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Donald Trump knallhart: Trump droht mit Nato-Austritt - jetzt rechnet der US-Präsident mit Europa ab

Donald Trump droht: Die USA könnte die Nato verlassen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

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  • Donald Trump erwägt Rückzug aus der Nato
  • Trump enttäuscht von Europa: Keine Unterstützung im Iran-Konflikt
  • US-Präsident spottet über Großbritannien und Frankreich

Donald Trump zieht ernsthaft einen Nato-Ausstieg in Betracht

In einem exklusiven Interview mit dem britischen "Telegraph" ließ Donald Trump aufhorchen: Die Frage eines US-Rückzugs aus der Nato stehe "nicht mehr zur Debatte", erklärte der US-Präsident. Der Grund für den möglichen Ausstieg: Europa weigert sich, Washington im Konflikt mit dem Iran zu unterstützen. "Ich habe mich nie von der Nato überzeugen lassen. Ich wusste immer, dass sie ein Papiertiger ist – und Putin weiß das übrigens auch", so Trump.

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Meerenge seit Wochen blockiert: Trump gibt Europa Mitschuld

Die Straße von Hormus ist seit mehreren Wochen faktisch nicht mehr passierbar. Durch diese Wasserstraße fließen unter normalen Umständen etwa ein Fünftel des globalen Erdölhandels. Die Blockade hat weitreichende Konsequenzen: Die Energiepreise steigen, und die Sorge vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung wächst.

Für Trump liegt die Mitverantwortung bei den europäischen Partnern. Diese hätten in der entscheidenden Phase versagt. "Dass sie nicht da waren, war mehr als nur Abwesenheit – es war tatsächlich schwer zu glauben", erklärte der Präsident. Die Schließung der strategisch bedeutsamen Meerenge setzt insbesondere Trumps europäische Verbündete unter enormen Druck.

Trump-Spott für die britische Marine

Besonders harsche Worte fand Trump für Großbritannien und Frankreich. Am Dienstag attackierte er beide Länder wegen ihrer Zurückhaltung im Krieg scharf. Die britische Marine bekam dabei ihr Fett weg: "Ihr seid zu alt und hattet Flugzeugträger, die nicht funktioniert haben", höhnte der Präsident "Independent" zufolge. Noch deutlicher wurde er mit der Bemerkung, Großbritannien "habe nicht einmal eine Marine".

Trump betonte, eine alliierte Reaktion hätte "automatisch" erfolgen müssen. Er verwies auf das amerikanische Engagement bei den Vermittlungsbemühungen zwischen der Ukraine und Russland. "Die Ukraine war nicht unser Problem. Es war ein Test, und wir waren für sie da", sagte er. "Sie waren nicht für uns da."

Trump schießt gegen Europa: "Wir werden nicht mehr für euch da sein"

Auf seinen Social-Media-Kanälen verschärfte Trump den Ton weiter. Die Verbündeten müssten sich künftig selbst um ihre Ölversorgung kümmern, schrieb er. "Wir werden nicht mehr für euch da sein, genauso wie ihr nicht für uns da wart", lautete seine Botschaft an die europäischen Partner.

Die Beistandsklausel der Nato, Artikel 5, wurde in der Geschichte des Bündnisses bisher nur ein einziges Mal aktiviert – nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Damals eilten die Nato-Mitglieder den USA zu Hilfe. Trump hatte die Verteidigungsausgaben der Bündnispartner bereits wiederholt kritisiert.

Was bedeutet das für die Nato?

Trump lässt offen, ob sein drohender Ausstieg nur ein politisches Druckmittel ist oder tatsächlich umgesetzt wird. Klar ist: Die Spannungen zwischen den USA und Europa haben einen neuen Höhepunkt erreicht – mit potenziell weitreichenden Folgen für die internationale Sicherheit.

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