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"Es ist ein Schock im ersten Moment": Schumacher-Sohn spricht über tödlichen Unfall 

David Schumacher (rechts) an der Seite seines Vaters Ralf. Im Podcast sprechen die beiden über einen tödlichen Unfall am Nürburgring. Bild: dpa/ADAC/Julian Schmidt

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  • Schumacher-Sohn spricht über tödlichen Unfall in der Eifel
  • David Schumacher im Podcast-Gespräch mit seinem Vater - muss etwas Schlimmes passiert sein
  • Gefahren des Rennsports allgegenwärtig
  • Neffe von Michael Schumacher tritt in Rennfahrer-Fußstapfen

Am vergangenen Wochenende kam es zu einem tragischen Zwischenfall während eines Rennens der Nürburgring-Langstreckenserie (NLS) in der Eifel. Der schwedische BMW-Fahrer Juha Miettinen (66) verstarb infolge eines Massenunfalls mit sieben Fahrzeugen noch im Medical Center an der Rennstrecke.

Der Veranstalter teilte noch am selben Tag mit: "Trotz der unmittelbar eintreffenden Hilfe konnten die Notfallmediziner nach der erfolgten Bergung aus dem Fahrzeug den beteiligten Piloten Juha Miettinen nicht retten." Das Rennen wurde sofort abgebrochen. Nur einen Tag später ging der Rennbetrieb auf der Strecke wieder weiter.

Schumacher-Sohn spricht über tragischen Unfall - "trauriges Wochenende"

Ein tragischer Vorfall, der auch beim Sohn von Ralf Schumacher, David Schumacher, Spuren hinterließ. Er sprach im Sky-Podcast "Backstage Boxengasse" über den schrecklichen Unfall in der berühmten Nordschleife und die Auswirkungen, die solche Ereignisse auch auf ihn haben.

"Es war leider ein recht trauriges Wochenende mit einem schweren Unfall, der einen unserer Kollegen das Leben gekostet hat", beginnt David Schumacher das Gespräch mit seinem Vater Ralf, der gemeinsam mit Sky-ReporterPeter Hardenacke den Podcast betreibt.

Nordschleife hat wieder zugebissen

"Die Nordschleife hat mal wieder zugebissen. Wir hoffen, dass es der Familie gut geht", sagt David Schumacher, der die Risiken des Rennsports nur allzu gut kennt. Der Sohn von Ralf Schumacher und Neffe von Formel-1-Legende Michael Schumacher hat sich in den letzten Jahren im GT-Rennsport etabliert. Er kennt die anspruchsvolle Nordschleife des Nürburgrings aus eigener Erfahrung.

David Schumacher nicht auf der Rennstrecke während des tödlichen Crashs

Er selbst sei an diesem Tag nicht auf der Rennstrecke gewesen, allerdings sein Teamkollege, der jedoch weit vorne auf der Strecke war und so vom Massencrash nichts mitbekam. Man habe aber im Fahrerlager sehr viel mitbekommen, sagt David. "Ab dem Moment, als die rote Flagge kam und keiner etwas kommuniziert hatte, war eigentlich schon ziemlich klar, dass irgendetwas Schlimmeres passiert sein muss."

Als es dann Gerüchte gab, dass die Polizei vor Ort sei, war klar, dass jemand schwerer verletzt war oder vielleicht sogar nicht überlebt hat, berichtet David Schumacher vom tragischen Unfalltag an der Rennstrecke. 

Todesfall auf der Rennstrecke - wie geht man damit als Fahrer um?

"Das gibt einem schon ein anderes Bauchgefühl in dem Moment", sagt der 23-Jährige. Aber wie geht man mit so einer Situation um? Das fragen sich auch die Podcast-Hosts.

"Es ist ein Schock im ersten Moment. Das ist natürlich etwas, wo man als Fahrer nicht darüber nachdenkt oder auch nicht nachdenken sollte, beschreibt David seine Emotionen. Die allgegenwärtige Gefahr noch einmal so vor Augen geführt zu bekommen, war für alle Fahrer ein großer Schock. Die Autos seien zwar so sicher geworden und die meisten Strecken seien auch sehr sicher, aber am Ende des Tages sei die Chance immer da, dass man "nicht zurückkommt".

Wann es besser ist, nicht zu fahren

Genau diese Angst müsse man aber ausblenden können, "sobald man wieder ins Auto steigt", erklärt der Rennfahrer mit Nachdruck. Man denkt dann nicht mehr darüber nach, geht ans Limit und macht seinen Job. David selbst könne das sehr gut. "Wenn man das nicht ausblenden kann und wegkriegt aus dem Kopf, dann sollte man lieber nicht fahren", ist sich der 23-Jährige sicher.

Ralf Schumacher in Sorge um seinen Sohn David nach dem Unfall

Als Vater von David ist Ralf Schumacher natürlich involviert. Er habe nach Bekanntwerden des schrecklichen Unfalls sofort Davids Frau geschrieben und gefragt, ob er zum Unfallzeitpunkt auf der Strecke gewesen sei. Dass sein Sohn David selbst schon einmal einen schweren Unfall hatte, macht es nicht besser. Das Risiko, welches die Fahrer da eingehen, sei einfach sehr groß.

Nach dem Unfall des schwedischen Fahrers Juha Miettinen wurde das Rennen am nächsten Tag fortgesetzt. Ein Abbruch sei für den Experten Ralf Schumacher auch keine Option gewesen. "Es ist Teil des Motorsports", so der Podcaster. David Schumacher war indes schon überrascht. "Es hat mich geschockt, dass man es nicht mal in Erwägung gezogen hat, mit der Familie zu sprechen, mit dem Team zu sprechen. Räumt aber auch ein, dass dies vielleicht im Hintergrund passiert sei. 

"Als Fahrer versucht man es am Ende, bestmöglich auszublenden, weil es einen ja auch an seinem Job hindert", erklärt David noch einmal auf Nachfrage. Es sei allen bewusst, was sie machen. 

Neffe von Michael Schumacher tritt in die Rennfahrer-Fußstapfen seiner Familie

David Schumacher hat sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt im GT-Rennsport etabliert und fährt inzwischen regelmäßig in hochklassigen Serien wie GT3-Wettbewerben und Langstreckenrennen. Dabei steht er zwar zunehmend auf eigenen sportlichen Beinen, bleibt aber als Sohn von Ralf Schumacher und Neffe von Michael Schumacher eng mit einer der bekanntesten Rennsportfamilien der Welt verbunden. 

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