Friedrich Merz: "Wollen keinen dritten Weltkrieg" - Bundeskanzler erzürnt mit Iran-Statement
Friedrich Merz sorgt mit einem Statement zum Militärschlag gegen den Iran für Wirbel. Bild: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Von news.de Redakteurin Anika Bube
02.03.2026 12.22
- Klare Position: Kanzler Merz unterstützt die Ziele der Militärschläge gegen den Iran.
- Politische Botschaft: Laut Bundesregierung soll ein politischer Neuanfang für die iranische Bevölkerung möglich werden.
- Heftige Debatte: In sozialen Netzwerken stößt die Erklärung auf Zustimmung und Kritik.
Die USA und Israel haben am Wochenende umfangreiche Angriffe auf den Iran gestartet. Die Bundesregierung veröffentlichte am Sonntag eine Videobotschaft in den sozialen Netzwerken von Bundeskanzler Friedrich Merz, in der er sich zur Militäroperation äußert. "Seit gestern Morgen gibt es massive militärische Schläge der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels gegen das Terrorregime der Mullahs im Iran", sagte der CDU-Politiker vor laufender Kamera. Im Zentrum der Offensive würde die Vernichtung der atomaren Kapazitäten sowie der Raketenproduktion des Landes stehen. Jedoch verfolgen die Angriffe nach Angaben des Kanzlers ein weiteres Ziel: Der iranischen Bevölkerung soll ein politischer Neuanfang ermöglicht werden. Millionen Menschen im Land sollen künftig in Frieden, Freiheit und unter demokratischen Verhältnissen leben können.
Friedrich Merz äußert sich zur Iran-Offensive: "Terrorregime" bedroht Israel und finanziert Putin-Krieg
Am Sonntag kam der Nationale Sicherheitsrat in Berlin zusammen, um die Entwicklungen im Nahen Osten zu beraten. Der Bundeskanzler bezog dabei unmissverständlich Stellung: Das Mullah-Regime unterdrücke seit Jahrzehnten das eigene Volk und gefährde die Existenz Israels. Merz machte deutlich, dass Deutschland und die USA gemeinsame Interessen verfolgten. Der Terror müsse enden, die nukleare und ballistische Aufrüstung gestoppt werden. Die Militärschläge zielten darauf ab, "das zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes zu beenden". Gleichzeitig räumte der Kanzler ein, dass diese Strategie nicht ohne Risiko sei. Deutschland wolle zu einer neuen Friedensordnung in der Region beitragen.
In einer anschließenden Videobotschaft wandte sich Merz direkt an die Menschen im Iran sowie an jene, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben. "Wir verstehen Sie, wir helfen, wo wir können", erklärte der Kanzler. Seine Hoffnung sei, dass das Land künftig selbst über seine politische Führung entscheiden könne. Der Regierungschef betonte zudem die Notwendigkeit, über die Zeit nach den Angriffen zu sprechen. Er stehe bereits im Austausch mit den amerikanischen und israelischen Partnern. Das gemeinsame Ziel sei eine Region, die zum Frieden findet und den Staat Israel schützt.
Kontroverse Debatte in den sozialen Medien
Die Reaktionen auf Merz' Stellungnahme fielen gespalten aus. Während einige Nutzer "Freiheit für Iran" forderten und iranische Stimmen dem Kanzler "große Wertschätzung" entgegenbrachten, übten andere scharfe Kritik. "Unglaublich, wie du Krieg versuchst schön zu reden", schrieb ein Instagram-Nutzer. Andere fragten nach dem Schicksal der Zivilbevölkerung.
Skeptische Stimmen zogen Parallelen zu früheren US-Interventionen: "Amerika bringt mal wieder ihre Demokratie in andere Länder – wie geht's Afghanistan?" Manche Nutzer äußerten Sorgen vor einer Eskalation: "Machst du so weiter gibt es Bürgerkrieg in Deutschland!!! Wir Bürger wollen keinen dritten Weltkrieg."
"Herr Merz, reden sie doch Klartext. Wie tief wird der arbeitenden Bevölkerung dieses Landes nun wieder in die Tasche gegriffen?", fragt ein Facebook-Nutzer. "Rente ab 80 damit wir Milliarden weiter ins Ausland schicken", ist in einem weiteren Kommentar zu lesen. "Es geht ständig nur um andere Länder, nur nicht um Deutschland. Außer wir sollen noch länger arbeiten", schimpft ein anderer Facebook-Nutzer.
Die Bundesregierung lässt die Vorwürfe nicht unkommentiert. "Die Geschehnisse im Nahen Osten betreffen uns auch hier im Land und ihr volles Ausmaß ist noch nicht abzusehen", heißt es in einem Kommentar. "Deshalb ist es wichtig, dass sich der Kanzler und die Bundesregierung dazu positionieren. Außenpolitik geht immer auch Hand in Hand mit unseren Wirtschaftsinteressen, unserer Sicherheit und unserer Souveränität auf der internationalen Bühne."
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