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Ukraine-Krieg aktuell: Drohnen-Hammer erschüttert Russland - Putins Sprengstoff-Fabrik getroffen

Der Ukraine ist offenbar ein strategischer Schlag gegen Putins Rüstungsindustrie gelungen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov

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  • Ukrainische Drohnen treffen offenbar eine zentrale russische Sprengstofffabrik
  • Ukraine erwägt Schwächung von Moskaus Munitions- und Kriegslogistik
  • Angriff Teil einer Serie strategischer Schläge gegen Russlands Militärindustrie

In der Nacht zum 30. April haben ukrainische Drohnen die Sverdlov-Sprengstoffanlage in Dserschinsk in der russischen Region Nischni Nowgorod getroffen. Anwohner berichteten von Explosionen, wie der unabhängige russische Telegram-Kanal "Astra" meldete.

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Ukraine-Krieg aktuell: Nächster Schlag gegen Putin

Die Attacke ereignete sich rund 770 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Damit zählt der Angriff zu den weitreichenden Operationen der ukrainischen Streitkräfte gegen russische Militärinfrastruktur. Parallel wurden in der Region Nowgorod weitere Detonationen gemeldet, als russische Luftabwehrsysteme aktiviert wurden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Ukraine attackiert strategisch wichtige Rüstungsfabrik

Die Sverdlov-Anlage gehört zu den bedeutendsten Einrichtungen des russischen Verteidigungssektors. Das staatliche Werk stellt Munition, Sprengstoffe sowie Industriechemikalien her, die für Moskaus Kriegsführung gegen die Ukraine eingesetzt werden.

Die Fabrik ist Teil des staatlichen Rüstungskonzerns Rostec und zählt zu den größten Sprengstoffproduzenten des Landes. Ein erfolgreicher Angriff auf diese Produktionsstätte könnte die russische Munitionsversorgung empfindlich treffen. Die Ukraine setzt seit Monaten auf gezielte Schläge gegen die militärisch-industrielle Infrastruktur Russlands, um dessen Fähigkeit zur Fortsetzung des Krieges zu schwächen.

Berater des ukrainischen Innenministeriums bestätigt Angriff

Anton Gerashchenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, äußerte sich auf der Plattform X zu dem Vorfall. Er schrieb, dass in der Nacht Explosionen in der Region Nischni Nowgorod gemeldet wurden. Der Drohnenangriff habe möglicherweise die Sverdlov-Anlage zum Ziel gehabt.

Gerashchenko bezeichnete das Werk als "strategisch wichtige Verteidigungschemieanlage" innerhalb des russischen militärisch-industriellen Komplexes. Die Fabrik gehöre zu den größten Sprengstoffherstellern des Landes, betonte er in seinem Beitrag.

Systematische Angriffe auf russische Militärinfrastruktur

Die Ukraine führt seit Monaten regelmäßig Drohnenattacken gegen militärische Einrichtungen tief im russischen Hinterland durch. Ziel dieser Strategie ist es, Moskaus Kapazitäten zur Kriegsführung zu verringern.

Erst am 28. April meldete der ukrainische Generalstab einen dritten verheerenden Drohnenschlag auf eine Ölraffinerie im südrussischen Tuapse in der Region Krasnodar. Dort brennt seit zwei Wochen ein Großfeuer nach wiederholten Angriffen am 16. und 20. April. "Diese Anlage ist an der Versorgung der russischen Besatzungsarmee auf ukrainischem Territorium beteiligt", erklärte der Generalstab. Das Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt.

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/bos/news.de/stg

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