Mythos oder Wahrheit: Diese fünf Sommer-Mythen sind nichts als heiße Luft
Autsch, ein Sonnenbrand! Doch die Behandlung mit Hausmitteln wie Quark kann böse Folgen haben. Bild: dpa/Stephanie Pilick
Von news.de-Redakteurin Claudia Löwe
29.04.2026 13.01
Wenn die Sommersonne unerbittlich vom Himmel prasselt, tappen so einige Mitmenschen immer wieder in die beliebtesten Fallen der heißen Jahreszeit. Gerade wenn es um das Thema Sonnenbrand geht, sitzen viele Zeitgenossen noch immer althergebrachten Mythen auf. Schauen wir doch mal, welche Behauptungen rund um den Sommer tatsächlich stimmen und welche nichts anderes als heiße Luft sind. Gleich zum Einstieg räumen wir mit einem eisgekühlten Mythos auf:
Sommer-Mythos Nummer 1: Eiskalte Getränke löschen den Durst am besten
Ein erfrischender Drink direkt aus dem Kühlschrank und am besten noch mit vielen Eiswürfeln - was gibt es Schöneres im Sommer! Schließlich kühlt ein Getränk den sommerlich erhitzten Körper doch umso besser, je kälter er serviert wird, oder? Unbestritten ist die Erfrischung beim ersten Schluck besonders groß. Doch der Körper versucht trotzdem, egal ob wir es wollen oder nicht, das eisgekühlte Getränk auf Körpertemperatur zu erwärmen. Um das zu bewerkstelligen, braucht der Körper Energie - und je mehr der Organismus davon aufwenden muss, umso mehr geraten wir ins Schwitzen.
Besser ist es deshalb, an besonders heißen Tagen zu lauwarmen Getränken zu greifen. Ungesüßte Tees sind eine perfekte Alternative zu Wasser. Wer noch eine kleine Prise Salz in das Getränk gibt, tut seinem Körper damit zusätzlich etwas Gutes. Denn so wird der durch das Schwitzen ins Ungleichgewicht gebrachte Mineralstoffhaushalt aufgemöbelt.
Viel trinken ist gerade im Sommer lebenswichtig - aber sind eisgekühlte Drinks wirklich die beste Wahl? Bild: Oliver Berg/dpa
Sommer-Mythos Nummer 2: Im Schatten wird man nicht braun
Egal ob am Baggersee oder bei den Ferien in der Karibik: Fast jeder, der seine Freizeit am Wasser verbringt, möchte eine sommerlich-frische Bräune als Andenken mit nach Hause bringen. Allerdings ist gemeinhin bekannt, dass stundenlanges Braten in der prallen Sonne alles andere als gesund ist. Bleibt also nur, sich in den Schatten zu legen - aber wird man dort überhaupt knackig braun? Man wird, auch wenn es wesentlich länger dauert als in der prallen Sonne.
Allerdings gelangen auch im Schatten UV-Strahlen an die Haut, denn sowohl das Meer als auch der Strand oder umliegende Gebäude werfen die Sonnenstrahlen zurück und verursachen so die sogenannte Streustrahlung. Deshalb ist es wichtig, Sonnenschutz zu verwenden, selbst wenn man sich nur im Schatten aufhält - Ihre Haut wird es Ihnen danken. Netter Nebeneffekt: Im Schatten wird die Bräune gleichmäßiger.
Sommer-Mythos Nummer 3: Quark hilft gegen Sonnenbrand
Autsch, da ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch passiert: Die Haut ist gerötet, brennt, fühlt sich heiß an und beginnt nach einigen Tagen, sich unschön abzuschälen. Klare Diagnose Sonnenbrand! Wem kommen da nicht die weisen Worte von Oma in den Sinn: Einfach handelsüblichen Speisequark auf die verbrannte Haut geben und der Sonnenbrand verschwindet im Handumdrehen. Doch dieser gut gemeinte großmütterliche Rat ist mit Vorsicht zu genießen: Bei einem Sonnenbrand handelt es sich rein medizinisch gesehen um eine Entzündung der Haut, welche dadurch in ihrer natürlichen Schutzfunktion beeinträchtigt ist.
Die im Quark enthaltenen Bakterien können so leichter in die Haut eindringen und im schlimmsten Fall für Infektionen und eine Verschlimmerung der Entzündung sorgen. Das Mittel der Wahl bei Sonnenbrand sollte deshalb ein kühlendes Gel aus der Apotheke sein. Bei schweren Verbrennungen empfiehlt sich der Gang zum Arzt und das Auftragen einer Kortisoncreme.
Sommer-Mythos Nummer 4: Wasserfeste Sonnencreme nur einmal auftragen
Dass Sonnencreme ein unverzichtbarer Begleiter in der Sommerzeit ist, dürfte inzwischen auch dem Letzten begreiflich geworden sein. Viele Produkte bieten heute neben verlässlichem Sonnenschutz auch Pflege für verschiedene Hauttypen. Zudem werben viele Hersteller von Sonnencreme damit, dass ihre Produkte wasserfest seien. Demzufolge müsste es doch genügen, sich lediglich vor dem Gang ins Schwimmbad oder an den Pool sorgfältig einzucremen, oder?
So einfach ist es leider nicht: Durch sommerliches Schwitzen, ab und zu ein paar Runden im Schwimmbecken und anschließendes Abtrocknen lässt im Laufe eines Sommernachmittags auch der Sonnenschutz nach. Wer seiner Haut zuliebe also auf gleichmäßig verlässlichen Sonnenschutz achtet, kommt nicht drumherum, nach dem Planschen eine neue Schicht Sonnencreme aufzutragen.
Sommer-Mythos Nummer 5: Wenig Kleidung = weniger Schwitzen
Wenn das Thermometer mehr als 30 Grad im Schatten anzeigt, möchte man sich am liebsten alle Kleidungsstücke vom Leib reißen, um für Abkühlung zu sorgen. Klingt doch logisch: Wer weniger Klamotten anhat, dem wird nicht so schnell warm, oder? Leider ist diese Behauptung tatsächlich ein Mythos. Wesentlich besser überstehen Sie die Hitze, wenn Sie zu luftigen, nicht zu körperbetonten Kleidungsstücken greifen.
Lockere Blusen oder Hemden, am besten aus Baumwolle oder Leinen, wirken angenehm kühlend auf der Haut. Auch zu enge Hosen sollten im Sommer tabu sein, da sich die Hitze unter dem enganliegenden Kleidungsstück zu sehr staut. Weiterer Vorteil der luftigen Stoffschichten: Schädliche UV-Strahlen können das Gewebe nicht so leicht durchdringen, weshalb dünne Baumwollkleidung einen Teil zum Sonnenschutz beiträgt.
loc/zij/news.de