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Recep Tayyip Erdogan: Eskalation zwischen Türkei und Israel - Netanjahu als "Hitler unserer Zeit" bezeichnet

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht Israel. Bild: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

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  • Recep Tayyip Erdogan verschärft den Ton im Konflikt mit Israel und droht mit einer Invasion
  • Türkisches Außenministerium bezeichnet Israels Premierminister Benjamin Netanjahu als "Hitler unserer Zeit"
  • Eskalation vor dem Hintergrund weiterer israelischer Angriffe auf den Libanon

Die Spannungen im Nahost-Konflikt verschärfen sich: Während die USA und der Iran am Wochenende ihre diplomatischen Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Erfolg beendeten, spitzt sich auch der Konflikt zwischen der Türkei und Israel weiter zu.

Recep Tayyip Erdogan droht mit Israel-Invasion

Wie der "Daily Express" berichtet, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Israel unverhohlen mit einem militärischen Einmarsch gedroht." Hätte Pakistan nicht im Krieg zwischen den USA und Iran vermittelt, hätten wir Israel seinen Platz gezeigt", erklärte der 72-Jährige in einer Rede. "So wie wir in Libyen und Bergkarabach einmarschiert sind, können wir auch in Israel einmarschieren. Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun." Nur die laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran halten die Türkei derzeit von härteren Schritten ab, so Erdogans Botschaft.Das türkische Außenministerium legte mit einer offiziellen Stellungnahme nach und bezeichnete Israels Premierminister Benjamin Netanjahu als "Hitler unserer Zeit". Die Erklärung erschien ausgerechnet am Vorabend des Holocaust-Gedenktags.

Türkei bezeichnet Benjamin Netanjahu als "Hitler unserer Zeit" wegen Angriffen im Libanon

Zum Hintergrund: Erdogan erhobschwere Anschuldigungen gegen Israel wegen dessen Vorgehen im Libanon. "Am Tag des Waffenstillstands hat Israel Hunderte unschuldige Libanesen getötet", sagte er laut "Bild". Netanjahu sei "von Blut und Hass geblendet". Man könne zu diesen "Massakern" nicht schweigen. Israel und die USA weisen diese Darstellung zurück und bestreiten, dass die mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe den Libanon einschließe. Das türkische Außenministerium warf Netanjahu vor, die laufenden Friedensverhandlungen mit dem Iran untergraben zu wollen, um seine "expansionistische Politik in der Region" fortzusetzen. Beide Länder sollen um die Vormachtstellung im Nahen Osten ringen.

Israel kontert Vorwürfe aus Ankara

Die Türkei hat laut "Daily Express" bereits Anklage gegen 35 hochrangige israelische Funktionäre erhoben, darunter Netanjahu selbst. Die Vorwürfe lauten auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die israelische Regierung reagierte ihrerseits mit heftigen Gegenvorwürfen. Premierminister Netanjahu schrieb in einem Social-Media-Beitrag, Erdogan habe "seine eigenen kurdischen Bürger massakriert". Verteidigungsminister Israel Katz, selbst von den türkischen Anklagen betroffen, bezeichnete den türkischen Präsidenten als "Muslimbruderschaft-Mann".

Bereits vor Erdogans jüngster Rede hatten Netanjahu und Katz den türkischen Staatschef öffentlich attackiert. Sie nannten ihn einen "Papiertiger" und warfen ihm Heuchelei vor – er stelle sich auf die Seite extremistischer Kräfte.

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