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Wladimir Putin: Daten zeigen - sein bisher tödlichster Krieg ist noch nicht zu Ende

Neue Daten belegen die schwerwiegenden Verluste Wladimir Putins im Ukraine-Krieg. Bild: dpa/Pool Sputnik Kremlin/Valeriy Sharifulin

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  • Russische Verluste im Ukraine-Krieg steigen drastisch
  • Verhältnis von Toten und Verwundeten verschiebt sich deutlich zugunsten der Todesfälle
  • US-Studien sprechen von historisch hohen Opferzahlen seit 1945
  • Selenskyj wirft Russland „blanken Zynismus" im Umgang mit Waffenruhe vor

Die russischen Streitkräfte erleiden im Ukraine-Krieg immer verheerendere Verluste. Nach Informationen des "Kyiv Independent", der sich auf ukrainische Geheimdienste beruft, hat sich das Verhältnis zwischen Gefallenen und Verwundeten dramatisch verschoben. Mittlerweile kommen auf drei Opfer etwa zwei Tote und nur ein Verletzter – ein Verhältnis von 2:1.

Wladimir Putin droht enormer Verlust - steigende Todeszahlen auf russischer Seite

Zu Beginn der Invasion im Jahr 2022 sah die Lage noch völlig anders aus: Damals überlebten deutlich mehr Soldaten ihre Verwundungen, das Verhältnis lag bei 1:2. Diese Zahlen lassen sich zwar nicht unabhängig verifizieren, doch auch westliche Beobachter bestätigen den Trend steigender Todeszahlen auf russischer Seite.

Mehr Opfer als in jedem russischen Krieg seit 1945

Das Washingtoner Center for Strategic and International Studies (CSIS) beziffert das Ausmaß der russischen Verluste mit erschreckenden Zahlen. Zum Jahreswechsel überschritt die Gesamtzahl der russischen Opfer demnach die Marke von 1,2 Millionen Soldaten, berichtet unter anderem "t-online.de".

Das US-Forschungsinstitut ordnet diese Dimension historisch ein: "Um diese Zahlen in einen historischen Kontext zu setzen: Russland hat seit dem Zweiten Weltkrieg in keinem Krieg mehr Opfer und Todesfälle zu beklagen als jede andere Großmacht", so das CSIS. Damit übertreffen die Verluste in der Ukraine sämtliche militärischen Konflikte, an denen Russland seit 1945 beteiligt war.

Monatliche Verluste auf Rekordniveau

Auch das Institute for the Study of War (ISW) untermauert diese alarmierenden Entwicklungen mit konkreten Monatsdaten. Im März 2026 verzeichnete die russische Armee demnach 45.795 Opfer – darunter Gefallene, Verwundete und Verletzte.

Besonders bemerkenswert: Seit September 2025 liegen die monatlichen Verluste durchgehend über der Schwelle von 45.000 Soldaten. Solche Zahlen wurden zuletzt in den ersten Wochen nach Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 erreicht. Die anhaltend hohen Opferzahlen zeigen, dass Russlands Offensive trotz massiver Personalverluste unvermindert fortgesetzt wird.

Selenskyj wirft Wladimir Putin "blanken Zynismus" vor

Inmitten dieser dramatischen Verluste kündigten beide Kriegsparteien zu Wochenbeginn eine Waffenruhe an – allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte nach nächtlichen Angriffen am Dienstag mit scharfer Kritik.

Es sei "blanker Zynismus, eine Waffenruhe zu fordern, um Propaganda-Feierlichkeiten abzuhalten, während man im Vorfeld jeden einzelnen Tag solche Raketen- und Drohnenangriffe ausführt", erklärte Selenskyj. Russland habe es jederzeit in der Hand, die Kampfhandlungen zu beenden. "Das würde den Krieg und unsere Reaktionen beenden", betonte der ukrainische Staatschef.

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/sfx/news.de/stg

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