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Donald Trump: Mit einem Satz serviert "The Don" seinen treuen Verbündeten ab

Plötzlich rückt Donald Trump (links) von Viktor Orbán ab. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci

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  • Donald Trump rückt von treuem Verbündeten ab
  • "The Don" irritiert mit Satz: "Er war mein Freund."
  • Trumps Wahlkampf-Engagement verpuffte komplett

Nach der deutlichen Wahlniederlage von Viktor Orbán in Ungarn zeigt sich US-Präsident Donald Trump auffallend wortkarg. Zunächst äußerte er sich überhaupt nicht zum Ausgang der Abstimmung. Erst zwei Tage später, während eines Gesprächs mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera", entlockte man ihm einige knappe Worte zum Schicksal des langjährigen ungarischen Regierungschefs.

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Donald Trump rückt von treuem Verbündeten ab

Donald Trumps Formulierung fiel bezeichnend aus:

  • "Er war mein Freund. Es war nicht meine Wahl, aber er war mein Freund, ein guter Mann. Er hat gute Arbeit bei der Einwanderungsfrage geleistet. Er hat nicht zugelassen, dass Leute kommen und sein Land zerstören, so wie es in Italien passiert ist."

Die durchgängige Verwendung der Vergangenheitsform lässt aufhorchen. Orbán lebt noch, hat lediglich seine politische Macht eingebüßt - doch Trump spricht bereits über ihn, als gehöre die Beziehung der Geschichte an.

Diese distanzierte Reaktion passt ins Bild eines Präsidenten, der bekanntermaßen wenig Sympathie für Verlierer übrig hat. Die Niederlage des einstigen Verbündeten könnte die Freundschaft beendet haben.

Trumps Wahlkampf-Engagement verpuffte komplett

Umso bemerkenswerter erscheint Trumps Rückzieher, wenn man bedenkt, welchen Aufwand er zuvor für Orbáns Wiederwahl betrieben hatte. Der amerikanische Präsident mobilisierte seine wichtigsten politischen Figuren für den Budapester Wahlkampf: Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance reisten persönlich in die ungarische Hauptstadt, um für den Amtsinhaber zu werben.

Das Engagement ging noch weiter. Trump selbst wandte sich per Videobotschaft und über soziale Medien direkt an die ungarischen Wähler. Bei einer Wahlkampfveranstaltung inszenierte Vance sogar einen Live-Anruf mit dem Präsidenten, der über Lautsprecher rund 5000 begeisterte Orbán-Anhänger grüßte.

Die Inszenierung zahlte sich nicht aus. Der Mann, den die MAGA-Bewegung als ihren europäischen Vorzeigerepräsentanten betrachtete, verlor die Wahl deutlich. All die amerikanische Schützenhilfe konnte die Niederlage nicht verhindern.

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