Dmitri Medwedew: Putin-Vertrauter verhöhnt Donald Trump mit beißendem Spott
Dmitri Medwedew (Foto) hat Donald Trumps Hormus-Plan verspottet. Bild: picture alliance / Dmitry Astakhov/POOL SPUTNIK GOVERNMENT/AP/dpa | Dmitry Astakhov
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
15.04.2026 11.43
- Dmitri Medwedew spottet über Trump-Plan
- Donald Trump setzen Kriegsarmada gegen iranische Häfen ein
- Dmitri Medwedew: Vom liberalen Reformer zum Kreml-Scharfmacher
- Donald Trumps Waffenruhe läuft in wenigen Tagen aus
Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, hat mit beißendem Spott auf die amerikanische Blockade der Straße von Hormus reagiert. In einer Nachricht auf X kritisierte er die paradoxe Logik der US-Strategie.
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Dmitri Medwedew spottet über Trump-Plan
"Während viele Länder die Straße von Hormus entsperren wollen, hat das Weiße Haus beschlossen, sie zu blockieren", schrieb Medwedew. "Blockierung gleich Entblockierung? Orwells Schurken kehren mit aller Macht zurück. Was kommt als Nächstes? Natürlich, Krieg ist Frieden."
Mit diesem Verweis auf George Orwells dystopischen Roman spottet der Putin-Vertraute über Donald Trumps Plan, durch eine eigene Blockade die iranische Sperrung der Meerenge beenden zu wollen. Die Ironie der Situation liegt für Medwedew auf der Hand: Washington will eine blockierte Wasserstraße durch eine weitere Blockade wieder öffnen - eine Strategie, der frühere russische Präsident als widersprüchlich anprangert.
Donald Trump setzt Kriegsarmada gegen iranische Häfen ein
Die amerikanische Marineoperation folgt auf das Scheitern von Friedensverhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. US-Präsident Donald Trump ordnete daraufhin eine gezielte Seeblockade an, die sich ausdrücklich gegen iranische Häfen und die dort verkehrenden Schiffe richtet.
- Nach Angaben hochrangiger Regierungsvertreter in Washington nehmen mehr als 15 US-Kriegsschiffe an der Operation teil.
- Laut "Wall Street Journal" umfasst das Aufgebot einen Flugzeugträger, mehrere Lenkwaffenzerstörer, ein amphibisches Angriffsschiff und weitere Kampfeinheiten.
- Das US-Zentralkommando stellte klar, dass die Maßnahme sich nur gegen Schiffe richtet, die iranische Häfen am Persischen Golf oder am Golf von Oman ansteuern oder von dort ablegen.
- Andere internationale Schiffe, die die Meerenge lediglich durchqueren, dürfen nach amerikanischen Angaben ungehindert passieren.
- Teheran hatte zuvor die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Wasserstraße faktisch gesperrt oder sich teuer bezahlen lassen.
Dmitri Medwedew: Vom liberalen Reformer zum Kreml-Scharfmacher
Der spöttische Ton Medwedews überrascht nicht mehr, kennt man die dramatische Wandlung des russischen Politikers. Der frühere Präsident galt einst als Hoffnung auf Liberalisierung und Modernisierung innerhalb der russischen Führungsriege.
Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Beginn der Ukraine-Auseinandersetzung hat sich Medwedew zu einem der kompromisslosesten Verfechter einer harten Kreml-Linie entwickelt. Der einstige Reformer inszeniert sich heute als einer der schärfsten und aggressivsten Stimmen in der russischen Führung.
Seine aktuelle Rolle steht im krassen Gegensatz zu seinem früheren Image. Aus dem Mann, der einmal westliche Werte und technologischen Fortschritt propagierte, ist ein militanter Wortführer geworden, der jede Gelegenheit nutzt, um westliche Politik anzugreifen. Seine Orwell-Verweise zur Hormus-Blockade passen perfekt in dieses neue Bild eines rhetorisch aggressiven Politikers, der kaum noch Zurückhaltung kennt.
Donald Trumps Waffenruhe läuft in wenigen Tagen aus
Die Situation bleibt hochbrisant mit Blick auf das nahende Ende der Feuerpause. Die zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg endet am 21. beziehungsweise 22. April. Donald Trump deutete zuletzt zwar immer wieder an, dass ein Abkommen mit Teheran möglich sei, warnte die iranische Führung jedoch zugleich vor den Folgen, sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden.
Nach US-Berichten sollen die Verhandlungsteams beider Staaten im Laufe dieser Woche nach Islamabad zurückkehren. Neben der Öffnung der Hormus-Straße bildet das iranische Atomprogramm den zweiten zentralen Streitpunkt.
Die Positionen liegen dabei weit auseinander. Washington fordert eine zwanzigjährige Aussetzung der iranischen Urananreicherung, während Teheran laut "New York Times" lediglich eine fünfjährige Pause anbot. Trump hatte ursprünglich einen kompletten Stopp des Atomprogramms verlangt.
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