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Während der Wechseljahre: Mehr Bauchfett trotz guter Ernährung? Hormone könnten schuld sein

In den Wechseljahren wird das Abnehmen durch die Hormone schwieriger. Bild: AdobeStock / dragonstock

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  • Viele Frauen stellen in den Wechseljahren frustrierende Veränderungen fest
  • Besonders das hartnäckige Bauchfett wird zunehmend zum Problem
  • Schuld sind die Hormone, die dafür sorgen, dass sich am Bauch mehr Fett absetzt

Mehr Tipps rund ums Abnehmen finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Zahlreiche Frauen stellen während der Wechseljahre eine frustrierende Veränderung fest: Der Bauch wird runder, obwohl sich an den Essgewohnheiten nichts geändert hat. Die Ursache liegt jedoch nicht direkt in der Ernährung: Es handelt sich hierbei häufig um einen "Hormonbauch" – diverse Hormone sorgen dafür, dass das Fett sich in dieser Lebensphase anders verteilt. Wie Sie dem Bauchfett entgegenwirken können, erklären wir Ihnen hier.

Östrogen, Cortisol, Insulin: Das hormonelle Zusammenspiel

Die Fettverteilung im weiblichen Körper unterliegt einem komplexen hormonellen Regelwerk. Während Östrogen normalerweise dafür sorgt, dass sich Fettreserven an Hüften und Oberschenkeln anlagern, verschiebt sich dieses Muster mit sinkendem Hormonspiegel. Das University College London Hospitals bestätigt: In der Menopause wandert das Fett verstärkt in Richtung Bauch.

Doch Östrogen ist nur eines der vielen Hormone, die für den "Hormonbauch" sorgen. Das Stresshormon Cortisol steigert den Heißhunger und erhöht den Blutzuckerspiegel, was wiederum eine vermehrte Insulinausschüttung auslöst. Passiert dies häufig, kann das zu einer Insulinresistenz führen. Der Körper speichert dann vermehrt Fett. Zusätzlich beeinflusst das Sättigungshormon Leptin das Essverhalten - bei Übergewicht reagiert das Gehirn nur noch schwach darauf.

Sit-ups bringen nichts gegen das Bauchfett

Eine weit verbreitete Annahme erweist sich als Irrtum: Unzählige Bauchmuskelübungen lassen das Fett an der Körpermitte nicht verschwinden. Viszerales Bauchfett lässt sich nicht punktuell wegtrainieren. Entscheidend ist vielmehr eine grundlegende Veränderung des Verhältnisses zwischen Fett- und Muskelmasse im gesamten Körper.

Auch radikales Hungern führt nicht zum Ziel. Klassische Crash-Diäten haben in der Regel weniger einen Verlust von Fett als von Wasser und Muskelmasse zur Folge - entsprechend ist auch der Gewichtsverlust so gut wie immer nur temporär. Zudem können solche Maßnahmen Studien zufolge den Körper zusätzlich stressen und damit die Cortisolausschüttung ankurbeln, was die Fetteinlagerung sogar verstärken könnte.

Diese Maßnahmen helfen wirklich gegen den Hormonbauch

Wenn weder Hungern noch Situps helfen, was dann? Drei konkrete Maßnahmen können helfen, den Hormonbauch langfristig und nachhaltig zu reduzieren:

  • Krafttraining: Ein Training für den gesamten Körper ist die wirksamste Waffe gegen den Hormonbauch. Der Grund: Muskulatur verbraucht Untersuchungen nach auch im Ruhezustand Energie und hält so den Grundumsatz stabil.
  • Schlaf: Viele Frauen haben beim Kampf gegen den Hormonbauch nur Ernährung und Sport im Blick - Schlaf und Stress werden dabei häufig übersehen. Bei Schlafmangel gerät allerdings der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht. So wird weniger Leptin gebildet, wodurch man ständig hungrig ist. Zusätzlich fördert ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel Heißhungerattacken. Die Lösung: Schlafen Sie mehr - mindestens acht Stunden pro Tag.
  • Ernährung: Die Ernährung spielt während der Wechseljahre eine besondere Rolle - Diäten sind allerdings nicht zu empfehlen, sondern eine eiweißbetonte Kost, die satt macht und die Muskulatur unterstützt. Komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, Nüssen und Haferflocken halten den Blutzuckerspiegel stabil.

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