Panorama

Unwetter-Warnung im August 2023: Sturmtief kracht Windrad um! Wetterdienst gibt noch keine Entwarnung

Vermutlich verursacht durch eine heftige Windböe ist in dem Windpark südlich von Gnoien ein Windrad zerstört worden. Bild: picture alliance/dpa | Jens Büttner

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Das kräftige Tief Zacharias über Skandinavien sorgt zum Wochenbeginn für eine schwere Sturmlage an der Ostsee. Meteorologen warnen vor schweren Sturmböen, teils seien auch orkanartige Böen möglich.

Unwetter im August 2023: Deutscher Wetterdienst warnt vor Sturmböen

Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet, könnten in exponierten Lagen von Fischland/Darß bis nach Rügen teils schwere Sturmböen zwischen 90 und 100 Stundenkilometer aus Nordwest erreicht werden, vereinzelt auch orkanartige Böen um 105 Stundenkilometer. "Das ist zu dieser Jahreszeit extrem ungewöhnlich. So einen Sturm erwarten wir im Herbst und nicht im Hochsommer", sagte Michael Knobelsdorf vom DWD. Dazu gebe es in einigen Regionen Dauerregen.

Nach einem unbeständigen Montag soll die Wetterlage auch am Dienstag durchmischt sein. In der Nordhälfte Deutschlands komme es zu Schauern und einzelnen Gewittern, teilt der DWD mit. An den Küsten werden zudem schwere Sturmböen erwartet. In den anderen Landesteilen soll es weitgehend trocken bleiben. Die Höchsttemperaturen liegen demnach zwischen 18 und 23 Grad. Bei aufkommenden Regenfällen kühlen die Temperaturen in der Nacht zu Mittwoch auf 14 bis 8 Grad ab. Am Mittwoch wird es im Norden, Osten und Süden stark bewölkt, teils kommt es zu schauerartigen Regenfällen, wie der DWD voraussagt. Die Temperaturen steigen auf maximal 17 bis 24 Grad. An den Küsten kommt es laut Meteorologen weiter zu stürmischen Böen. In der Nacht zum Donnerstag werden abziehende Schauer und zunehmende Auflockerungen erwartet.

Unwetter-Warnung im August 2023: Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker

+++ Sturmtief kracht Windrad um +++

In Kranichshof im Landkreis Rostock knickte ein Windrad am Montag durch die Sturmböen einfach um. Gegen 11 Uhr brach zunächst ein Flügel ab, bevor das Windrad schließlich komplett zu Boden krachte. Die Betreiberfirma schätzt den Schaden auf 50.000 Euro.

Die Reste eines vom Sturm abgeknickten Windrades stehen auf einem abgeernteten Rapsfeld. Bild: picture alliance/dpa | Jens Büttner

+++ Wetterwarnung noch nicht aufgehoben: DWD warnt vor Sturmböen +++

Auch für Dienstag hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Wetterwarnung herausgegeben. In der Nordhälfte der Bundesrepublik drohen demnach bis zum Abend weiterhin Sturmböen sowie Windböen.

+++ Sturmflut in Hamburg: Fischmarkt unter Wasser +++

Die Sturmflut hat Hamburg erreicht: Bis 21.44 Uhr stieg das Wasser der Elbe auf rund 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) mitteilt. Der Fischmarkt im Stadtteil Altona war am Montagabend überflutet. Bereits am Nachmittag warnte die Polizei, tiefer gelegene Gebiete in Elbnähe, im Hafen sowie der Hafencity zu verlassen.

Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle ist am Abend während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe überschwemmt. Bild: picture alliance/dpa | Daniel Bockwoldt

+++Deutsche Bahn rechnet wegen Unwetter mit Beeinträchtigungen im Norden +++

Bahnreisende müssen sich am Montag in Schleswig-Holstein wegen eines Sturmtiefs auf erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs einstellen. Wie die Deutsche Bahn auf Twitter mitteilte, könne es aufgrund des Unwetters noch bis zum morgigen Dienstag zu Beeinträchtigungen kommen.

Da der Boden wegen des anhaltenden Regens sehr aufgeweicht sei, müsse damit gerechnet werden, dass in Gleisnähe Bäume umstürzen könnten, sagte eine Bahnsprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Reisenden wird empfohlen, sich vor Fahrtantritt im Internet über ihre Verbindung zu informieren.

+++ Sturmflut in Hamburg erwartet +++

Das Sturmtief "Zacharias" wird voraussichtlich am Montagabend in Hamburg für eine Sturmflut sorgen. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) rechne für Montagabend gegen 21.44 Uhr mit ungewöhnlich hohen Wasserständen um 1,5 Meter über dem mittleren Hochwasser, sagte ein Sprecher des BSH der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei riet Bürgern, das betroffene Gebiet rund um die Hamburger Elbe zu meiden und vor allem tiefer gelegene Gebiete zu verlassen, insbesondere in Elbnähe, sowie der Hafencity und im Hafen. Fahrzeuge sollten in höher gelegene Gebiete gebracht werden.

+++Extremwetter auch in Skandinavien - Starkregen und Überschwemmungen +++

Ein aufziehendes Unwetter hat in Skandinavien zu Überschwemmungen, Bränden und Wasserschäden geführt. Sowohl in Schweden als auch im benachbarten Norwegen brachte das Sturmgebilde Hans teils heftige Niederschläge mit sich. Im Bahn-, Fähr- und Luftverkehr kam es in den beiden Ländern zu vereinzelten Verspätungen, Streckensperrungen und Fahrtabsagen. Manche Straßen wurden überflutet und mussten ebenfalls gesperrt werden.

In Schweden wurden am Sonntag mehr als 25.000 Blitze registriert. Im südschwedischen Malmö gab es in dessen Folge nach Angaben des Rundfunksenders SVT einen Stromausfall, von dem vorübergehend über 5.000 Stromkunden betroffen waren. Unter anderem in der Region Västernorrland Hunderte Kilometer weiter nördlich wurden Überschwemmungen in Häusern und Kellern gemeldet.

Norwegische Meteorologen rechneten damit, dass sich die Lage in ihrem Land weiter verschärfen und sich das Unwetter vielerorts zu einem der kräftigsten der vergangenen 25 Jahre entwickeln wird. Das Meteorologische Institut des Landes gab Unwetterwarnungen für große Teile Südnorwegens heraus, die noch bis zum Dienstagabend galten. In mehreren Gemeinden wurde auch vor Erdrutschen gewarnt. Behörden rieten dazu, von zu Hause aus zu arbeiten. In Erwartung von kräftigem Wind kündigte der Freizeitpark Kongeparken in Ålgård bei Stavanger bereits an, am Dienstag geschlossen zu bleiben.

Auch in Dänemark war die Lage am Montag regnerisch, stürmisch und ungemütlich. Mehrere Polizeibezirke meldeten umgestürzte Bäume.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer Sturmlage an der Küste. Bild: picture alliance/dpa | Jens Büttner

+++ Sturmwarnung stoppt Fährbetrieb nach Hiddensee und Rügen +++

Wegen eines Unwetters sind in Mecklenburg-Vorpommern Fährverbindungen zu den Inseln Hiddensee und Rügen eingestellt worden. Zur Insel Hiddensee sei der gesamte Fährverkehr für Montag und Dienstagvormittag betroffen. Es finde auch kein Wassertaxi-Verkehr statt, teilte die Reederei Hiddensee mit. "Wir bitten alle Urlauber, die Montag oder Dienstag an- oder abreisen wollten, Ihren An- oder Abreisetag auf Mittwoch zu verlegen."

Der Verkehr auf und nach Rügen ist ebenfalls vom Unwetter in Mitleidenschaft gezogen: Bis Dienstagvormittag werden die Wittower Fähre im Norden Rügens und die Rügen-Fähre zwischen Glewitz und Stahlbrode sowie alle Fahrten mit dem Fahrgastschiff "Altefähr" auf der Linie Stralsund-Altefähr und zurück eingestellt, wie die Weiße Flotte mitteilte. Auch die Robbenfahrten und der Fahrgastverkehr zwischen Sellin, Baabe, Gager, Thiessow und Lauterbach fallen wetterbedingt erstmal aus.

Die von Rostock aus verkehrende Fährreederei TT-Linie warnte, dass es aufgrund der schlechten Wetterbedingungen in Trelleborg/Schweden am Montag zu Stornierungen und Fahrplanänderungen für Abfahrten ab Travemünde, Rostock und Trelleborg kommen könnte. Betroffene Kunden würden von TT-Line informiert.

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/news.de/dpa

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