Donald Trump: Waffenruhe im Libanon verkündet - plötzliche Kriegs-Aussage schlägt Wellen
Donald Trump behauptete erneut, mehrere Kriege gewonnen zu haben. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Sabrina Böhme
16.04.2026 20.11
- Donald Trump verkündet Waffenruhe im Libanon
- Konflikt zwischen Libanon und Israel angespannt
- US-Präsident prahlt erneut damit wie viele Kriege er gewonnen hat
Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe verkündet.Gleichzeitig prahlte er erneut damit, wie viele Kriege er schon beendet hat.
Donald Trump verkündet Waffenruhe im Libanon
Sie solle um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beginnen und zunächst zehn Tage dauern, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen. Trump schrieb weiter, er habe Vizepräsident J.D. Vance, US-Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine angewiesen, gemeinsam mit dem Libanon und Israel auf einen dauerhaften Frieden hinzuarbeiten.Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Die libanesische Regierung ist keine aktive Konfliktpartei und bemüht sich um Deeskalation.
Neun Kriege beendet: Trump für Behauptung verspottet
Am Ende seiner Nachricht inszeniert sich Trump als Konfliktlöser. Er behauptet: "Es war mir eine Ehre, neun Kriege auf der ganzen Welt zu lösen, und dies wird mein zehnter sein." Ein Kreig, den er angefangen hat. Es ist nicht das erste Mal, dass er davon spricht, mehrere Kriege beendet zu haben. Experten widersprachen den Aussagen zuletzt. Dieser Satz sorgt unter einem Beitrag des Journalisten Aaron Rupar auf der Plattform X für Diskussionen. Viele spotten oder fordern ihn auf, aufzuzählen, wie viele Kriege er beendet hat:
- "Gab es jemals einen Menschen, der sich lieber selbst auf die Schulter klopft als Trump?"
- Moment mal. Ich dachte, es wären acht Kriege gewesen? Zählt der Krieg zwischen ihm und dem Papst jetzt auch dazu?"
- "Ich frage mich, ob sie diese mystischen Kriege jemals auflisten werden."
- Schreibt er sich den Krieg, den er begonnen hat, selbst zu?"
- "Was für Lügen! Er hat keinen einzigen Krieg beendet. Wann werden die Leute ihn endlich darauf ansprechen!?"
Erster Durchbruch im Nahost-Konflikt
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die vom Iran unterstützte Hisbollah und das israelische Militär eine erneute schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel. Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen. Dabei kam es zu schweren Kämpfen im Süden und zu Angriffen im Osten sowie der Hauptstadt Beirut und deren Vororten. Das israelische Militär rückte in einer Bodenoffensive zudem weiter in den Süden des Nachbarlandes vor und lieferte sich im Grenzgebiet Bodenkämpfe mit der Hisbollah.
Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei den erneuten Kämpfen bisher knapp 2.200 Menschen getötet. Darunter sind den Angaben zufolge zahlreiche Frauen und Kinder. Die israelische Armee sprach zuletzt von mehr als 1.700 getöteten Hisbollah-Mitgliedern seit Anfang März. Die genaue Zahl der getöteten Zivilisten ist unklar.
Im Libanon warten Hunderttausende darauf, in ihre Häuser zurückkehren zu können. Nach Regierungsangaben wurden aufgrund des jüngsten Konflikts mehr als eine Million Menschen vertrieben. In den angegriffenen Gebieten herrscht zum Teil großflächige Zerstörung.
Waffenruhe gebrochen? Angespannte Lage zwischen Israel und Libanon
Die Hisbollah agiert im Libanon seit langer Zeit als eine Art Staat im Staate. Sie ist einer der wichtigsten Verbündeten in Irans sogenannter "Achse des Widerstands". Bis vor der jüngsten Eskalation stuften Beobachter die Kapazitäten der Miliz aber als deutlich geschwächt ein.
Israel und die Hisbollah hatten bereits 2024 einen offenen Krieg gegeneinander geführt. Trotz einer Waffenruhe im November 2024 blieb die Lage angespannt. Beide Seiten warfen sich fortwährend Verstöße vor. Das israelische Militär griff trotz Waffenruhe weiter nahezu täglich im Libanon an. Das israelische Militär blieb auch an mehreren Punkten im Libanon stationiert. Gemäß der damals getroffenen Waffenruhe sollte die Hisbollah entwaffnet werden. Israel warf dem libanesischen Staat bei der Aufgabe Versagen vor und wollte die Entwaffnung schließlich militärisch durchsetzen.
Der neue Durchbruch folgt auf direkte Gespräche in Washington, bei denen die Botschafter der verfeindeten Länder sich erstmals seit Jahrzehnten direkt zu politischen Verhandlungen trafen. Schon zuvor hieß es nach US-Angaben, dass die Gespräche zu einem "umfassenden Friedensabkommen" führen könnten.
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