Nach Høiby-Urteil: Königshaus hält sich raus – Staat zahlt die hohen Prozesskosten für den Royal-Sohn
Nach Urteil gegen Marius Borg Høiby: Wer jetzt die hohen Kosten übernimmt Bild: picture alliance/dpa/NTB | Ane Hem
Erstellt von Mia Lada-Klein
16.06.2026 19.16
- Marius Borg Høiby wurde zu vier Jahren Haft und Schmerzensgeldzahlungen verurteilt
- Der norwegische Staat übernimmt zunächst Anwaltskosten von rund 246.000 Euro
- Offen bleibt, ob die Familie privat bei den finanziellen Forderungen helfen wird
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Nach dem Schuldspruch gegen Marius Borg Høiby steht nicht nur eine mehrjährige Haftstrafe im Raum. Auch finanziell kommen enorme Belastungen auf den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit zu. Während die Entschädigungen für die Opfer noch ausstehen, übernimmt der norwegische Staat zunächst einen Großteil der Prozesskosten.
Vier Jahre Haft für Marius Borg Høiby und hohe Forderungen
Das Osloer Amtsgericht verurteilte Marius Borg Høiby am 15. Juni zu vier Jahren Gefängnis. In zahlreichen Anklagepunkten wurde er schuldig gesprochen, darunter auch in zwei Fällen von Vergewaltigung. Seine Anwälte kündigten bereits an, gegen das Urteil vorzugehen.
Zusätzlich zur Haftstrafe muss Høiby mehreren Opfern Schmerzensgeld zahlen. Insgesamt geht es laut "Bild" um 640.000 norwegische Kronen, umgerechnet etwa 58.000 Euro.
Schmerzensgeld trotz leerer Konten bei Marius Borg Høiby
Die finanzielle Lage des 29-Jährigen wirft dabei Fragen auf. Öffentliche Steuerdaten aus Norwegen sollen zeigen, dass Høiby zuletzt lediglich rund 4.000 Euro Einkommen sowie Ersparnisse von etwa 7.000 Euro angegeben hatte. Dennoch müssen die Opfer nicht selbst auf das Geld warten. In Norwegen springt der Staat zunächst ein und zahlt das zugesprochene Schmerzensgeld aus. Anschließend wird versucht, die Summe später vom Verurteilten zurückzufordern. Bis zur Auszahlung könnte allerdings noch Zeit vergehen. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig, da eine Berufung im Raum steht.
Übernimmt die Königsfamilie die Rechnung für Marius Borg Høiby?
Der norwegische Königshof soll sich an den Kosten nicht beteiligen. Laut "Bild" erhält Marius Borg Høiby keine finanzielle Unterstützung aus offiziellen Hofmitteln. Allerdings könnte die Familie privat einspringen. Bereits in der Vergangenheit soll Høibys Großmutter eine hohe Rechnung übernommen haben. Damals ging es um einen verlorenen Rechtsstreit gegen ein Buchprojekt, bei dem Anwaltskosten von rund 45.000 Euro entstanden waren.
Fast 250.000 Euro Prozesskosten beiMarius Borg Høiby
Besonders teuer wird das Verfahren bei den Anwaltskosten. Nach Informationen der norwegischen Zeitung "VG" summieren sich die Rechnungen seiner Verteidiger inzwischen auf rund 129.000 Euro. Zusätzlich kommen noch die Kosten der Nebenklage hinzu. Insgesamt liegen die Ausgaben damit bereits bei etwa 246.000 Euro.
Der norwegische Anwalt Petter Skogstad Grannes erklärte dazu:
"In norwegischen Strafsachen trägt die öffentliche Hand die Kosten der Verteidigung."
Gleichzeitig könne ein Gericht später entscheiden, ob ein Teil der Kosten doch vom Verurteilten übernommen werden müsse. Dabei handle es sich laut Grannes jedoch meist nur um "einen symbolischen Betrag".
Berufung könnte alles weiter verzögern bei Marius Borg Høiby
Ob und wann der Fall erneut vor Gericht landet, ist derzeit noch offen. Sollte eine zweite Instanz zugelassen werden, könnten sich sowohl die endgültige Haftentscheidung als auch die finanziellen Forderungen weiter hinziehen.
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