Wladimir Putin: Seine Macht bröckelt - Experte sieht "wachsende Risse" im Kreml-Apparat
Wladimir Putins Diktatur zeigt wachsende Risse. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin:AP | Mikhail Klimentyev
Erstellt von Franziska Kais
12.05.2026 14.00
- Experte glaubt: Wladimir Putins Diktatur zeigt wachsende Risse
- Politischer und wirtschaftlicher Druck auf den Kremlchef steigt
- Unbehagen in der Kreml-Elite wird für Putin zum Problem
Nach einem Vierteljahrhundert an der Macht zeigen sich im autoritären System Wladimir Putins erstmals ernsthafte Bruchstellen. Der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, analysiert in einem aktuellen Beitrag auf "Substack" die wachsenden Schwächen des Kremls. Militärische Rückschläge in der Ukraine, eine strauchelnde Wirtschaft und sinkende Zustimmungswerte setzen das Regime unter beispiellosen Druck.
Weitere aktuelle Meldungen zu Wladimir Putin und dem Ukraine-Krieg finden Sie am Ende dieses Artikels.
Wladimir Putins Machtapparat leidet unter dem erfolglosen Ukraine-Krieg
Mehr als vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat Wladimir Putin keines seiner selbst gesteckten Kriegsziele erreicht. Die demokratisch gewählte Regierung in Kiew ist weiterhin im Amt und die Ukraine verfügt über eine stärkere Armee als je zuvor. Die Opfer auf russischer Seite wiederum sind verheerend. Laut eines CSIS-Berichtes starben über 325.000 Russen im Ukraine-Krieg. "Keine Großmacht hat in irgendeinem Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg auch nur annähernd solche Verlust- oder Todeszahlen erlitten", heißt es in dem Bericht.
Russische Wirtschaftsexperten kritisieren Kreml-Führung offen
Die russische Wirtschaft gerät indes zunehmend unter Druck. Der Ökonom Wladimir Milow warnte bereits Anfang des Jahres vor einer "unheiligen Dreifaltigkeit" aus Rezession, Inflation und Haushaltskrise, die 2026 zusammentreffen werde. Dieses Jahr dürfte demnach das schwierigste für Russland seit Kriegsbeginn werden. Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Moskau im vergangenen Monat äußerten prominente Experten ungewöhnlich offene Kritik, was 2022 laut Michael McFaul noch undenkbar gewesen wäre.
Wladimir Putin verprellt Kreml-Elite durch digitale Restriktionen
Um Kritik an den militärischen und wirtschaftlichen Misserfolgen einzudämmen, verschärft der Kreml die Kontrolle über das Internet drastisch. Im Februar bestätigte die Medienaufsichtsbehörde Einschränkungen für Telegram. Auch VPN-Dienste, mit denen Millionen Russen gesperrte Webseiten aufrufen, werden zunehmend blockiert. Diese Maßnahmen treffen jedoch auch loyale Bürger sowie die Kreml-Elite empfindlich: Mobiles Banking, Taxi-Apps und andere Alltagsdienste funktionieren nur noch eingeschränkt.
Putin bangt um sein Leben - paranoider Kremlchef fürchtet Drohnenanschläge durch eigene Eliten
Die traditionelle Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai fiel dieses Jahr ebenfalls deutlich kleiner aus als gewohnt. Hinter der Verkleinerung steckt allerdings mehr als nur die schwache Kriegsbilanz. Das investigative Exilmedium "Important Stories" berichtet unter Berufung auf einen europäischen Geheimdienstbericht, dass Putin zunehmend einen Anschlag oder Putschversuch fürchtet. "Insbesondere befürchtet er den Einsatz von Drohnen für einen möglichen Attentatsversuch durch Mitglieder der russischen politischen Elite", heißt es in dem Bericht.
McFauls Fazit: Putins Herrschaft wirkt weiterhin gefestigt, gestützt durch Unterdrückung und Kontrolle. Doch autoritäre Systeme können trotz ihres starken Auftretens instabil sein. Besonders, wenn sie auf Krieg, Angst und Abschottung basieren. Die aktuellen Spannungen in Russland sind zwar noch schwach, weisen insgesamt aber auf erste Risse in einem immer weniger stabilen System hin.
Auch diese Meldungen zum Ukraine-Krieg sowie zu Wladimir Putin könnten Sie interessieren:
- Wirbel um Militär-Ankündigung - Lukaschenko deutet Krieg auf "eigenem Territorium" an
- Erschreckende "Waffenruhe"-Bilanz – 1.760 tote Putin-Soldaten in nur 48 Stunden
- Experte analysiert Auftritt - Putin zeigte "seine Schwäche und seine Unfähigkeit"
- FSB-Gebäude in die Luft gejagt – mindestens fünf Putin-Geheimdienstler getötet
- Verstörendes Videomaterial zeigt marschierende Russen-Kinder in Uniform