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Donald Trump und der Iran-Krieg: "The Don" plaudert wahres Kriegsziel aus - "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich..."

Donald Trump macht sich keine Mühe mehr, sein eigentliches Kriegsziel im Iran zu verschleiern. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Donald Trump offenbart wahres Ziel von Iran-Krieg
  • US-Präsident ist scharf auf Kontrolle über iranisches Öl laut eigener Aussage
  • "The Don" jubelt bei Social Media über Zerstörungen und "großen Tag im Iran"

Seit einem Monat führen die USA Krieg gegen den Iran - ursprünglich sollte mit den Luftangriffen, die Donald Trumps Militär auf Teheran flogen, das Mullah-Regime gestürzt werden. Inzwischen macht sich der US-Präsident jedoch nicht mehr die Mühe, seine eigentlichen Kriegsziele zu verheimlichen - im Gegenteil.

Donald Trump legt Ziele im Iran-Krieg offen: "The Don" geht es um Öl-Kontrolle

In einem Interview mit der "Financial Times"hat Donald Trump Ende März offen über seine eigentlichen Pläne im Iran gesprochen. "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen", erklärte der Republikaner. Kritiker dieser Idee bezeichnete er kurzerhand als "dumme Leute". Um dieses Vorhaben umzusetzen, müssten amerikanische Streitkräfte die Insel Charg im Persischen Golf unter ihre Kontrolle bringen.

Über diesen strategisch bedeutsamen Knotenpunkt wickelt der Iran rund 90 Prozent seiner gesamten Erdölexporte ab. "Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen", sagte Trump gegenüber der britischen Wirtschaftszeitung. Eine solche Operation würde allerdings eine längerfristige Präsenz amerikanischer Soldaten erfordern. Trump zeigte sich zuversichtlich, was eine mögliche Einnahme der Insel Charg betrifft. "Ich glaube nicht, dass sie über eine Verteidigung verfügen. Wir könnten sie sehr leicht einnehmen", sagte er der "Financial Times". Experten warnen jedoch, dass amerikanische Soldaten nach einer Besetzung der Insel verwundbare Ziele für iranische Gegenangriffe darstellen würden.

US-Verteidigungsministerium verlegt 10.000 Soldaten in Golfregion

Das US-Verteidigungsministerium hat die Entsendung von etwa 10.000 Soldaten angeordnet, die speziell für die Eroberung und Sicherung von Territorium ausgebildet sind. Am 27. März erreichten bereits rund 3.500 Militärangehörige die Region, darunter etwa 2.200 Marines. Weitere 2.200 Marineinfanteristen befinden sich derzeit auf dem Weg, zusätzlich wurden Einheiten der 82. Luftlandedivision in das Gebiet beordert.

Donald Trump verschiebt Iran-Ultimatum und spricht von Verhandlungserfolgen

Ungeachtet seiner militärischen Drohungen betonte Trump, dass die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran gut vorankämen. Als Vermittler fungieren dabei pakistanische Gesandte. Der US-Präsident hat dem Iran eine neue Frist gesetzt: Bis zum 7. April um 02.00 Uhr nachts deutscher Zeit muss die iranische Seite einem Abkommen zur Beendigung des Konflikts zustimmen.

Sollte dieses Ultimatum verstreichen, drohen amerikanische Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Trump verglich die mögliche Übernahme der Ölproduktion mit dem Vorgehen in Venezuela, wo die USA nach der Festnahme von Machthaber Nicolás Maduro im Januar die Kontrolle über die Ölindustrie "auf unbestimmte Zeit" übernehmen wollen.

Donald Trump feiert Bombardierungen und Zerstörungen durch US-Armee

Die amerikanischen Streitkräfte haben im laufenden Konflikt bereits massive Luftangriffe durchgeführt. "Wir haben noch etwa 3.000 Ziele übrig - wir haben 13.000 Ziele bombardiert", erklärte Trump. Trotz der anhaltenden Kampfhandlungen zeigte er sich optimistisch: "Ein Abkommen könnte ziemlich schnell zustande kommen." Auch auf seinem Account bei "Truth Social" kam der US-Präsident aus dem Jubel nicht heraus: "Ein großer Tag im Iran", schrieb Trump in seinem Post vom 30. März. "Viele Ziele, die wir seit langem im Visier hatten, wurden von unserem großartigen Militär zerstört, das das beste und tödlichste der Welt ist. Möge Gott euch alle sehnen! Präsident DJT"

Der Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite hat die Ölmärkte erschüttert. Der Preis für Brent-Rohöl stieg am Montagmorgen auf über 116 Dollar pro Barrel - ein Anstieg von mehr als 50 Prozent innerhalb eines Monats. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, bleibt ein zentraler Streitpunkt. Ob ein Waffenstillstand die wichtige Wasserstraße wieder öffnen könnte, wollte Trump nicht konkret beantworten.

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/news.de/dpa/stg

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