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Donald Trump in China: Körpersprache spricht Bände - das beabsichtigte "The Don" mit seinen Händen

Die Körpersprache zwischen Donald Trump und Xi Jinping steckt voller Signale. Bild: picture alliance/dpa/Pool The New York Times | Kenny Holston

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  • Donald Trumps Körpersprache in China unter der Lupe
  • Körpersprachenexpertin verrät, was Trumps Hand-Code bedeutet
  • Experten erkennen beim US-Präsidenten gegenüber Xi Jinping Veränderungen in Gesten

US-Präsident Donald Trump wurde am Donnerstag (14. Mai) mit militärischen Ehren in Peking begrüßt, bevor er vom chinesischen Staats- und Regierungschef auf den Stufen der Großen Halle des Volkes strahlend begrüßt wurde.Zehn volle Sekunden hielten sich Trump und Xi an den Händen – und jede Bewegung wurde von Experten seziert. Trumps Händedruck verrät einiges.

Staatsbesuch in China: Körpersprache-Expertin über Trumps Händedruck-Code

Obwohl Xi der Gastgeber war, ergriff Trump die Initiative und streckte seine Hand bereits aus einigen Schritten Entfernung entgegen, die Handfläche nach oben geneigt. Körpersprache-Expertin Judi James enthüllte gegenüber der "Daily Mail" einen versteckten Code in Trumps Geste. Während des Händedrucks klopfte der US-Präsident Xi in einer präzisen Abfolge auf die Hand: erst zweimal, dann dreimal – wobei das erste Klopfen der Dreiersequenz besonders lang ausfiel. "Wenn die Hände zusammenzittern, klopft Trump auf Xis Hand", erklärte James. Diese Geste deute auf "den Wunsch hin, die Beziehung zu festigen". Wer den Händedruck initiiere, verschaffe sich einen frühen Dominanzvorteil – normalerweise ein Privileg des Gastgebers.

Donald Trumps Lächeln verrät ihn

Schon beim ersten Blickkontakt mit Xi entlarvte sich Trump selbst, wie James analysierte: Ein verräterisches "Bullfrog-Lächeln" huschte über sein Gesicht. Während des Gesprächs habe Trump "starken, forschenden Blickkontakt" gehalten, aber ohne die "scherzhafte, lebhafte Verspieltheit", die bei Putins China-Besuch im vergangenen Jahr zu beobachten gewesen sei.

Trump unterließ typisches Händeschütteln

Auffällig war auch, was Trump diesmal unterließ: seinen berüchtigten "Yank-Shake", bei dem er Gesprächspartner ruckartig zu sich heranzieht. Der Psychologe und frühere Oxford-Dozent Peter Collett erklärte gegenüber "Newsweek", Trump verzichte auf diese Dominanzgeste nur in zwei Fällen: "Entweder wenn es nicht nötig ist, überheblich zu sein, oder wenn er die andere Person als gleichwertig betrachtet". Körpersprachenexpertin Dr. Lillian Glass bemerkte gegenüber dem "Mirror" zudem Trumps zusammengekniffene Augen und gespitzte Lippen. das sei ein Zeichen dafür, dass er diese Reise "äußerst ernst" nehme.

Trump und Xi JInping wirken losgelöst

Die steife Formalität wich, als eine Schar Kinder mit wehenden Flaggen Trump begrüßte. Der US-Präsident brach in ein breites Grinsen aus und applaudierte den Kleinen – ein seltener Moment der Gelöstheit. Anschließend tätschelte er Xi wiederholt freundschaftlich den Arm, während sie gemeinsam weitergingen.

Trump präsentiert sich als Alpha-Mann beim Staatsbankett

Zwischen beiden Staatschefs herrschte diesmal deutlich mehr "Chemie" als bei ihrer ersten Begegnung 2017, beobachtete die Diplomatie-Expertin Isabelle Vladoiu. "Im Vergleich zur konservativeren und starr zeremoniellen Interaktion 2017 wirkte die heutige Zeremonie deutlich fröhlicher, gesprächiger und persönlicher", sagte sie der "New York Post". Auch die Tischanordnung im Inneren der Großen Halle sprach Bände: Trotz des riesigen Raumes war das Setting "relativ intim", so James. Ein möglicher Hinweis des chinesischen Staatschefs, "direktere und sachlichere Gespräche von Angesicht zu Angesicht zu führen". Als sich Trump an den Tisch setzte, zeigte er laut James, wie er sich geben wollte: "Trump nahm am Tisch die Haltung eines entspannten, aber ernsten Alpha-Mannes ein, der sich nach vorne beugte und seine Hände unter dem Tisch versteckte."

Xi warnt US-Präsidenten vor Falle im Taiwan-Konflikt

Im Inneren der Großen Halle eröffnete Xi die Gespräche mit einem historischen Verweis. Er zitierte die sogenannte Thukydides-Falle – jene antike Theorie über den unvermeidlichen Konflikt zwischen einer etablierten und einer aufstrebenden Macht. "Die Welt ist an einem neuen Scheideweg angelangt. Können China und die USA die Thukydides-Falle überwinden und ein neues Paradigma schaffen?", fragte Xi seinen Gast.

Während des zweistündigen Gipfels warnte der chinesische Präsident eindringlich vor einem falschen Umgang mit Taiwan. Sollte die Frage "falsch gehandhabt" werden, würden beide Länder "aufeinanderprallen oder sogar in einen Konflikt geraten", berichtete der Staatssender CCTV. Es ging dabei auch um einen Waffenverkauf an Taiwan. Trump zeigte sich vor den Kameras betont herzlich: "Es ist eine Ehre, bei Ihnen zu sein, eine Ehre, Ihr Freund zu sein."

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/sfx/news.de/stg

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