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Donald Trump: Ölmanager schlagen Alarm - "The Don" droht ein "katastrophaler Preisschock"

Experten zufolge könnte Donald Trump durch steigende Ölpreise in den USA weitere Probleme bekommen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • Energieexperten warnen vor "katastrophalem Preisschock" in den USA zum Memorial Day am 25. Mai
  • Ölpreise könnten erneut stark ansteigen
  • Kritik an Donald Trump, der zuletzt das Ende des Iran-Kriegs und die Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht stellte

Donald Trump hat für den Krieg gegen den Iran im eigenen Land nur wenig Rückhalt. Ein Hauptgrund dafür ist, dass die US-Amerikaner infolge des Konflikts unter stark gestiegenen Ölpreisen leiden. Die Situation könnte in den kommenden Wochen noch dramatischer werden.

Experten warnen Donald Trump vor weiterem Ölpreis-Schock in den USA

Führende Energieexperten warnen vor einem bevorstehenden "katastrophalen Preisschock" an den Tankstellen. Ausgerechnet zum Memorial Day (Feiertag in den USA, in diesem Jahr am 25. Mai) droht Autofahrern ein weiterer Anstieg der Spritpreise.Donald Trump hatte auf Truth Social zuletzt ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt, was kurzfristige Ölpreissenkungen auslöste. Dan Pickering, Investmentchef bei Pickering Energy Partners, prognostiziert gegenüber "Politico" jedoch: "Der Tag der Abrechnung naht." Der Experte glaubt, dass ein erneuter Preisanstieg die Menschen "wie ein Schlag treffen" werde: "Es wird schmerzhaft werden, denn ich kann Ihnen versichern, dass der Aktienmarkt dies ignoriert." Diese Entwicklung könnte vor den US-Zwischenwahlen im Herbst zu einem großen Problem für die Republikaner werden. Bereits jetzt lehnt eine Mehrheit Trumps Wirtschaftspolitik ab.

US-Präsident kündigte baldiges Ende des Iran-Kriegs an: Skepsis bleibt

Im Weißen Haus herrscht dennoch Zuversicht. Trump prüft derzeit Irans jüngsten Friedensvorschlag und hält eine schnelle Lösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus für erreichbar. Dies würde zu einer Stabilisierung der Märkte führen. Rosemary Kelanic vom Think Tank Defense Priorities sieht laut "Politico" in der Zuversicht der Regierung aber ein gefährliches Problem: Die Aussicht auf ein baldiges Kriegsende halte amerikanische Ölunternehmen davon ab, ihre Förderung auszuweiten. Ihre Überlegung: Warum in Produktion investieren, wenn der Konflikt ohnehin bald vorbei sei? "Indem man den Markt so effektiv schlechtredet, wird der Preisanstieg, sobald er unvermeidlich wird, umso schmerzhafter sein, weil wir Wochen oder sogar Monate an Zeit verloren haben, in denen die Produzenten ihre Produktion hätten hochfahren können", warnt Kelanic.

Kritik an Donald Trump wegen widersprüchlicher Signale an Ölunternehmen

Selbst Führungskräfte der US-Ölindustrie zeigen sich frustriert, wie "Politico" weiter schreibt. Ein Teilnehmer einer Umfrage der Dallas Fed kritisierte, der Präsident sende "widersprüchliche Signale an Betreiber, die ihre Bohranlagen und Investitionsbudgets nicht planen können, wenn Preise aufgrund von Tweets wild schwanken". Der Befragte glaubt, dass "der Papiermarkt manipuliert wird" und warnt: "Dies wird wahrscheinlich zu einem noch größeren Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage und zu höheren Preisen mittelfristig (in den nächsten 12 Monaten) führen."

Amerikanern drohen steigende Kosten

Selbst im günstigsten Fall werden die Benzinpreise nicht innerhalb weniger Monate auf das Vorkriegsniveau sinken, erklärt Emma Anderson, Autorin und Senior Fellow am Stimson Center, gegenüber "Politico". Die Auswirkungen für amerikanische Haushalte seien bereits festgeschrieben. "Die Preise an der Zapfsäule werden mit der Zeit steigen", prognostiziert Anderson. "Die Kosten für Waren werden steigen, wenn Diesel teurer wird. Versand wird teurer. Lkw-Transport wird teurer. Die Dinge, die man im Laden kauft, werden teurer."

Ein Beamter aus dem Weißen Haus wies laut "Politico" die Befürchtungen der Experten zurück. Die wahren globalen Auswirkungen des Krieges seien noch nicht absehbar.

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