Sicherheit, Risiken und Reiseplanung: Sollte ich auf die Reise zur WM in Mexiko lieber verzichten?
Zu den Austragungsorten der WM gehört unter anderem Mexiko-Stadt. Hier ist die Lage vergleichsweise sicher. Bild: picture alliance/dpa/XinHua | Li Muzi
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
05.06.2026 17.28
- Es bestehen für einzelne Teile Mexikos Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes
- Für viele Fußball-Fans ist die Sicherheitslage durch Proteste und Gewalt derzeit unklar
- Die WM-Spiele in Mexiko zu besuchen, ist möglich - wenn Sie Bestimmtes beachten
Mehr Infos zur Fußball-WM 2026 finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird erstmals von drei Gastgebern ausgerichtet: Kanada, USA und Mexiko. Insgesamt werden 104 Spiele in 16 Austragungsorten stattfinden. Mexiko richtet 13 Partien aus, darunter das Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt. Noch ist unklar, ob Deutschland später noch in Mexiko spielen darf. Doch für viele Fans stellt sich jetzt schon die Frage: Wie sicher ist die Reise nach Mexiko? Was Sie bei der Reise beachten sollten, erfahren Sie hier.
Warum gibt es Reisewarnungen für Teile Mexikos?
Wichtig zu wissen: Es gibt keine landesweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Mexiko. Stattdessen wird jedoch zwischen einzelnen Bundesstaaten und Regionen unterschieden, die tatsächlich mögliche Risiken mit sich bringen können. Die Behörde weist darauf hin, dass die organisierte Kriminalität die größte Sicherheitsbedrohung des Landes darstellt.
Reisende können auch dann betroffen sein, wenn sie nicht gezielt Opfer krimineller Aktivitäten werden - so können Schusswechsel zwischen Kartellen oder mit Sicherheitskräften auch Unbeteiligte treffen. Betroffen sind unter anderem folgende Regionen:
- Teile von Sinaloa
- Guerrero
- Michoacán
- Zacatecas
- Teile von Tamaulipas
- Teile von Colima
Die meisten kritisch bewerteten Regionen gehören glücklicherweise nicht zu den WM-Austragungsorten. Die drei mexikanischen WM-Spielorte sind Mexiko-Stadt, Guadelajara und Monterrey. Während die Lage in Mexiko-Stadt und Monterrey als vergleichsweise stabil gilt, spricht das Auswärtige Amt Warnhinweise für das Umland des Bundesstaates Jalisco aus, in dem auch Guadelajara liegt.
Warum wird teils vor Reisen nach Mexiko gewarnt?
Die Berichte über Chaos und Gewalt in weiten Teilen des Landes beziehen sich größtenteils auf zwei verschiedene Ursachen.
Zum einen kam es nach einem Großeinsatz mexikanischer Sicherheitskräfte, bei denen ein Kartellchef getötet wurde, zu Straßenblockaden, Brandstiftungen und gewalttätigen Vergeltungsaktionen. Das Auswärtige Amt bezeichnet die Lage vor Ort noch immer als dynamisch und rät zu besonderer Aufmerksamkeit bei Überlandfahrten und größeren Menschenansammlungen - wie bei der WM.
Gleichzeitig betonen mexikanische Behörden und FIFA-Verantwortliche, dass die WM-Städte besonderen Schutz in der Austragungszeit genießen werden.
Zum anderen sorgen kurz vor dem Turnier nun vor allem Proteste der Lehrergewerkschaft CNTE für Schlagzeilen: In Mexiko-Stadt wurden Straßen blockiert, Demonstrationen durchgeführt und bereits weitere Protestaktionen für die Zeit während der WM angekündigt. Dadurch könnte es möglicherweise zu Verkehrschaos rund um das Eröffnungsspiel kommen.
Kann man trotzdem die Reise nach Mexiko planen?
Eine realistische Bewertung liegt allerdings zwischen den Extremen: Gegen die Panik spricht etwa, dass jährlich Millionen Touristen unbeschadet ihre Aufenthalte in Mexiko genießen und gerade die Spielorte der WM zu den am stärksten überwachten Bereichen des Landes gehören. Zudem wird extra für die WM ein außergewöhnlich großer Sicherheitsapparat aufgebaut. Sicherheitskräfte, Nachrichtendienste und Polizeibehörden der drei Gastgeberländer arbeiten zusammen.
Eine ernstzunehmende Bedrohung bleibt jedoch weiterhin die organisierte Kriminalität im Land, deren gewalttätige Aktionen auch Unbeteiligte treffen können. Nachtfahrten außerhalb touristischer Zentren können zudem das Risiko erhöhen, während politische Proteste und Demonstrationen den Verkehr einschränken können.
Diese Tipps sollten Sie bei der WM in Mexiko unbedingt beachten
Vor der Reise sollten sich Fans zur Sicherheit in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND eintragen. Auch die Nutzung der App "Sicher Reisen" des Auswärtigen Amtes ist empfehlenswert, genau wie das Abschließen einer Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport. Prüfen Sie weiterhin aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
Vor Ort ist die Nutzung offizieller Taxis oder von Fahrdiensten ratsam. Nachtfahrten sollten Sie außerhalb größerer Städte vermeiden, spontane Ausflüge in unbekannte Regionen ebenso. Auch um Protestaktionen und Demonstrationen sollten Sie einen Bogen machen - teils wurde auch auf den Lehrerprotesten Tränengas eingesetzt. Denken Sie unbedingt daran, wichtige Dokumente wie Ihren Reisepass digital zu sichern und Wertgegenstände ordentlich zu verstauen.
Gut zu wissen: In Mexiko gelten einige besondere Vorschriften, die für europäische Besucher ungewohnt sein könnten. So ist beispielsweise das Rauchen an vielen öffentlichen Orten untersagt, E-Zigaretten sind sogar vollständig verboten. Das Trinken von Alkohol in öffentlichen Räumen kann mitunter sanktioniert werden - ebenso wie der Besitz von Drogen, der in Mexiko schwer bestraft wird.
Besuch der WM-Spiele in Mexiko ist möglich
Kurzum: Nein, die Lage in Mexiko ist kein Grund, auf die WM-Spiele in Mexiko zu verzichten. Allerdings sollte Fans auch klar sein, dass Mexiko nicht wie ein klassisches europäisches Reiseland zu behandeln ist, sondern anderen Regeln folgt. Wer sich jedoch auf die Hinweise des Auswärtigen Amtes stützt und innerhalb der WM-Austragungsorte bleibt, Demonstrationen meidet und bei Transport und Unterkunft auf seriöse Anbieter setzt, reduziert sein Risiko deutlich.
Die größte praktische Herausforderung für die Fans dürfte weniger die Kartellgewalt sein als kurzfristige Verkehrsbehinderungen durch Proteste oder Sicherheitsmaßnahmen rund um die WM.
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