Politik

J.D. Vance und der Iran-Krieg: Trump-Vize kann "Schwächung in Echtzeit" nicht mehr verbergen

Polit-Analysten glauben deutliche Anzeichen dafür zu erkennen, dass J.D. Vance zunehmend Schwierigkeiten hat, hinter Donald Trumps Iran-Krieg zu stehen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson

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  • J.D. Vance wegen Iran-Krieg in der Zwickmühle
  • US-Vizepräsident steht nicht hinter Donald Trumps Nahost-Eskalation
  • Kritiker rechnen mit J.D. Vance wegen "Schwächung als politische Figur in Echtzeit" ab

In den USA schlägt Donald Trump eine Welle der Empörung aus seiner Wählerschaft entgegen, nachdem der US-Präsident Ende Februar damit begann, den Iran mit Luftangriffen zu überziehen und damit sein Versprechen brach, während seiner zweiten Präsidentschaft den nahost-Konflikt nicht zu einem ausgewachsenen Krieg eskalieren zu lassen. Im Trump-Lager ist man seitdem an allen Fronten bemüht, den Iran-Krieg als Glanzleistung der republikanischen Regierung zu verkaufen - doch der eine oder andere hat offenbar bereits jetzt Schwierigkeiten, die Fassade der Kriegsbegeisterung aufrecht zu erhalten.

J.D. Vance in der Zwickmühle: Vizepräsident muss Donald Trump trotz Kriegsablehnung schmeicheln

Konkret ist es US-Vizepräsident J.D. Vance, der sich Vorwürfe gefallen lassen muss, sich insgeheim von Donald Trumps Iran-Krieg zu distanzieren. Dabei findet sich J.D. Vance allerdings in einer echten Zwickmühle wieder, denn die eigene Abneigung gegen das Kriegstreiben muss der Vizepräsident tunlichst so verpacken, ohne bei Donald Trump in Ungnade zu fallen. Ein echter Drahtseil-Akt, den auch politische Beobachter genau sezieren, wie bei "Raw Story" zu lesen ist.

Deutliche Zeichen vom Vizepräsident: Wie sehr steht J.D. Vance hinter Trumps Iran-Krieg?

Die Moderatoren des Podcasts "Pod Save the World", Tommy Vietor und Ben Rhodes, analysierten das Verhalten des Vizepräsidenten in einer aktuellen Episode. Bei einem seiner jüngst absolvierten öffentlichen Auftritt wirkte J.D. Vance sichtlich bemüht, sich vom Iran-Krieg der Trump-Administration zu distanzieren – allerdings ohne dabei den Präsidenten zu verprellen. Ihr Urteil fällt vernichtend aus: Der Vizepräsident versuche verzweifelt zu signalisieren, dass er den Krieg nicht voll unterstütze. Gleichzeitig trage er jedoch die volle Verantwortung für die Entscheidungen der Regierung mit.

J.D. Vance spielt ein doppeltes Spiel mit Ansage - und wird in Grund und Boden kritisiert

Vietor nimmt Vances Strategie scharf ins Visier. Der Vizepräsident bemühe sich nach Kräften zu signalisieren, dass er nicht vollständig hinter dem Krieg stehe. Doch diese Darstellung widerspreche den Fakten: Laut Berichten habe Vance den Präsidenten ermutigt, entschlossen vorzugehen. "Das funktioniert nicht, Kumpel", kommentierte Vietor trocken. Diese Haltung passt zu Vances früherer Rhetorik im Wahlkampf, wo er sich für eine zurückhaltende Außenpolitik aussprach – einschließlich einer Abkehr von der Unterstützung der Ukraine gegen russische Aggression. Doch öffentliche Kritik am Iran-Krieg vermeidet der Vizepräsident weiterhin konsequent.

Politische Identität von J.D. Vance zerfällt in Echtzeit laut Ex-Berater des US-Präsidenten

Ben Rhodes, ehemaliger Sicherheitsberater unter Präsident Obama, findet noch deutlichere Worte. Vances wechselhafte Position zum Iran-Krieg zeige, dass er "voller Mist" sei. Der Vizepräsident trage die volle Verantwortung für diesen Konflikt und werde niemals offen eingestehen können, dass er falsch lag – denn sein politisches Überleben hänge vollständig von Donald Trump ab. "Man beobachtet J.D. Vances Schwächung als politische Figur in Echtzeit", analysierte Rhodes im Podcast. Seine Identität funktioniere nicht ohne den Widerstand gegen Endloskriege – dieser Aspekt sei zentral für sein politisches Profil. "Die Luft entweicht rapide aus dem Ballon."

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