit, dass umfassende Sicherheitsoperationen in den Grenzregionen zu Russland und Belarus laufen. Dabei werden Gebiete nach versteckten Waffen und Spionen durchsucht. Zudem kontrollieren die Sicherheitskräfte Fahrzeuge und beschränken den Verkehr.
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