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Ukraine-Krieg aktuell: Demütigung für Putin - Brand nach Angriff auf russische Raketenfabrik

Die Ukraine vermeldet einen erfolgreichen Schlag gegen Wladimir Putins Rüstungsindustrie. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Wjatscheslaw Prokofjew

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  • Ukraine greift russische Raketenfabrik in Udmurtien mit Marschflugkörpern an
  • Es soll mindestens elf Verletzte gegeben haben
  • Unter anderem werden in dem getroffenen Werk Oreschnik-Hyperschallraketen produziert

Im Ukraine-Krieg musste die russische Armee aktuellen Berichten zufolge zuletzt schwere Rückschläge verkraften. Kiews Truppen eroberten demnach innerhalb kurzer Zeit zahlreiche besetzte Gebiete zurück. Der Nachschub für Putins Truppen wird ebenfalls weiterhin ins Visier genommen. Denn nun gab es offenbar den nächsten erfolgreichen Angriff auf eine russische Raketenfabrik.

Ukraine-Krieg aktuell: Angriff auf Raketenfabrik in russischer Republik Udmurtien

Den bedeutenden Schlag gegen Putins Rüstungsindustrie bestätigte die Ukraine am Samstag. Er fand in der StadtWotkinsk in der russischen Teilrepublik Udmurtien statt. Nach Angaben des regionalen Gesundheitsministers Sergej Bagin auf Telegram wurden beim Angriff auf die Waffenfabrik mindestens elf Menschen verletzt, drei davon mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Schlag gegen Wladimir Putins Rüstungsindustrie: Oreschnik-Raketen im Visier

Für die Attacke setzte Kiew Marschflugkörper vom Typ Flamingo ein, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Das Werk in Wotkinsk, etwa 50 Kilometer nordöstlich der Regionalhauptstadt Ischewsk gelegen, gilt als zentrale Produktionsstätte für einige der gefährlichsten Waffen im russischen Arsenal.Dort sollen Iskander-Kurzstreckenraketen, Kinschal-Hyperschallraketen sowie die neuartigen Oreschnik-Mittelstreckenraketen gefertigt werden. Auch strategische Interkontinentalraketen vom Typ Topol-M entstehen in dieser Anlage. Sämtliche dieser Waffensysteme sind nuklearfähig.

Videos von Brand in Udmurtien veröffentlicht

Das Ziel lag rund 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Anwohner dokumentierten in sozialen Netzwerken einen Brand und Zerstörungen nach dem Einschlag. Der Republikchef von Udmurtien, Alexander Bretschalow, bestätigte Schäden und Verletzte an "einem der Objekte", sprach allerdings nur von Drohnenangriffen – die Marschflugkörper erwähnte er nicht. Am Flughafen der Hauptstadt Ischewsk wurden wegen Luftalarms vorübergehend alle Flüge eingestellt. Das russische Verteidigungsministerium behauptete zwar, fünf Flamingo-Marschflugkörper und über 170 Drohnen abgefangen zu haben, machte jedoch keine Angaben zu Schäden oder den genauen Orten.

In russischen Militärkanälen löste der Vorfall laut "Daily Express" scharfe Kritik aus. Der Kanal "2 Majors" fragte: "Wie konnte irgendetwas mehr als 1.400 km über unser Land fliegen und dabei alle Stellungen der Luftverteidigung umgehen?"

Ukraine greift auch Ziele auf der Krim an

Parallel zur Attacke auf Udmurtien griff Kiew nach Angaben des Generalstabs auch Ziele auf der seit 2014 annektierten Krim an. Dort standen Wachschiffe und Flugzeuge im Visier. Das genaue Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt, hieß es. Der Zeitpunkt des Angriffs fällt in eine besondere Phase des Konflikts: Am kommenden Dienstag, dem 24. Februar, jährt sich der Beginn der russischen Invasion zum vierten Mal.

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/news.de/dpa/stg

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