Politik

Donald Trump verliert die Geduld: US-Präsident droht Iran mit Knallhart-Ultimatum und "massiver Vergeltung"

Donald Trump droht mit der Zerstörung iranischer Kraftwerke, Teheran kontert mit der totalen Abriegelung der Straße von Hormus – und mitten im Chaos hoffen viele Iraner insgeheim auf den Sturz des Regimes. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Donald Trump stellt 48-Stunden-Ultimatum im Iran-Krieg
  • US-Präsident will Straße von Hrormus mit Vergeltungsdrohung befreien
  • Wie reagiert das Mullah-Regime auf Donald Trumps Drohgebärden?

Seitdem Donald Trump den Nahost-Konflikt mit US-Luftangriffen gegen Teheran Ende Februar eskalieren ließ, tobt der Iran-Krieg mit weltweit spürbaren Auswirkungen weiter. Besonders zugespitzt ist die Lage in der Straße von Hormus: Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Offensive liegt der Schiffsverkehr in der strategisch bedeutsamen Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman, die als Lebensader für den weltweiten Öl- und Flüssiggashandel gilt, praktisch still. Für Donald Trump ein Umstand, den es umgehend zu beseitigen gilt, weshalb sich der US-Präsident jetzt in unverhohlenen Drohungen ergeht.

Iran-Krieg aktuell: Donald Trump droht Iran-Regime und stellt 48-Stunden-Ultimatum

Das iranische Regime hatte wiederholt damit gedroht, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Amerikanische Kampfflugzeuge und Hubschrauber bombardieren nach Medienberichten verstärkt iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um die Wasserstraße freizukämpfen. In der Nacht zum Sonntag (22.03.2026) stellte "The Don" der iranischen Führung ein unmissverständliches 48-Stunden-Ultimatum: Teheran müsse die Blockade der Straße von Hormus vollständig aufheben – "ohne Drohungen", wie Trump auf seiner Plattform Truth Social schrieb.

Sollte das Regime nicht einlenken, kündigte der 79-Jährige massive Vergeltung an. Die USA würden iranische Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", drohte der Präsident.

Iran-Regime unbeeindruckt von Donald Trumps Ultimatum

Die iranische Führung reagierte auf Trumps Ultimatum mit einer scharfen Gegendrohung. Sollten die USA tatsächlich Kraftwerke angreifen, werde man die Straße von Hormus komplett abriegeln, verkündeten die Revolutionsgarden über den Staatssender Irib. Eine Wiedereröffnung der Meerenge werde es erst geben, wenn sämtliche zerstörten Energieanlagen wieder aufgebaut seien. Doch damit nicht genug: Teheran nahm auch die Verbündeten der USA am Persischen Golf ins Visier. Das Regime drohte damit, Energieinfrastruktur und Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten anzugreifen. Angesichts der extremen Wasserknappheit in der Region zählen diese Anlagen zur kritischen Versorgungsinfrastruktur. Die Machthaber in der Islamischen Republik geben sich trotz des militärischen Drucks demonstrativ trotzig. Experten sehen in der Blockade der wichtigen Seestraße den stärksten Trumpf des Regimes gegenüber den westlichen Mächten.

Iran-Krieg droht zu eskalieren: Börsenkurse stürzen ab, Ölpreis explodiert

Die drohende Eskalation versetzt die internationalen Finanzmärkte in Aufruhr. Zum Wochenauftakt brachen die asiatischen Leitindizes massiv ein: Der japanische Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi verloren zeitweise rund fünf Prozent ihres Wertes. In Hongkong sackte der Hang Seng um etwa 2,8 Prozent ab, während der chinesische CSI-300-Index zum Handelsstart 1,4 Prozent nachgab.

Noch dramatischer entwickelt sich der Ölpreis. Die Nordsee-Sorte Brent notierte bei etwa 112 US-Dollar pro Fass und damit deutlich über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Im Vergleich zum Preisniveau vor Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe entspricht das einem Anstieg von mehr als 50 Prozent. Um die Preisspirale zu bremsen, lockerte die US-Regierung kurz vor dem Ultimatum vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl. Verkauf und Lieferung von Rohöl auf Schiffen sind bis zum 19. April gestattet.

Bislang 1.500 Tote im Iran-Krieg - Bevölkerung hoff auf Regime-Sturz

In der iranischen Hauptstadt Teheran zeigt sich die Bevölkerung tief gespalten. Während die Menschen unter den Folgen des dreiwöchigen Konflikts leiden, unterstützen viele dennoch dessen Fortführung – in der Hoffnung auf ein Ende der islamistischen Herrschaft. "Das Land war wegen der westlichen Sanktionen schon arm, nach dem Krieg wird es noch ärmer", sagt der 33-jährige Taxifahrer und Student Karim der Deutsche Presse-Agentur (dpa) zufolge. Sein Fazit: lieber längere Kämpfe, wenn dadurch die Chance auf Veränderung bestehen bleibt.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums forderte der Krieg bislang 1.500 Todesopfer. Doch viele Iraner erinnern sich an die brutal niedergeschlagenen Proteste im Dezember und Januar. Offiziellen Zahlen zufolge starben damals über 3.000 Menschen innerhalb von nur 48 Stunden, westliche Quellen sprechen sogar von mehr als 30.000 Toten. "Natürlich trauern wir auch um die Kriegsopfer", erklärt die Studentin Athena. "Aber man darf nicht vergessen, dass die Ursache für diesen Krieg und seine Toten die brutale Ermordung der Demonstrierenden war."

Schah-Sohn will Donald Trump bremsen und fordert Schutz für zivile Infrastruktur

Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs, wandte sich zuletzt direkt an Trump. Auf der Plattform X forderte er den US-Präsidenten auf, seine Drohung zu überdenken und zivile Einrichtungen zu verschonen. Diese gehörten dem iranischen Volk und seien für den Wiederaufbau eines freien Landes unverzichtbar. "Das Regime muss demontiert werden, der Iran selbst aber geschützt bleiben", schrieb Pahlavi, der von monarchistischen Oppositionsgruppen als politischer Anführer betrachtet wird.

Unterdessen gehen die Kampfhandlungen in der Region weiter. Saudi-Arabien meldete am Abend des 22. März mehrere abgeschossene Drohnen über dem Osten des Landes. In Israel wurde mehrfach Raketenalarm ausgelöst, auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kam Beschuss. Seit Beginn der israelisch-US-amerikanischen Luftangriffe ist das Internet im gesamten Iran abgeschaltet – offenbar um die tatsächliche Stimmung in der Bevölkerung zu verbergen. Regimenahe Personen hätten jedoch weiterhin Zugang zum Netz, berichten Betroffene.

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/news.de/dpa/stg

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