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Unwetter-Alarm in Deutschland: Starkregen, Blitz-Horror und Co.! Darum werden Gewitter immer extremer

Werden Gewitter in Deutschland immer heftiger? Bild: AdobeStock / JSirlin

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Gewaltige Regenmengen, Sturmböen und ungewöhnlich heftige Gewitter sorgten in vielen Regionen Deutschlands an den vergangenen Tagen für Ausnahmezustand. Laut Experten drohen der Bundesrepublik derartige Unwetter-Szenarien in Zukunft wohl noch häufiger.

Unwetter-Alarm über Deutschland: Experte erklärt, warum Gewitter immer stärker werden

"In den vergangenen Jahren haben die Unwetter an Intensität gewonnen. Die Gewitterzellen sind stärker, energiegeladener und bilden sich häufiger als früher", sagte Meteorologe Karsten Brandt von "donnerwetter.de" gegenüber der "Bild". Schuld daran sei das sich verändernde Klima. "Durch die steigenden Durchschnittstemperaturen bekommen wir immer mehr subtropisches Klima. Schon eine Temperaturerhöhung von zwei Grad sorgt für zehn bis maximal fünfzehn Prozent mehr Regen, da wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann."

Und Tatsache, die Sommer in Deutschland werden immer wärmer. Die mittlere Temperatur im Sommer lag zwischen 1970 und 1980 bei maximal bei 17,6 Grad. In den vergangenen fünf Jahren stieg dieser Wert dreimal auf mehr als 19,2 Grad. Der Juli 2023 war lautDeutschen Wetterdienst (DWD) "deutlich wärmer, nasser und etwas sonnenscheinreicher als die vieljährigen Monatsmittelwerte". Demnach wurde im Gebietsmittel von Deutschland eine monatliche Niederschlagshöhe von 97 Millimeter gemessen. "Das sind 9,8 Millimeter bzw. 11,2 Prozent mehr als im Mittel des Zeitraums 1991-2020 und 19,4 Millimeter bzw. 25 Prozent mehr als in der Referenzperiode 1961-1990", heißt es dort.

Gewitterzellen schließen sich zu Superzelle zusammen

Laut dem Meteorologen Brandt gibt es eine einfache Erklärung, warum die Intensität der Gewitter in Deutschland steigt. "Es kommt immer öfter vor, dass sich mehrere Gewitterzellen zusammenschließen, so wie auch diese Woche über Deutschland. Eine Gewitterzelle alleine ist unangenehm, mehrere zusammen, also ein sogenanntes Gewitter-Cluster, können ordentlich Schaden anrichten", erklärt er gegenüber der "Bild". Wenn sich Gewitterzellen zusammenschließen, potenzieren sie sich gegenseitig. Sie schaufeln sich Energie zu und regen dadurch die Bildung weiterer Gewitterzellen an. Unwetter könnten dadurch über mehrere Stunden andauern. Das ist auch in dieser Woche passiert. Über Frankfurt am Main beispielsweise. "In diesem Fall war die Luft gewitterträchtig und unglaublich feucht. Dazu kam eine extrem kalte Atlantikluft, welche das Gewitter entstehen und an Intensität gewinnen ließ", sagte Brandt. Generell gilt nämlich, dass die Unwetter stärker sind, je größer die Temperaturunterschiede zwischen den aufeinanderprallenden Luftmassen.

Gewitter erzeugen deutlich größere Regentropfen

Zudem sind bei starken Gewittern auch die Regentropfen deutlich größer. Regenwolken entstehen durch die Kondensation von Wasserdampf. "Die dabei ursprünglich erzeugten Schneeflocken können durch Anlagerung von Wasserdampf oder kleinen Wolkentröpfchen anwachsen", schreibt der DWD. "Wird ihre Masse so groß, dass die in den Wolken vorhandenen Strömungen sie nicht mehr tragen können, fallen sie letztlich in Form geschmolzener Wassertropfen zur Erde." Je größer der Aufwind in einer Wolke, desto größer können die Regentropfen werden. Bei Gewittern können daher sehr große Regentropfen entstehen.

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