Straße von Hormus wieder frei: Ölpreissturz lässt hoffen - wann wird der Sprit hier endlich günstiger?
Nach der Waffenruhe im Iran beruhigt sich der Ölmarkt wieder. Die Hoffnung auf günstigere Benzinpreise steigt. Bild: dpa/Michael Brandt
Erstellt von Ines Fedder
09.04.2026 08.01
- Überraschender Öl-Preissturz nach Waffenruhe-Ankündigung im Iran
- Börse reagiert auf Öffnung der Straße von Hormus
- Zur Benzinpreissenkung: CDU-Politiker fordern Aussetzung der CO₂-Steuer
- Wann sinkt der Spritpreis in Deutschland wieder?
- Regulierung des Marktes wird noch eine Zeit brauchen
Die Ölmärkte reagieren mit einem dramatischen Preissturz auf die überraschende Entspannung im Nahen Osten. Nach der in der Nacht zum Mittwoch überraschend verkündeten zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran brach der Ölpreis für die Nordseesorte Brent um rund 16 Prozent ein und fiel auf etwa 92 US-Dollar pro Fass.
Ölpreismarkt entspannt sich - Straße von Hormus wieder frei
Auslöser der Erleichterung an den Märkten ist vor allem die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus, die der Iran während des Konflikts faktisch blockiert hatte. Die strategisch bedeutsame Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel.
Benzinpreis muss schnell runter - Aussetzung derCO₂-Steuer gefordert
Doch während sich die internationale Lage entspannt, wächst in Deutschland der innenpolitische Druck: Drei CDU-Ministerpräsidenten aus dem Osten fordern von der Bundesregierung die sofortige Aussetzung der CO₂-Steuer. In der "Bild" sprechen sichMichael Kretschmer (Sachsen), Mario Voigt (Thüringen) und Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) für ein besonders schnelles Handeln aus.
"Die hohen Spritpreise sind für viele Menschen in unserem Land eine enorme Belastung", erklärte Voigt gegenüber der "Bild". Eine Aussetzung würde den Literpreis um 15 bis 16 Cent senken. Kretschmer warnte vor sozialer Spaltung: "Während Pendler, Handwerker und Familien jeden Tag tiefer in die Tasche greifen müssen, wächst der Frust im Land." Schulze betonte, dass alternative Vorschläge wie günstigere Bahntickets nicht allen helfen würden.
Während man in Deutschland nach schnellen Lösungen sucht, atmet der Ölmarkt dank der Waffenruhe im Iran spürbar auf.
So kam es zu der Waffenruhe im Iran
Diese kam buchstäblich in letzter Minute zustande. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gesetzt und mit massiven Angriffen auf den iranischen Energiesektor gedroht, sollte es nicht bis Mittwoch um 2.00 Uhr deutscher Zeit zu einer Einigung kommen. Kurz vor Fristablauf verkündeten beide Seiten dann die Feuerpause.
Straße von Hormus nur für zwei Wochen passierbar
Laut dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi soll die sichere Durchfahrt durch die Meerenge der Straße von Hormus nun für zwei Wochen gewährleistet werden. Der Brent-Preis sackte daraufhin auf rund 92 US-Dollar je Fass – den tiefsten Stand seit Mitte März. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete einen ähnlich starken Rückgang von etwa 15 Prozent. Die Ölpreise gelten derzeit als wichtigster Indikator für Inflations- und Konjunktursorgen an den Finanzmärkten.
Tankstellen-Entlastung lässt auf sich warten - so teuer ist Benzin aktuell in Deutschland
Trotz des Ölpreisfalls müssen Autofahrer in Deutschland bisher noch weiterhin tief in die Tasche greifen. Der Durchschnittspreis für einen Liter Super liegt aktuell bei rund 2,24 Euro, Diesel kostet sogar etwa 2,45 Euro. Vor Beginn der Angriffe Ende Februar waren es noch 1,83 Euro für Super und 1,75 Euro für Diesel.
Wann wird Benzin in Deutschland endlich wieder günstiger?
Fachleute rechnen damit, dass sich günstigere Rohölpreise erst mit Verzögerung an den Zapfsäulen bemerkbar machen. Neben den reinen Beschaffungskosten beeinflussen auch Steuern, Transportkosten und die Nachfrage den Endpreis. Ein schneller Preissturz beim Tanken gilt daher als unwahrscheinlich – selbst wenn die Entspannung im Nahen Osten anhält, bleibt das Preisniveau deutlich über dem Vorkrisenwert.
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