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18-Jährige im Dienst: Pistorius legt Turbo-Plan für neue Bundeswehr-Rekruten vor

Einige der frisch gemusterten Rekruten befinden sich bereits jetzt im Dienst. Bild: picture alliance/dpa | Hannes P. Albert

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  • Trotz erst kürzlich gestarteter Musterungen sind bereits neue Rekruten im Dienst
  • Abläufe sollen beschleunigt werden, um schneller mehr Soldaten einsatzbereit zu machen
  • Gleichzeitig erschweren viele unbeantwortete Musterungsbriefe die geplante Aufstockung

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Erst seit Januar werden Musterungsbriefe verschickt - und dennoch stehen nun schon die ersten neuen Rekruten in Uniform auf dem Kasernenhof. Offenbar will Verteidigungsminister Boris Pistorius die neuen Soldaten so schnell wie möglich in den Dienst bringen.

Blitz-Rekrutierung soll schnellstmöglich wehrfähig machen

Auf Anfrage der "Bild" heißt es vom Verteidigungsministerium, "dass aus positiven Rückläufern des Fragebogens Musterungen und Assessments durchgeführt und Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant werden." Die ersten neuen Rekruten hätten sogar schon den Dienst aufgenommen, so das Ministerium.

So sollen die Rekruten bei Marine und Luftwaffe demnach offenbar schon im Monatstakt in den Kasernen antreten. Beim Heer sieht es ähnlich aus - dort kann nach einer verkürzten Grundausbildung schon vor dem offiziellen Starttermin mit dem Dienst begonnen werden. Grund für die Änderungen ist die Absprungrate - nach der Musterung sollen sich die Rekruten nicht doch noch gegen den Wehrdienst entscheiden.

Bundeswehr will künftig 40.000 neue Rekruten pro Jahr

Verteidigungsexperte Thomas Erndl erklärte gegenüber der "Bild": "Vom Anschreiben an die 18‑Jährigen über die Bereitschaftserklärung via Internet bis hin zu den ersten Musterungen: Der Mechanismus funktioniert, das ist die gute Nachricht. Jetzt müssen die Kapazitäten für Musterung und Ausbildung aufwachsen." Bis Mitte 2027 sollen insgesamt 24 neue Musterungszentren überall in Deutschland entstehen. Ziel ist es, bis 2031 rund 40.000 neue Rekruten pro Jahr einzustellen.

Jeder Vierte ignoriert den Musterungs-Brief

Angesichts der bislang ignorierten Musterungs-Briefe könnte sich das allerdings als schwierig erweisen: Mehr als jeder Vierte hat das Schreiben aktuellen Berichten zufolge noch nicht beantwortet. Das Verteidigungsministerium will mit Bußgeldern auf das Ghosting antworten. Ob das bei mehr als 54.000 Antwort-Verweigerern funktionieren kann, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig könnte es zu einer sogenannten "Bedarfswehrpflicht" kommen, sollte die Bundeswehr ihre Lücke zwischen Bedarf und tatsächlich bereitstehenden Soldaten nicht schließen können.

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