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Tödlicher Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Seuchenschiff darf nicht anlegen - Kanaren-Regierungschef macht dicht

Gesundheitspersonal verlässt die unter niederländischer Flagge fahrende MV Hondius. Bild: dpa/AP/Qasem Elhato

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  • Nach Hantavirus-Ausbruch - Kreuzfahrtschiff nimmt Kurs auf die Kanaren
  • Spanische Regierung untersagt das Einlaufen der MV Hondius auf den Kanaren
  • Evakuierung durch Spezialflugzeug geplant
  • 3 Todesfälle - WHO sucht nach Kontaktpersonen

Nach tagelangem Ausharren vor der Küste Kap Verdes sollte es für die Passagiere der MV Hondius endlich Entlastung geben. Das "Seuchenschiff" sollte eigentlich Kurs auf die Kanaren nehmen und dort einlaufen. Doch es gibt Probleme.

Wie unter anderem der "Focus" aktuell berichtet, verweigert der spanische RegierungschefFernando Clavijo offenbar das Einlaufen der MV Hondius. Das Schiff, auf dem es bisher zu drei Todesfällen gekommen war, stellt offenbar eine Bedrohhung dar. "Uns wurden auch nicht genügend Informationen zur Verfügung gestellt, um Ruhe zu bewahren und die Sicherheit der Bevölkerung auf den Kanarischen Inseln zu gewährleisten", erklärte der spanische Regierungschef. 

Nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff - Anlege-Erlaubnis nun doch erteilt

Zuvor hieß es noch, dass die Kanaren das Einlaufen des Schiffes eines Hafens auf den kanarischen Inseln erlaubt hätte.

Die Entscheidung fiel laut "Süddeutscher Zeitung" demnach in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU unter Berücksichtigung internationaler Rechtsvorschriften und humanitärer Grundsätze.

Bisher drei Todesopfer nach Virus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff MV Hondius

Bislang forderte der Ausbruch des Hantarvirus auf dem betroffenen Kreuzfahrtschiff drei Todesopfer. Unter den Verstorbenen befindet sich auch ein deutscher Passagier, der am 2. Mai an Bord verstarb. Sein Testergebnis auf das Hantavirus steht noch aus. Derzeit befinden sich 149 Menschen aus 23 verschiedenen Ländern auf dem Expeditionsschiff.

Wie geht es aktuell weiter? Evakuierung per Spezialflugzeug für heute geplant

Noch am heutigen Mittwoch sollen drei Personen von der MV Hondius ausgeflogen werden. Die Reederei Oceanwide Expeditions teilte mit, dass die Evakuierung "aller Wahrscheinlichkeit nach" heute stattfinden werde. Dabei handelt es sich um zwei erkrankte Besatzungsmitglieder – einen Niederländer und einen Briten – sowie eine Person, die Kontakt zum verstorbenen deutschen Passagier hatte.

Erkrankte sollen mit Spezialflugzeugen evakuiert werden

Das niederländische Außenministerium kündigte an, die drei Betroffenen "so schnell wie möglich" vom Schiff zu holen. Für den Einsatz kommen zwei Spezialflugzeuge zum Einsatz, die mit der erforderlichen medizinischen Ausrüstung und geschultem Fachpersonal ausgestattet sind. Der Leichnam der deutschen Frau befindet sich laut Reederei weiterhin an Bord des Schiffes.

Wie gefährlich ist das Hantavirus wirklich? Übertragung von Mensch zu Mensch?

Die Weltgesundheitsorganisation zählt mittlerweile sieben bestätigte oder vermutete Hantavirus-Infektionen im Zusammenhang mit dem Ausbruch. Zwei Fälle wurden durch Labortests nachgewiesen, bei fünf weiteren Personen besteht ein begründeter Verdacht.

Experten befürchten, dass es sich um den Andes-Hantavirus handeln könnte. Dieser Virusstamm kommt in Argentinien vor – dem Land, von dem die MV Hondius am 20. März ihre Reise startete. Der amerikanische Arzt Zaid Fadul warnte gegenüber der "New York Post" vor den besonderen Gefahren: Der Andes-Stamm weist eine Sterblichkeitsrate von fast 40 Prozent auf und kann im Gegensatz zu anderen Hantavirus-Varianten von Mensch zu Mensch übertragen werden. Auf dem nur 107 Meter langen Schiff könnte sich die Lage dadurch schnell verschärfen.

149 Menschen in ständiger Angst auf engem Raum

Die Passagiere und Besatzungsmitglieder harren unter extremen Bedingungen aus. Auf dem 107 Meter langen Expeditionsschiff befinden sich 149 Personen aus 23 verschiedenen Nationen. Das Schiff bietet Platz für bis zu 170 Passagiere in 80 Kabinen, normalerweise begleitet von 57 Crew-Mitgliedern und einem einzigen Arzt.

Die Reederei hat die höchsten Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen aktiviert. Dazu gehören strikte Isolationsmaßnahmen, umfassende Hygieneprotokolle sowie eine kontinuierliche medizinische Überwachung aller Personen an Bord. Zwei Besatzungsmitglieder zeigen weiterhin akute Atemwegssymptome – eines mit leichtem, eines mit schwerem Verlauf. Beide benötigen dringend medizinische Versorgung, die an Bord nur eingeschränkt möglich ist.

Drei Todesfälle innerhalb weniger Wochen

Der erste Todesfall ereignete sich am 11. April: Ein 70-jähriger Niederländer wurde auf der Insel St. Helena von Bord gebracht und verstarb dort. Seine 69-jährige Ehefrau begleitete ihn und flog einen Tag später mit Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung nach Johannesburg. Während des Fluges verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch – sie starb am folgenden Tag im Krankenhaus. Labortests bestätigten später eine Hantavirus-Infektion.

WHO sucht mögliche Kontaktpersonen

Am 2. Mai kam dann der deutsche Passagier an Bord ums Leben. Die WHO ruft nun Mitreisende des Fluges von St. Helena nach Johannesburg Ende April auf, sich zu melden. Die verstorbene Niederländerin war während des Fluges möglicherweise bereits ansteckend gewesen.

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