KI-Fälschungen entlarven: Eckart von Hirschhausen warnt vor Deepfake-Betrug - so schützen Sie sich
Eckart von Hirschhausen ist bereits seit Jahren Opfer von Deepfake-Kampagnen in seinem Namen. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
04.05.2026 15.28
- Betrüger nutzen Gesicht und Stimme von Eckart von Hirschhausen für Deepfakes
- Mit den Fake-Videos werden verschiedene Produkte beworben, die für Schäden sorgen können
- Wir zeigen Ihnen, wie Sie in Zukunft solche Fake-Werbungen einfacher entlarven
Mehr Infos zu Betrugsmaschen finden Sie am Ende dieses Beitrags.
In mehr als 2.000 Videos tritt Eckart von Hirschhausen als das Werbegesicht für Abnehmpillen, Potenzmittel und Schmerzmedikamente auf. Doch nun warnt der Mediziner: Es handelt sich dabei um täuschend echte Fälschungen. In der Dokumentation "Hirschhausen und die Deepfake-Mafia" geht der 58-Jährige dem Betrug auf den Grund - wir zeigen Ihnen, wie Sie sich richtig vor den digitalen Fälschungen schützen.
Worum handelt es sich bei Deepfakes?
Deepfakes sind laut der Bundeszentrale für politische Bildung gefälschte Videos, Bilder oder Tonaufnahmen, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Dabei wird zum Beispiel das Gesicht oder die Stimme einer echten Person - etwa von Eckart von Hirschhausen - so realistisch nachgeahmt, dass es wirkt, als würde diese Person etwas sagen oder tun, was sie in Wirklichkeit nie gesagt oder getan hat.
Das Gefährliche daran: Diese Fälschungen sind oft so gut gemacht, dass man sie kaum noch von echten Aufnahmen unterscheiden kann. Betrüger nutzen das gezielt aus. Sie lassen bekannte Gesichter scheinbar Produkte empfehlen, um Vertrauen zu gewinnen. Viele Menschen denken dann: "Wenn diese Person das sagt, wird es schon stimmen." Grundsätzlich gilt also: Auch, wenn Sie etwas sehen und hören, heißt es nicht automatisch, dass es echt ist.
Mehr als 6 Millionen Menschen kennen die Fake-Werbung
Das Ausmaß der Deepfakes des Arztes ist erschreckend: Laut einem Beitrag von Hirschhausen auf Instagramhaben bereits sechs Millionen Menschen in Deutschland KI-gefälschte Werbung mit seinem Namen gesehen. Hochgerechnet entspricht das rund 5,6 Millionen Menschen. Die gefälschten Anzeigen erreichen damit mehr Zuschauer als echte Werbung für seine Sendungen oder Bücher.
Nicht nur für diejenigen, die auf den Betrug hereinfallen, hat das Konsequenzen - auch für denjenigen, der nachgeahmt wird. "Es fühlt sich einfach so falsch an, dass Millionen Menschen in Deutschland glauben gemacht wird, ich würde ihnen medizinischen Müll verkaufen", sagt Hirschhausen. "Mein Gesicht gehört mir, meine Stimme, mein Körper auch."
Betroffene beklagen Verluste von mehreren hundert Euro
Die Dokumentation lässt auch Betroffene zu Wort kommen. Rentnerin Ursula bestellte ein vermeintliches Mittel gegen Bluthochdruck, weil sie dachte: "Das muss gut sein, wenn es von Dr. Eckart von Hirschhausen kommt." Als die Fläschchen eintrafen, erkannte sie den Betrug – doch eine Rückgabe war unmöglich. Weder Adresse noch Ansprechpartner existierten. "Das ist viel Geld für mich. Sehr viel Geld", sagt sie über ihren Verlust von mehreren hundert Euro.
Ähnlich erging es der 80-jährigen Viktoria, die auf Heilversprechen für Diabetes und Bluthochdruck hereinfiel. Auch Christine bestellte ein Präparat, nachdem sie die gefälschte Werbung gesehen hatte. "Ich glaube, ich hätte das nicht bestellt, wenn das irgendjemand gewesen wäre", räumt sie ein. Die Betrüger nutzen gezielt das Vertrauen in bekannte Persönlichkeiten aus.
Neben den finanziellen Schäden drohen auch gesundheitliche Gefahren, warnt Hirschhausen. "Das Skrupelloseste, was mir in der Recherche untergekommen ist: Betrüger haben Insulin-Pens mit einem falschen Etikett als Abnehmspritze verkauft", berichtet er in der Dokumentation. "Daran kann man sterben!"
So schützen sich Verbraucher vor Deepfake-Betrug
Statt sich ausschließlich auf visuelle Details zu verlassen, sollte der Inhalt laut den Experten der Verbraucherzentrale selbst kritisch geprüft werden. Typische Warnsignale sind übertriebene Versprechen wie schnelle Heilung, drastische Gewichtsabnahme oder garantierte Erfolge. Auch unbekannte Webseiten, fehlende Impressumsangaben oder ungewöhnliche Zahlungswege sind klare Hinweise auf Betrug. Wenn eine prominente Person plötzlich für ein Produkt wirbt, das nicht zu ihrem bisherigen Auftreten passt, lohnt sich eine kurze Gegenrecherche über offizielle Kanäle - im Zweifel kann eine Anfrage beim Presse-Team der Person weiterhelfen.
Hilfreich sind außerdem digitale Werkzeuge wie die Rückwärtssuche von Bildern oder Videos, mit denen sich der Ursprung von Inhalten überprüfen lässt. Auch Faktencheck-Seiten und Angebote von Verbraucherzentralen unterstützen dabei, bekannte Betrugsmaschen zu erkennen. Vor Online-Käufen empfiehlt es sich, Shops genau zu prüfen oder spezielle Fakeshop-Checker zu nutzen. Generell gilt: Je größer der Zeitdruck oder die Dringlichkeit eines Angebots, desto skeptischer sollte man sein.
Wer Quellen hinterfragt, Inhalte einordnet und sich nicht allein auf den ersten Eindruck verlässt, kann das Risiko, auf KI-Betrug hereinzufallen, deutlich reduzieren.
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