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Ukraine-Krieg aktuell: Putins Armee in Not - Rekrutierungen brechen ein

Wladimir Putin hat mit sinkenden Rekrutierungszahlen in Russland zu kämpfen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Alexander Kazakov

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  • Laut aktueller Analyse weniger Rekrutierungen in Russland Anfang 2026 im Vergleich zum Vorjahr
  • Deutscher Forscher Janis Kluge berichtet über Rückgang von 20 Prozent
  • Gleichzeitig setzt sich Aufwärtstrend bei Höhe der Antrittsprämien fort

Die Lage für Wladimir Putins Armee im Ukraine-Krieg ist prekär: Russland soll ukrainischen Angaben zufolge in den vergangenen vier Jahren bereits mehr als 1,3 Millionen Soldaten an der Front verloren haben. Das Problem ist mittlerweile sogar so groß, dass der Kreml laut aktuellen Berichten auch Kämpfer aus Afrika unter Vorwänden an die Front lockt. Im eigenen Land steht Putin hingegen bei der Rekrutierung neuer Streitkräfte offenbar vor immer größeren Herausforderungen.

Ukraine-Krieg aktuell: Zahl der Rekrutierungen von russischen Vertragssoldaten geschrumpft

Wie der Osteuropa-Experte Janis Kluge in einem Beitrag auf Substack darstellt, ging die Zahl der Rekrutierungen in Russland Anfang 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zurück. Während sich im ersten Quartal 2025 täglich 1.000 bis 1.200 Vertragssoldaten für den Militärdienst verpflichteten, sind es mittlerweile nur noch 800 bis 1.000. "Obwohl die Daten zum Bundeshaushalt für das erste Quartal erst im Mai veröffentlicht werden, dürften sie diesen Trend bestätigen", so Kluge weiter. Für seine Analyse zog der deutsche Forscher sowohl offizielle Angaben der russischen Regierung als auch Schätzungen auf Basis regionaler Haushaltsdaten heran.

Problem für Wladimir Putin an der Front? Russland zahlt höhere Antrittsprämien für seine Soldaten

Ein umgekehrtes Bild zeigt sich hingegen bei der Höhe der Antrittsprämien. Dort setzte sich laut Kluge ein Aufwärtstrend fort. "Die durchschnittliche Zahlung im Datensatz erreichte im März mit 1,47 Millionen Rubel einen neuen Höchststand." Der Experte folgert, dass in russischen Regionen, in denen die Prämien zuletzt erhöht wurden, die Rekrutierung wohl nicht planmäßig verläuft. Zudem finden sich Hinweise auf ein höheres Auszahlungstempo für Entschädigungen im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren: "In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 zahlten die 17 Regionen der Stichprobe Entschädigungen an die Familien von 5.600 gefallenen Soldaten, was auf insgesamt rund 25.000 Auszahlungen für Russland im ersten Quartal hindeutet", schreibt Kluge.

Der estnische Kriegsblogger WarTranslated kommentiert Kluges Analyse auf X (vormals Twitter) mit den Worten: "Russlands aktuelles Kriegssystem basiert auf kommerzieller Rekrutierung, doch dieses Modell gerät zunehmend ins Stocken."

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