Ukraine-Krieg aktuell: Nächster Schlag gegen Putin - Ölhafen geht in Flammen auf
Eine neue Angriffswelle auf Russlands Energiesektor erschüttert Wladimir Putin. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Dmitri Lovetsky
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
13.05.2026 10.06
- Drohnenangriff erschüttert russische Energieanlage am Schwarzen Meer
- Ölterminal Tammanneftogaz in der Region Krasnodar in Flammen
- Satellitendaten bestätigen Feuer in zentraler Export-Infrastruktur Russlands
Ein weiterer Rückschlag erschüttert Kremlchef Wladimir Putin. Wie"Kyiv Independent" berichtet, haben in der Nacht zum 13. Mai ukrainische Drohnen erneut russische Energieinfrastruktur ins Visier genommen. Diesmal traf es das Ölterminal Tammanneftogaz im Dorf Volna in der Region Krasnodar. Bei dem Angriff wurde nach Angaben des regionalen Krisenstabs eine Person verletzt.
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Ukrainische Drohnen treffen Ölterminal am Schwarzen Meer
Aufnahmen in sozialen Medien zeigen dichte Rauchschwaden, die vom nahegelegenen Hafen aufsteigen. Die örtlichen Behörden bestätigten einen Brand in einer Einrichtung des Dorfes, ohne weitere Details zu nennen. Das ukrainische Militär hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert – die Entwicklung der Lage wird weiter beobachtet. Ein beim Kurznachrichtendienst X veröffentlichter Post des politischenMilitär-AnalystenGiorgi Revishvili dokumentiert den Vorfall.
Satelliten bestätigen Feuer: Strategisch wichtige Exportanlage in Flammen
Das getroffene Terminal spielt eine zentrale Rolle für Russlands Energieexporte. Über die Anlage Tammanneftogaz werden Öl und Gas aus russischen Pipelines auf Tankschiffe verladen, die ihre Fracht anschließend über das Schwarze Meer auf den Weltmarkt transportieren.
Die NASA-Feuerüberwachung FIRMS lieferte unabhängige Bestätigung für den Brand. Das Satellitensystem registrierte ein Feuer bei den Öllagereinrichtungen in unmittelbarer Nähe des Hafens. Damit erhärten sich die Berichte russischer Telegram-Kanäle, die den Angriff zuerst gemeldet hatten.
Ukraine nimmt Russlands Energiesektor ins Visier
Der Angriff auf Volna reiht sich in eine Serie ukrainischer Operationen gegen Russlands Energiesektor ein. Besonders die Stadt Tuapse, ebenfalls in der Region Krasnodar gelegen, stand zwischen Mitte April und Anfang Mai unter Dauerbeschuss. Dort befindet sich eine der größten Raffinerien und Exportterminals an der Schwarzmeerküste. Mehrtägige Brände verschlechterten die Luftqualität erheblich und verursachten massive Umweltschäden.
Nach Daten von "Bloomberg" erreichten die ukrainischen Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur im April einen Vier-Monats-Höchststand. Mindestens 21 Attacken auf Raffinerien, Pipelines und maritime Ölanlagen wurden in diesem Zeitraum registriert. Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentiert diese Operationen regelmäßig mit einer gewissen Portion Galgenhumor.
Moskau spielt ukrainische Angriffe herunter
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte zwar nächtliche Angriffe, nannte jedoch keine spezifischen Orte. Stattdessen widmete sich die Behörde unmittelbar danach den Feierlichkeiten zum 243. Jahrestag der russischen Schwarzmeerflotte. Kiew hält sich zu dem gemeldeten Angriff bislang bedeckt.
Ukraine will Russlands Öl- und Gaseinnahmen unterbrechen
Die Drohnenkampagne verfolgt ein klares strategisches Ziel: die Unterbrechung russischer Öl- und Gaseinnahmen. Diese Gelder bilden eine wesentliche Finanzierungsquelle für Moskaus Kriegsmaschinerie. Die Umweltschäden in Tuapse – von Erdölnebenprodukten in der Luft bis zu Ölverschmutzungen auf Straßen – haben den einstigen Touristenort bereits unbewohnbar gemacht, auch wenn Präsident Wladimir Putin die Bedrohung herunterspielt.
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