Krieg mit Putin in 5 Jahren?: Nato bereitet sich auf "totalen Krieg" vor – Soldaten trainieren Grabenkampf
Die Nato bereitet sich auf einen möglichen Krieg mit Wladimir Putin vor. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kreml/AP | Vyacheslav Prokofyev
Erstellt von Anika Bube
07.02.2026 12.51
- Nato trainiert an Estlands Ostgrenze bereits den Ernstfall gegen Russland
- Ex-Nato-Kommandeure warnen vor "totalem Krieg" mit extremer Brutalität
- Im Baltikum könnten Nato-Staaten wochenlang ohne Verstärkung kämpfen müssen
Eine neue Dokumentation des britischen Senders Channel 4 gewährt Einblicke in die Kriegsvorbereitungen der Nato an ihrer verwundbarsten Flanke. Kamerateams begleiteten britische, französische und estnische Soldaten bei Übungen direkt an der Ostgrenze Estlands zu Russland. Die Aufnahmen zeigen etwa 30 Soldaten, die sich durch ein Grabensystem bewegen – ähnliche Stellungen könnten bald das gesamte Grenzgebiet durchziehen. Neben den Schützengräben trainieren die Truppen auch Waldüberfälle und führen Schießübungen mit scharfer Munition durch.
Die Dokumentation "Frontline: Our Soldiers Facing Putin" stellt Parallelen zur aktuellen Lage in der Ukraine her. Aufnahmen von Grabenkämpfen entlang der 400 Kilometer langen Frontlinie im Donbass erinnern laut dem Bericht an Szenen aus dem Ersten Weltkrieg. Militärplaner gehen davon aus, dass genau dieses Terrain zum ersten Schlachtfeld eines möglichen Konflikts mit Moskau werden könnte.
"Totaler Krieg" mit Russland: Ex-Nato-Kommandeur warnt vor beispielloser Brutalität
General Sir Richard Shirreff, ehemaliger stellvertretender Oberbefehlshaber der Nato in Europa, zeichnet in der Dokumentation ein düsteres Bild künftiger Auseinandersetzungen. "Es geht darum, die Infanterie mit dem Bajonett heranzuführen, um den Feind zu töten – genauso wie es die Römer taten. So brutal ist das", erklärt er. Der General betont, dass moderne Kriegsführung trotz aller Technologie nach wie vor den direkten Kampf Mann gegen Mann erfordere. "Das ist totaler Krieg, ein Krieg von absoluter, äußerster Brutalität. Kriegsführung in einem Ausmaß, wie es Europa seit 1945 nicht mehr erlebt hat", warnt Shirreff. Die Dokumentation untermauert diese Einschätzung mit Aufnahmen aus der Ukraine. Die dortigen Grabenkämpfe im Donbass gleichen Szenen, wie sie zuletzt im Ersten Weltkrieg zu beobachten waren. Ein Nato-Soldat erklärt, die Truppen würden Gelände und Bedingungen in den baltischen Staaten studieren, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.
Zwei Wochen ohne Verstärkung – Nato-Achillesferse im Baltikum
Die Dokumentation offenbart eine beunruhigende Schwachstelle der Allianz: In Estland sind derzeit nicht genügend Truppen stationiert, um einen russischen Angriff abzuwehren. Generalleutnant Ben Hodges, ehemaliger Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa, macht das Ausmaß des Problems deutlich: "Ich würde schätzen, dass es mindestens ein paar Wochen dauern könnte, bis externe Kräfte nach Estland gelangen – abhängig davon, wie viel Vorwarnung wir hatten." Im Ernstfall müssten estnische Verteidiger also bis zu 14 Tage ohne zusätzliche Unterstützung auskommen. Um diese Lücke zu schließen, baut die Nato ihre neue Allied Reaction Force (ARF) auf. Diese schnelle Eingreiftruppe aus Land-, See- und Luftstreitkräften soll innerhalb kürzester Zeit Tausende Soldaten an jede bedrohte Nato-Grenze verlegen können. Die Dokumentation begleitet einen 3.200 Kilometer langen Einsatz der ARF von Großbritannien bis zur ukrainischen Grenze.
Fünf Jahre bis zum möglichen Angriff von Wladimir Putin
Nato-Chef Mark Rutte warnte bereits, dass Russland innerhalb von fünf Jahren ein Bündnismitglied attackieren könnte. General Sir Richard Shirreff unterstreicht diese Einschätzung: "Wir müssen uns auf den Krieg vorbereiten, um den Frieden zu bewahren. Das ist Abschreckung." General Peter Scott, stellvertretender Kommandeur des Nato-Kommandos Neapel, äußert sich in der Dokumentation ebenfalls besorgt: "Wir haben gesehen, was in der Ukraine passiert ist. Und wir müssen auf weitere Vorstöße Russlands in anderes Nato-Gebiet vorbereitet sein." Putin wolle seine Ziele erreichen und Territorium gewinnen, das er als rechtmäßig sein betrachte.
Die Allianz reagiert mit verstärkter Truppenpräsenz in allen an Russland grenzenden Mitgliedsstaaten. "Diese Bedrohung ist sehr real und wir müssen sie ernst nehmen", betont Scott. Die Dokumentation zeigt zudem, wie multinationale Besatzungen der AWACS-Überwachungsflotte rund um die Uhr russische Flugzeuge, Truppenbewegungen und Drohnenaktivitäten beobachten.
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