Annalena Baerbock: Hass-Welle nach Iran-Botschaft im Netz - "Eine Schande für Deutschland"
Annalena Baerbock wird im Netz für ihre Iran-Aussagen stark angefeindet. Bild: dpa/KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi
Von news.de-Redakteurin Ines Fedder
02.03.2026 11.10
- Annalena Baerbock sorgt mit X-Aussagen zum Iran-Krieg für Ärger
- Sie plädiert für eine friedliche Auseinandersetzung im Sinne der UN-Charta
- Hass-Kommentare nach relativierenden Aussagen - Ex-Außenministerin im Kreuzfeuer
- So reagiert das Netz auf Baerbocks X-Statement
Die Ausschreitungen im Iran veranlassten die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock in ihrer Funktion als Präsidentin der UN-Generalversammlung dazu, sich auf der Kurznachrichtenplattform X zu dem Geschehen im Nahen Osten zu äußern. Ihr umfassendes Statement sorgt allerdings für heftige Reaktionen bei der Netz-Gemeinde - und nicht nur da.
Annalena Baerbock verurteilt Eskalation im Nahen Osten
"Ich verurteile die äußerst gefährliche militärische Eskalation im Nahen Osten", beginnt Annalena Baerbock ihr gut durchdachtes Statement bei X. Die UN-Charta sei eindeutig. Alle Mitgliedsstaaten müssen ihre internationalen Streitigkeiten "friedlich" beilegen. Dabei dürfe der Weltfrieden, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden, mahnt die ehemalige Außenministerin, die alle Beteiligten auffordert, die Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit zu unterlassen.
Apell an die USA, Israel und den Iran
"Ich appelliere an die Vereinigten Staaten, Israel und den Iran, die Situation zu deeskalieren, die Nachbarländer nicht in diesen Konflikt hineinzuziehen und zur Diplomatie und zu Verhandlungen zurückzukehren", heißt es in dem Statement weiter, welches jedoch bei der Öffentlichkeit eher weniger Gehör im positiven Sinne findet.
Ganz im Gegenteil. In den Kommentaren stürzt man sich auf die UN-Vertreterin. Auch wegen ihrer relativierenden Aussagen bezüglich Irans Atomprogramms, welches laut Baerbock zwar angegangen werden muss, allerdings im "Einklang mit der UN-Charta und dem Völkerrecht".
"Sie ist eine Schande für Deutschland"
Die Reaktionen im Netz bleiben bei diesem Statement nicht aus. User:innen zeigen sich entrüstet über derlei Aussagen:
- "Ich schäme mich, dass die (vorherige) deutsche Regierung Sie in diese Lage gebracht hat. Sie sind eine Schande für Deutschland. In dieser Situation müssen wir uns klar an die Seite der USA, Israels und des iranischen Volkes stellen."
- "Wenn die UN-Charta tatsächlich „eindeutig" ist, dann sind auch das Verschwindenlassen von Personen, Folter, Hinrichtungen und die Tötung von Demonstranten Verstöße gegen den internationalen Frieden, die Sicherheit und die Gerechtigkeit.
Man kann sich nicht selektiv auf das Völkerrecht berufen und gleichzeitig jahrzehntelange Verbrechen gegen das iranische Volk ignorieren." - "Diese Aussage ist moralisch nicht zu rechtfertigen. In einem Moment, in dem das iranische Volk für seine Freiheit von einer mörderischen Theokratie kämpft – und in vielen Fällen stirbt –, entscheiden Sie sich dafür, die Grenzen zwischen Unterdrücker und Unterdrückten zu verwischen. (...)"
- "Es beweist einmal mehr ein erschreckendes Maß an Ignoranz – und eine noch erschreckendere Gleichgültigkeit gegenüber dem iranischen Volk."
- "Sie sind und bleiben eine absolute Schande für die UNO und insbesondere für Deutschland. Es ist kein Krieg gegen den Iran, sondern ein Krieg gegen das Terrorregime der Mullahs."
- "Zu 'Deeskalation' aufzurufen und gleichzeitig ein Regime zu ignorieren, das Krieg gegen das eigene Volk führt, ist keine Neutralität. Es ist Mittäterschaft."
- "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Irans Unterstützung des internationalen Terrorismus weder mit der UN-Charta noch mit dem Völkerrecht vereinbar war. Welche Folgen hatte das bisher?"
- "Liebe Annalena Baerbock, Es ist beeindruckend, wie Ehrgeiz und der Wunsch, den UN-Vorsitz zu behalten, einen Menschen verändern können. Für die meisten Deutschen hat sie mit ihrer Heuchelei längst alle Brücken hinter sich abgebrochen. Sie hat kein Rückgrat."
Während die User im Netz Annalena Baerbock Rückradlosigkeit und Blindheit gegenüber der Geschehnisse vorwerfen, ist das Medien-Echo ein ähnliches. In einem Kommentar der "Focus"-Autorin Tanit Koch wird Annalena Baerbock als "Diplo-Influencerin" bezeichnet, die den Ernst und die Realität verkennt. Ähnlich wie die X-User:innen geht sie mit der UN-Vertreterin hart ins Gericht.
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