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Wladimir Putin gedemütigt: Untergrund-Widerstandsgruppe macht Kreml-Chef das Leben zur Hölle

Kummer für Wladimir Putin: Eine von Krimtataren gegründete Untergrundgruppe namens "Atesh" zerlegt systematisch Russlands Kriegsmaschinerie von innen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Metzel

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  • Wladimir Putin von Rückschlägen durch Untergrund-Widerstandskämpfern gedemütigt
  • Sabotage am laufenden Band - Gruppe "Atesh" attackiert Putins Militär-Infrastruktur
  • Widerstandsgruppe will Maulwürfe im Kreml platziert haben

Knapp vier Monate sind ins Land gegangen, seitdem Wladimir Putin seinen als "militärische Spezialoperation" getarnten Angriffskrieg auf die Ukraine begann. Seitdem sorgt nicht nur das ukrainische Militär dafür, dass der Kreml-Chef sein ursprüngliches Kriegsziel nicht erreicht - auch eine Untergrund-Widerstandsgruppe namens Atesh sorgt für wachsende Unruhe in den von Russland kontrollierten Gebieten.

Untergrund-Widerstandskämpfer machen Wladimir Putin im Ukraine-Krieg das Leben schwer

Die Organisation wurde im September 2022 von Krimtataren ins Leben gerufen und hat sich seitdem zur aktivsten Sabotagegruppe entwickelt, wie im britischen "Daily Express" zu lesen ist. Nach Angaben des Armed Conflict Location and Event Data (ACLED) gehen mehr als 50 Prozent aller Sabotageakte in den russisch besetzten ukrainischen Territorien im Jahr 2025 auf das Konto von Atesh. Der Name bedeutet in der krimtatarischen Sprache "Feuer".

Die Bewegung besteht hauptsächlich aus Angehörigen der turkischen Minderheit, die seit langem gegen die russische Herrschaft kämpft. Laut einem Sprecher der Gruppe gehören mittlerweile auch Ukrainer sowie einige Russen und Belarussen zu den Mitgliedern. Auf Telegram folgen der Organisation rund 52.000 Menschen.

Atesh-Gruppe verübt gezielte Angriffe auf Nervenzentren der russischen Kriegslogistik

Die Saboteure von Atesh konzentrieren sich gezielt auf neuralgische Punkte der russischen Militärinfrastruktur. Zu ihren bevorzugten Zielen gehören Versorgungszüge, Kommandozentralen, Brücken sowie Munitionslager. "Atesh trifft präzise die Schwachstellen im Stromnetz des Feindes und lähmt dessen Hinterland", teilte die Gruppe ihren Telegram-Anhängern mit. Dutzende Operationen fanden laut "Al Jazeera" direkt auf russischem Staatsgebiet statt. Darunter ein Brandanschlag auf eine Lokomotive in Rostow sowie die Zerstörung eines Kommunikationsturms einer Luftabwehrfabrik südlich von Moskau.

Experten zufolge zwingen solche Aktionen Russland dazu, erhebliche Ressourcen für Reparaturen, Sicherheitsmaßnahmen und lokale Polizeiarbeit abzustellen. Die Widerstandskämpfer setzen dabei auch tödliche Gewalt ein.

Untergrund-Widerstandgruppe will Maulwürfe in Putins Sicherheitsapparat platziert haben

Die Widerstandsgruppe behauptet, über ein Netzwerk von Informanten in den russischen Streitkräften, der Nationalgarde und sogar in Geheimdiensten zu verfügen. Diese Insider liefern nach eigenen Angaben wertvolle Informationen über Truppenbewegungen und Vorgänge in geheimen Kommandozentralen. "Einige tun dies aus ideologischen Gründen, weil sie die Kriminalität des Krieges erkannt haben, andere aus Sorge um die Zukunft ihrer Familien, da sie den unvermeidlichen Zusammenbruch des Regimes erkennen", erklärte ein Sprecher gegenüber "Al Jazeera".

Um sich vor Unterwanderung durch den russischen Inlandsgeheimdienst FSB zu schützen, setzt Atesh auf fortschrittliche Verschlüsselungsmethoden. Alle Mitglieder werden zudem in digitaler Sicherheit geschult. Ein System zur Datenverifizierung und Gegenprüfung ermögliche es, eingeschleuste Provokateure schnell zu identifizieren.

Jahrhunderte der Unterdrückung prägen den Widerstand ind er "Atesh"-Gruppe

Die Krimtataren sind ein turkisches Volk, das seit Jahrhunderten auf der Halbinsel Krim beheimatet ist. Ihre Geschichte ist von anhaltender Repression durch Russland gekennzeichnet, die bereits mit der Eroberung durch das Zarenreich im 18. Jahrhundert begann. Das größte Trauma erlitt die Bevölkerung im Jahr 1944, als Josef Stalin die komplette Deportation nach Zentralasien anordnete. Der sowjetische Diktator warf den Krimtataren Illoyalität vor, obwohl viele von ihnen in der Roten Armee gedient hatten. Die Menschen wurden mit kaum Vorbereitungszeit in Züge gepfercht. Bis zu ein Drittel der Deportierten überlebte die Reise nicht. Die moderne Ukraine erkennt diese Massenvertreibung offiziell als Völkermord an.

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