Lokales

Polizeieinsatz Saalekreis, 30.03.2026: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025

Die Polizei Sachsen-Anhalt informiert über einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Matthias Bein

  • Artikel teilen:

Für Raub hat das Polizeirevier Saalekreis mehrere Meldungen veröffentlicht. In diesen heißt es:

Vorbemerkung: Vorbemerkung

Die nachfolgende Darstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 im Polizeireviers Saalekreis beinhaltet die hier erfassten und bearbeiteten Straftaten sowie Vergleiche mit dem Vorjahr 2024.

Wesentliche Feststellungen aus der PKS 2025 sind

Rückgang bekannt gewordener Straftaten Aufklärungsquote (AQ) lag bei 55,7 % Deutlicher Rückgang bei Messerangriffen

Aus dem Vergleich der Polizeilichen Kriminalstatistik der Jahre 2024 und 2025 ergibt sich für das Polizeirevier Saalekreis folgendes Bild:

Das Polizeirevier Saalekreis verzeichnete im Jahr 2025 einen Rückgang von 1021 bekannt gewordenen Straftaten (ein Minus von 8,3 %) auf insgesamt 11.278 erfasste Fälle . Im Vorjahr lag der Wert bei 12.299 Fällen.

Die Aufklärungsquote ist im Jahr 2025 auf 55,7 % gestiegen. Im Vorjahr lag die Aufklärungsquote bei 51,4 %. Insgesamt wurden im Jahr 2025 6.278 Fälle aufgeklärt.

Die Entwicklung der Straftaten im Jahr 2025 ist im Kontext der bundesweit geänderten Erfassung unbekannter Handlungsorte zu bewerten. Diese werden nicht mehr als Inlandstraftaten gewertet, sondern gesondert in einer PKS-Auslandsstatistik erfasst, sofern die Tat im Ausland erfolgt, der Taterfolg jedoch Deutschland bzw. Sachsen-Anhalt betrifft.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 4404 Tatverdächtige (3.241 männlich, 1.163 weiblich) ermittelt. Im Vergleich sind es 107 Tatverdächtige mehr als im Jahr 2024 (4297 Tatverdächtige).

Von allen Tatverdächtigen bilden die Jungtatverdächtigen im Jahr 2025 einen Anteil von 23,2 % (1022 Tatverdächtige). Diese Zahl umfasst alle ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren. Der Anteil der Jungtatverdächtigen ist gegenüber 2024 um 41 Tatverdächtige gestiegen (2024: 981 Tatverdächtige; 22,8 %).

Von den Jungtatverdächtigen wurden 6 zu den Intensivtätern gezählt. Das sind die Tatverdächtigen, denen 118 Straftaten zugeordnet werden konnten. Sie haben einen Anteil von 9,3 % aller erfassten Straftaten von Tatverdächtigen, welche unter 21 Jahre alt sind.

Bei den Erwachsenen galten 39 Personen als Intensivtäter. Deren Anteil an allen durch Erwachsene begangene Straftaten betrug knapp 12,7 %.

Vergleich: Im Jahr 2024 wurden 15 Intensivtäter unter 21 Jahren sowie 38 Intensivtäter ab 21 Jahren registriert. In diesem Bereich ist ein Rückgang festzustellen.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen lag im Jahr 2025 bei insgesamt 19,1 % (839 Tatverdächtige). Im Jahr 2024 waren es 836 Tatverdächtige. Dieser Gruppe sind alle Personen zuzuordnen, die noch nicht im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft sind. Hierzu gehören neben Asylbewerbern, Kriegsflüchtlingen, Duldungsinhabern oder sich hier illegal aufhaltenden Ausländern auch Angehörige aus EU-Mitgliedstaaten, Touristen, Ausländer mit dauerhaftem Bleiberecht (z. B. Angehörige von Spätaussiedlern, Besitzer von Niederlassungserlaubnissen), ausländische Arbeitskräfte, Studenten oder Schüler.

Anteil ausgewählter Delikte an der Gesamtkriminalität, Aufklärung Anteil ausgewählter Delikte an der Gesamtkriminalität, Aufklärung

Im Jahr 2025 wurden keine Straftaten gegen das Leben bearbeitet.

Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden im Jahr 2025 insgesamt 259 Fälle registriert, was einem Anstieg um 93 Fälle gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 2,3 %. Von diesen Fällen konnten 236 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 91,1 % entspricht.

Im Deliktsfeld Vergewaltigungen / sexuelle Nötigungen wurden im Jahr 2025 insgesamt 13 Fälle (2024: 17 Fälle) erfasst, wovon 100 % (13 Fälle) aufgeklärt wurden. Der Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 0,1 %.

Im Jahr 2025 wurden im Bereich der häuslichen Gewalt insgesamt 744 Fälle registriert, gegenüber 655 Fällen im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg und weist auf eine zunehmende Relevanz dieses Deliktbereichs hin. Hierzu zählen sowohl Gewalt in Partnerschaften als auch familiäre Gewalt. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sowie Hinweise auf Hilfsangebote könnten das Anzeigeverhalten der Betroffenen gefördert und zur Aufhellung des Dunkelfelds beigetragen haben. Die Polizei weist darauf hin, dass Betroffene von häuslicher Gewalt und Nachstellungen ausdrücklich dazu aufgefordert sind, entsprechende Vorfälle zur Anzeige zu bringen und Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen. Derartige Taten sind keinesfalls als private Angelegenheit zu betrachten. Ein nachhaltiger Schutz kann nur erreicht werden, wenn bestehende Gewaltstrukturen konsequent durchbrochen werden. Personen, die entsprechende Beobachtungen machen, werden gebeten, diese unverzüglich den zuständigen Behörden zu melden. In akuten Gefährdungslagen ist umgehend die Polizei über die Notrufnummer 110 zu verständigen. Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 08000 116016 zur Verfügung und bietet anonyme sowie mehrsprachige Beratung. Ergänzende Informationen zu Unterstützungsangeboten sind auf den Internetseiten von Opferschutzeinrichtungen sowie des Landes Sachsen-Anhalt abrufbar.

Im Deliktsbereich Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte wurden im Jahr 2025 insgesamt 58 Fälle erfasst. Im Vorjahr waren es 67 Fälle. Davon konnten in 2025 58 Fälle aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 100 % entspricht.

Rohheitsdelikte

und Straftaten gegen die persönliche Freiheit machten im Jahr 2025 mit 2.396 Fällen einen Anteil von 21,2 % an der Gesamtkriminalität aus. Damit stieg die Fallzahl im Vergleich zu 2024 um 58 Fälle (2024: 2.338 Fälle). Die Aufklärungsquote erhöhte sich in diesem Deliktsbereich auf 91 % (2024: 89,7 %).

Im Deliktsfeld Körperverletzungen wurden 1.486 Fälle erfasst und somit 85 mehr als im Jahr 2024. Die Aufklärungsquote betrug hier 90,6 %.

Es wurden 2025 im Zuständigkeitsbereich insgesamt 43 Messerangriffe registriert (2024: 64). Die Aufklärungsquote bei diesen Taten lag 2025 bei 93 %. Der Anteil von Tatverdächtigen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besaßen, betrug bei diesen Angriffen 41,9 %.

Raub: und Erpressungsstraftaten

zählen zu den besonders schweren Delikten dieses Bereichs, da sie stets mit Gewalt gegen Personen einhergehen. Im Jahr 2025 wurden 50 Fälle registriert, von denen 45 aufgeklärt werden konnten. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 90 % und damit einem Anstieg um 18,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr 2024, in dem 67 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 71,6 % erfasst wurden.

Bei den Diebstahlsdelikten erfasst die PKS sämtliche Formen von Diebstahl – vom einfachen Diebstahl (bloße Wegnahme) bis hin zu besonders schweren Fällen, wie etwa dem Überwinden von Schutzeinrichtungen sowie Wohnungseinbruchdiebstählen.

Mit 3.972 erfassten Fällen machten Diebstahlsdelikte 35,2 % aller registrierten Straftaten aus. Damit handelt es sich bei nahezu jeder dritten angezeigten Straftat um eine sogenannte Diebstahlsstraftat, wodurch diese Delikte einen erheblichen Anteil an der Gesamtkriminalität einnehmen.

Im Jahr 2024 waren 4118 Diebstähle zu verzeichnen. Die Zahl der registrierten Diebstähle ist im Vergleich zu 2024 im Jahr 2025 um 146 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote beträgt 22,1 % (2024: 21,4 %).

Im Jahr 2025 wurden im Polizeirevier Saalekreis 103 Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls bearbeitet. Die Aufklärungsquote beträgt 22,3 %. Im Deliktfeld der Tageswohnungseinbrüche (TWE) sind im Jahr 2025 insgesamt 91 Fälle erfasst worden, wobei die Aufklärungsquote bei 20,9 % liegt. Die Polizei setzt hierbei ständig auf eine konsequente und qualifizierte Spurensuche und -sicherung.

Im Deliktsbereich Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen wurden insgesamt 599 Fälle erfasst, davon 326 Fälle des einfachen Diebstahls (hauptsächlich Kennzeichendiebstahl, Kraftstoffdiebstahl, etc.) und 273 Fälle des besonders schweren Falls des Diebstahls (BSD) (hauptsächlich BSD von Navigationsgeräten, Radios, KFZ-Teilen). Dies sind 133 Fälle weniger als im Vorjahr 2024.

Weitere Schwerpunkte im Bereich der „Diebstahlshandlungen insgesamt“ sind einerseits Diebstähle in und aus Warenhäusern, Verkaufseinrichtungen und Kiosken mit 492 Fällen, was einen Rückgang um 60 Fälle im Vergleich zu 2024 entspricht, und zum anderen Fahrraddiebstähle mit 351 Fällen, was einem Minus von 135 Fällen gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Im Bereich des besonders schweren Falls des Diebstahls (BSD) wurden 2025 insgesamt 2.240 Fälle (ein Minus von 102 Fällen zum Vorjahr) erfasst. Hauptschwerpunkte bildeten hierbei:

Wohnungseinbruchdiebstähle § 244 (1, 4) StGB     mit 103 Fällen (2024 =   73 Fälle)

Tageswohnungseinbruch (TWE)                              mit   12 Fällen (2024 =   17 Fälle)

BSD in/aus Boden/Keller                                          mit 470 Fällen (2024 = 484 Fälle)

BSD an/aus KFZ                                                      mit 273 Fällen (2024 = 380 Fälle)

BSD in/aus Verkaufseinrichtungen                           mit   54 Fällen (2024 =   38 Fälle)

Die Vermögens- und Fälschungsdelikte stellen neben den Diebstahlsdelikten einen weiteren Schwerpunkt der Gesamtkriminalität dar. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten einer verdeckten Tatbegehung, insbesondere unter Einsatz des Tatmittels Internets, gestalten sich die Ermittlungen durchaus aufwendig und komplex. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Fallzahlen von 1.964 (2024) auf 1.385 (2025) zurückgegangen. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 62,2 %.

Im Teilbereich Enkeltrick/Schockanrufe wurden im Jahr 2024 insgesamt 32 Fälle erfasst, davon 27 als Versuch. Im Jahr 2025 ging die Fallzahl auf 16 Fälle zurück, davon 10 Versuche. Die Bekämpfung und Prävention von Betrugsdelikten hat für die Polizei höchste Priorität. Zu diesem Zweck werden gezielte Kampagnen und überregionale Aktionen durchgeführt, wobei der Schutz älterer Menschen besonders im Fokus steht. Bürgerinnen und Bürger werden durch umfangreiche Informationsangebote – etwa zu Schockanrufen oder sicherer Internetnutzung – gezielt aufgeklärt und sensibilisiert.

Unter dem Begriff Straßenkriminalität werden alle Straftaten zusammengefasst, die sich in der Tatphase ausschließlich oder überwiegend auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen ereignen. Hierbei handelt es sich unter anderem um Eigentumsdelikte, Rohheitsdelikte im Zusammenhang mit Sachbeschädigungen und Sexualdelikten. Im Jahr 2025 sank die Anzahl der erfassten Delikte auf 1.749 Fälle. Das sind 439 Fälle weniger als im Jahr 2024. Die Aufklärungsquote ist im Vergleich zum Vorjahr auf 22,8 gestiegen (2024: 18,6 %).

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeirevier Saalekreis. Teilweise werden Reports erst nach einem Tag nachgemeldet; es kann daher vorkommen, dass Meldungen mit einer Verzögerung von bis 24 Stunden veröffentlicht werden. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben erstellt und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

Saalekreis - Weitere Nachrichten aus der Region

/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.