Wladimir Putin: Expertin spricht vom Zusammenbruch - Kremlchef ist machtlos
Wladimir Putins Zustimmungswerte sind einem Bericht zufolge gesunken. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Alexander Kazakov
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
14.04.2026 10.31
- Wladimir Putin immer unbeliebter in Russland
- Expertinnen sehen Wendepunkt - Kremlchef machtlos
- Wladimir Putins Ukraine-Krieg erreicht russischen Alltag
- Wirtschaftskrise immer schlimmer - Rekordpreise im Supermarkt
Jahrelang galt Wladimir Putin in Russland als unantastbar. Doch aktuelle Erhebungen zeichnen ein verändertes Bild: Mehrere Meinungsforschungsinstitute, darunter zwei kremltreue Einrichtungen, dokumentieren einen spürbaren Einbruch der Popularitätswerte des russischen Präsidenten.
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Wladimir Putin immer unbeliebter in Russland
Jahrelang galt Wladimir Putin in Russland als unantastbar. Doch aktuelle Erhebungen zeichnen ein verändertes Bild: Mehrere Meinungsforschungsinstitute, darunter zwei kremltreue Einrichtungen, dokumentieren einen spürbaren Einbruch der Popularitätswerte des russischen Präsidenten.
Die Geduld der Bürger scheint zunehmend zu schwinden. Besonders aussagekräftig sind die Zahlen des Instituts FOM, das hauptsächlich für die Präsidialverwaltung arbeitet. Die Erhebung weist das geringste Vertrauen in Wladimir Putin seit September 2022 aus, schreibt der "Kölner Express". Die Entwicklung deutet auf einen möglichen Stimmungsumschwung in der russischen Gesellschaft hin.
Wladimir Putin: Expertinnen sehen Wendepunkt - Kremlchef machtlos
Die Soziologin Yelena Koneva interpretiert die Zahlen als historischen Moment. In einer Stellungnahme für den ehemaligen Moskauer Sender "Echo Moskwy" warnte sie:
- "Ein Sturm ist aufgezogen. Gerade jetzt beginnt dieser riesige Schneehaufen namens 'Unterstützung für Putin' zu schmelzen."
- "Er schmilzt und schmilzt und schmilzt. Es ist ein wirklich bedeutsamer Wandel", erklärte Koneva.
- Der Zusammenbruch erfolge nicht abrupt, sondern kontinuierlich - Putin stehe dem machtlos gegenüber.
- Sie betonte, dass dieser Prozess "nicht durch weitere Repression zum Schweigen gebracht werden" könne.
Gulnaz Sharafutdinova, die das Russia Institute am King's College London leitet, bezeichnet den Trend gegenüber "RLF" als bemerkenswert. Die Expertin identifiziert mehrere Faktoren für den vermeintlichen Stimmungswandel.Der Vertrauensverlust werde durch zahlreiche "Ereignisse und Vorfälle" untermauert.
- Angriffe ukrainischer Drohnen treffen zunehmend russisches Kerngebiet, darunter Ölraffinerien.
- Als Beispiel nannte sie auch einen kremlnahen Anwalt, der nach öffentlicher Kritik an Putin zwangsweise in eine psychiatrische Einrichtung verbracht wurde.
- Solche Vorfälle verstärkten die zunehmende Verunsicherung in der Bevölkerung.
Wladimir Putins Ukraine-Krieg erreicht russischen Alltag
Konstantin Gaaze, früherer russischer Regierungsberater im Landwirtschaftsministerium und heute in Tel Aviv tätig, bestätigt diese Entwicklung:
- "Der Krieg dringt immer tiefer in das Kernland Russlands ein."
Massive Einschnitte im digitalen Leben belasten die Bevölkerung zusätzlich. In zahlreichen Großstädten hat der Staat das Internet eingeschränkt und beliebte Messenger-Dienste wie Telegram und WhatsApp teilweise blockiert.
Die stockenden Verhandlungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine haben Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende zunichtegemacht. Die allgemeine Kriegsmüdigkeit wächst, während die ökonomischen Folgen des Konflikts immer deutlicher zutage treten. Diese Belastungen summieren sich über die Zeit, so die Einschätzung der Fachleute.
Wladimir Putins Wirtschaftskrise immer schlimmer - Rekordpreise im Supermarkt
Die russische Wirtschaft, jahrelang durch massive staatliche Militärausgaben angekurbelt, zeigt deutliche Abkühlungstendenzen. Die Lebenshaltungskosten schnellen in die Höhe.
- Besonders drastisch zeigt sich die Teuerung in den Supermärkten. Alltägliche Lebensmittel werden zu Rekordpreisen verkauft. Gleichzeitig stagnieren die Gehälter, während die Zentralbank die Zinsen massiv angehoben hat.
- Diese Kombination setzt die russischen Haushalte unter enormen Druck. Was früher erschwinglich war, wird zunehmend zum Luxus. Die kriegsgetriebene Wirtschaftspolitik, die zunächst für Wachstum sorgte, entfaltet nun ihre negativen Folgen.
- Die spürbare Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage trägt wesentlich zur wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung bei. Der Kaufkraftverlust trifft vor allem einfache Bürger, die keine Möglichkeit haben, sich den steigenden Kosten zu entziehen.
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