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Donald Trump feiert Ali-Chamenei-Tod: Nachfolge-Lösung nach Ajatollah-Eliminierung im Iran gefunden

Iranische Staatsmedien haben den Tod von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei bestätigt. Bild: picture alliance/dpa/Office of the Iranian Supreme Leader/AP | Uncredited

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  • Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei bei Militärschlag im Iran getötet
  • Ära im Iran endet mit Tod von Ober-Mullah - wie geht es nach Chamenei weiter?
  • Experte zeigt drei mögliche Szenarien für iranische Zukunft auf

Der gemeinsame Luftangriff Israels und der USA auf den Iran hat folgenreiche Konsequenzen für das Mullah-Regime: Der Iran reagierte mit Gegenangriffen, feuerte Raketen in Richtung Israel und attackierte amerikanische Stellungen sowie Verbündete der USA in der Region. Gleichzeitig bombardierte die israelische Luftwaffe weiterhin Ziele im Iran, darunter Abschussrampen für ballistische Raketen und Luftabwehrsysteme. Inzwischen ist klar: Bei dem Bombardement am 28. Februar 2026 wurde Ajatollah Ali Chamenei wurde in Teheran getötet. Die Revolutionsgarden der Islamischen Republik reagierten mit massiven Drohungen.

"In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen", erklärte die Elitestreitmacht in einer Pressemitteilung. Die iranische Regierung ordnete 40 Tage öffentliche Trauer sowie sieben Feiertage an. Chamenei war 1989 als Nachfolger des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini zum Obersten Führer ernannt worden. Laut Verfassung war er damit Staatsoberhaupt, und er hatte das letzte Wort in allen strategischen Fragen. Für seine Anhänger war er eine heilige Figur, für seine Gegner ein Diktator. Mit dem Tod des 86-Jährigen endet eine Epoche, die auf islamischen Prinzipien beruhte.

Neuanfang im Iran: Wer folgt dem getöteten Ajatollah Ali Chamenei nach?

Nach dem Tod Chameneis soll ein provisorischer Rat die Staatsgeschäfte führen. Laut Mohammed Mochber, einem Berater des getöteten Religionsführers, übernehmen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie ein Vertreter des Wächterrats gemeinsam die Verantwortung. Die iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Irna bestätigten diese Regelung. Das Trio soll die Aufgaben des obersten Führers wahrnehmen, bis der Expertenrat einen Nachfolger bestimmt. Dieses Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen ist laut Verfassung verpflichtet, umgehend einen neuen Religionsführer zu benennen.

Wer Chamenei dauerhaft nachfolgen könnte, bleibt offen. Der verstorbene Ajatollah hatte sich öffentlich nie zu einem Wunschnachfolger geäußert. Immer wieder wurde sein Sohn Modschtaba als möglicher Kandidat genannt, der bislang jedoch kaum öffentlich in Erscheinung trat. Mitten im Krieg dürfte die Neuordnung der Machtverhältnisse den Staatsapparat vor erhebliche Schwierigkeiten stellen.

Iran-Konflikt eskaliert nach Eliminierung von Ajatollah Chamenei: Experte skizziert drei Szenarien für den Konfliktverlauf

Sicherheitsexperte Peter Neumann vom King's College London sieht der "Bild" zufolge den Nahen Osten vor einem "militärischen Schachspiel". Die Eliminierung der Regime-Spitze verändere die Lage grundlegend und könne verschiedene Entwicklungen auslösen.

Im ersten Szenario wurde US-Präsident Donald Trump den Krieg für wenige Tage führen und sich dann zurückziehen – mit dem Argument, die Voraussetzungen für einen Regimewechsel geschaffen zu haben. Neumann zufolge wäre dies ganz im Sinne des US-Präsidenten und für Trump "das positivste Szenario".

Militärexperten haben mehrere Szenarien geschildert, wie es nach dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei im Iran weitergehen könnte - nicht jede Option wäre im Sinne Donald Trumps. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

Das zweite Szenario beschreibt einen internen Putsch, den Neumann "nicht für ausgeschlossen" hält: Eine andere Fraktion der Revolutionsgarden könnte das Machtvakuum nutzen und die Kontrolle übernehmen, "wenn die Führung des Landes total destabilisiert ist". Die größte Gefahr birgt laut Neumann jedoch das dritte Szenario: Sollte der Iran amerikanische Soldaten bei Angriffen auf US-Stützpunkte töten, geriete Trump unter massiven Druck. Er müsste dann möglicherweise tiefer in den Konflikt einsteigen als ursprünglich geplant, da eine Situation geschaffen werde, "die für ihn politisch sehr, sehr schwer zu ertragen ist". Der US-Präsident sei dann zur weiteren Eskalation gezwungen, "weil er das nicht auf sich sitzen lassen kann, dass die Iraner amerikanische Soldaten töten", legt sich der Experte fest.

Iran kündigt Vergeltung an: Erste Todesopfer nach Rache-Angriffen in Israel und Bahrain

Die iranischen Vergeltungsschläge forderten bereits erste Opfer. In Tel Aviv schlug eine Rakete in einem Wohngebäude ein und tötete eine Frau. Dutzende weitere Menschen erlitten Verletzungen. Auch die Golfstaaten gerieten ins Visier Teherans. Der internationale Flughafen in Bahrain, wo sich das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten befindet, wurde von Drohnen attackiert. Das bahrainische Innenministerium meldete Sachschäden. Zuvor hatten bereits die Flughäfen in Abu Dhabi und Dubai Einschläge verzeichnet. In Dubai beschädigte Raketenbeschuss eine Hotelanlage. Der Iran feuerte ballistische Raketen und Drohnen auf insgesamt mehrere Staaten, darunter auch Saudi-Arabien. Teilweise zielten die Angriffe direkt auf amerikanische Militärstützpunkte. Mehrere arabische Länder verurteilten die iranischen Gegenschläge scharf.

Ajatollah Ali Chamenei getötet: Jubel in Teheran, Machtansprüche aus dem Exil

US-Präsident Donald Trump verkündete den Tod Chameneis noch vor den iranischen Staatsmedien. "Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot", schrieb er auf Truth Social. Dies sei die "größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern".

In der iranischen Hauptstadt brach nach Bekanntwerden der Todesnachricht spontaner Jubel aus. Bewohner berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Auf den Straßen ertönten Hupkonzerte. Die Meldung hatte sich über iranische Exilmedien verbreitet, die per Satellit empfangbar sind. Aus Washington meldete sich der Sohn des 1979 gestürzten Schahs zu Wort. Reza Pahlavi bot sich in der "Washington Post" als Übergangsführer an. Er wolle den Weg zu einer neuen Verfassung und freien Wahlen ebnen. Ein demokratischer Iran würde Israel "sofort anerkennen", stellte er in Aussicht.

Sondersitzung nach Chamenei-Tod einberufen - Trump will Bombardierungen bis zum bitteren Ende fortsetzen

Auf Antrag Russlands kommt am 2. März in Wien die Internationale Atomenergiebehörde zu einer Sondersitzung zusammen. Zuvor hatte bereits der Iran eine solche Sitzung gefordert und auf die Bedrohung seiner nuklearen Einrichtungen verwiesen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rechtfertigte die Angriffe mit dem Schutz vor einer existenziellen Gefahr. Das iranische Atom- und Raketenprogramm dürfe nicht zur Bedrohung für die gesamte Menschheit werden, erklärte er. Dnnald Trump seinerseits kündigte an, die Bombardierungen fortzusetzen, bis Frieden in der Region und weltweit einkehre. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die am 28. Februar gestartete Operation als "tödlichsten, komplexesten und präzisesten Lufteinsatz der Geschichte". Noch am Donnerstag (26.02.2026) hatten beide Seiten indirekt über das iranische Atomprogramm verhandelt. Trump hatte Teheran ein Ultimatum bis Anfang März gesetzt.

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/news.de/dpa/stg

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