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Jewgeni Prigoschin: "Wo, verdammte Sch****, ist die Munition?" Wagner-Chef rastet komplett aus

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin verliert in einem neuen Video aus dem Ukraine-Krieg komplett die Kontrolle. Bild: picture alliance/dpa/AP | Uncredited

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Jewgeni Prigoschin hat die Militärführung in Moskau bereits in den vergangenen Wochen immer wieder heftig kritisiert. Der Chef der Söldnergruppe Wagner forderte unter anderem mehr Munition für seine Kämpfer in der Ukraine. In einem am Freitag veröffentlichen Video dreht der 61-Jährige jetzt komplett durch.

Jewgeni Prigoschin rastet wegen Munitionsmangel im Ukraine-Krieg aus

In dem Clip, der von vielen Twitter-Nutzern verbreitet wird, steht Jewgeni Prigoschin zunächst in der Nacht vor zahlreichen aufgereihten Leichen auf einer Wiese. Dann sagt der sichtlich aufgebrachte Wagner-Chef: "Das sind Wagner-Kämpfer, die heute getötet wurden. Das Blut ist noch frisch." Anschließend rastet Prigoschin völlig aus. "Nun hör mir zu! Verdammter Mist! Das sind die Väter von jemandem und die Söhne von jemandem." Mit üblen Schimpfworten droht er denjenigen, die seiner Truppe keine Munition zur Verfügung stellen, sie würden "ihre Waffen in der Hölle fressen".

Wagner-Chef beleidigt Russlands Miltärführung um Sergej Schoigu und Waleri Gerassimow

Dann wendet er sich direkt an Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow und schreit in die Kamera: "Schoigu, Gerassimow, wo, verdammte Scheiße, ist die Munition?" Er zeigt erneut auf die Leichen und setzt seine Beleidigungen fort: "Ihr Biester, ihr sitzt in teuren Clubs, eure Kinder haben Spaß am Leben und nehmen Youtube-Clips auf. Ihr denkt, ihr seid die Herren dieses Lebens und habt das Recht, über ihr Leben (der Wagner-Soldaten, Anm. d. Red.) zu bestimmen." Hätte seine Truppe ausreichend Munition, wären die Todeszahlen fünf Mal niedriger, behauptete er. Zum Abschluss macht er noch einmal darauf aufmerksam, dass die Wagner-Kämpfer als Freiwillige in den Krieg zogen und für Schoigu, Gerassimow und Co. starben.

Warnung: Der eingebette Link enthält Darstellungen von toten Menschen, die verstörend sein können. Sollten sie sensibel sein, schauen Sie sich das Video nicht an.

Jewgeni Prigoschin droht mit Abzug aus Bachmut am 10. Mai

Jewgeni Prigoschins Wagner-Söldner kämpfen derzeit vor allem um die Stadt Bachmut. Dabei erleiden sie schwere Verluste. Deshalb treten immer häufiger Machtkämpfe zwischen dem Wagner-Chef und Russlands regulärer Armee zutage. Mehrfach schon kritisierte Prigoschin, dass seine Männer nicht ausreichend versorgt würden. Jetzt drohte er mit einem Abzug aus Bachmut in wenigen Tagen. "Ohne Munition werden meine Jungs keine unnötig hohen Verluste tragen. Darum ziehen wir uns ab dem 10. Mai 2023 aus der Ortschaft Bachmut zurück", sagte Prigoschin in einem Freitag auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Video. Zugleich schrieb er: "Wenn Russland in Gefahr sein wird, werden wir erneut zur Verteidigung kommen."

Am Donnerstag berichteten nationalistische russische Militärblogger zudem, der kürzlich als Vize-Verteidigungsminister entlassene Michail Misinzew sei zum stellvertretenden Kommandeur der Wagner-Truppe ernannt worden. Offiziell bestätigt wurde das aber bislang nicht.

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/rad/news.de/dpa

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