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Friedrich Merz: Umfrage-Knall für die AfD - Bundeskanzler kann es nicht verhindern

Die AfD hat den Abstand zur Union in einer Umfrage vergrößert. Bild: picture alliance/dpa | Lilli Förter

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  • Friedrich Merz kann AfD-Hammer nicht verhindern
  • SPD-Drama geht weiter - Grüne verlieren sogar
  • Elf Prozent der Stimmen verfallen an kleine Parteien
  • Merz ohne Mehrheit - nur noch Dreierbündnisse ohne AfD möglich

Im aktuellen INSA-Sonntagstrend für "Bild" verzeichnet die Alternative für Deutschland (AfD) ein Plus von einem Prozentpunkt und steht nun bei 28 Prozent. Dieser Wert markiert einen historischen Höchststand für die Partei in dieser Erhebung. Der Vorsprung zur Union beträgt mittlerweile vier Prozentpunkte.

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Friedrich Merz kann AfD-Hammer nicht verhindern

CDU und CSU verzeichnen keine Veränderungen und bleiben bei 24 Prozent stehen. Die Christdemokraten von Friedrich Merz kommen derzeit nicht aus ihrer stagnierender Position heraus. Den AfD-Hammer kann der Bundeskanzler nicht stoppen. Erstmals in dieser Deutlichkeit zeigt sich die aktuelle Umfrage-Dominanz der AfD gegenüber den etablierten Parteien. Die Zahlen unterstreichen die Herausforderungen für die künftige Regierungsbildung im Bundestag.

SPD-Drama geht weiter - Grüne verlieren sogar

Auch bei den übrigen Parteien zeigt die Erhebung wenig Bewegung. Die SPD verbleibt unverändert bei 14 Prozent und findet keinen Weg aus ihrer schwachen Position. Die Sozialdemokraten kämpfen weiterhin mit mangelnder Zustimmung in der Bevölkerung.

Für die Grünen verschlechtert sich die Lage sogar noch: Sie büßen einen Prozentpunkt ein und fallen auf 12 Prozent zurück. Die Linkspartei hingegen hält ihre Position und steht bei 11 Prozent. Auch hier gibt es keine nennenswerten Veränderungen gegenüber der Vorwoche.

Elf Prozent der Stimmen verfallen an kleine Parteien

Besonders problematisch für die Regierungsbildung zeigt sich ein weiterer Aspekt der Umfrage. Insgesamt elf Prozent der Wählerstimmen gehen an Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden. Zu diesen zählen unter anderem FDP und BSW, die den Einzug ins Parlament derzeit verfehlen würden.

Diese hohe Anzahl an "verlorenen Stimmen" verändert die mathematischen Voraussetzungen für eine Regierungsbildung erheblich. Durch die nicht im Bundestag vertretenen Parteien benötigt eine Koalition rechnerisch 45 Prozent der abgegebenen Stimmen für eine parlamentarische Mehrheit.

Friedrich Merz ohne Mehrheit - nur noch Dreierbündnisse ohne AfD möglich

Die Zersplitterung der Stimmen erschwert die ohnehin komplizierte Lage zusätzlich. Die Bildung stabiler Regierungsbündnisse wird zur mathematischen Herausforderung.

Hermann Binkert, Chef des Meinungsforschungsinstituts INSA, skizziert gegenüber "Bild" die verbleibenden Optionen für eine Regierung. Sollte eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen bleiben, kämen lediglich Dreierbündnisse infrage. Eine Zusammenarbeit von Union, SPD und Grünen würde auf 50 Prozent kommen, eine Allianz mit der Linkspartei auf 49 Prozent.

Binkert weist zudem auf ein bemerkenswertes Detail hin: Die beiden linken Parteien wären gemeinsam stärker als CDU und CSU allein. Dies verdeutlicht die veränderten Machtverhältnisse im deutschen Parteiensystem. Klassische Zweierkoalitionen erreichen keine ausreichenden Mehrheiten mehr - auch die aktuelle Merz-Koalition mit der SPD bringt es nicht auf eine Mehrheit.

  • Die Dominanz der AfD beschränkt sich nicht allein auf INSA. Auch in den jüngsten Erhebungen von Forsa und der Forschungsgruppe Wahlen liegt die Partei im April an der Spitze. Der Trend zeigt sich damit über verschiedene Umfrageinstitute hinweg konsistent.

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