Claus Ruhe Madsen: Merz unter Dauerbeschuss – jetzt platzt dem CDU-Minister der Kragen
Merz bekommt überraschende Unterstützung: CDU-Minister Claus Ruhe Madsen rechnet im ZDF-Talk bei Sarah Tacke mit der deutschen Jammer-Kultur ab. Bild: picture alliance/dpa | Markus Scholz
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
07.08.2026 14.09
- CDU-Minister Claus Ruhe Madsen verteidigt Friedrich Merz gegen anhaltende Kritik
- Der Wirtschaftsminister kritisiert die deutsche "Jammer-Kultur" und fordert mehr Optimismus
- Madsen warnt: Die Debatte über Personen verdränge die wichtigen Sachfragen
Friedrich Merz steht als Kanzler seit Monaten im Mittelpunkt zahlreicher Diskussionen. Berichten zufolge gab es bereits Gespräche über eine CDU ohne Friedrich Merz an der Spitze.Doch nun bekommt er überraschend Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (53, CDU) kritisierte in der ZDF-Sendung von Sarah Tacke (43), dass sich die politische Debatte zu sehr um die Person des Kanzlers drehe.
CDU-Minister stellt sich hinter Friedrich Merz
"Ich habe das Gefühl, dass wir im Team Deutschland die falschen Fragen stellen", sagte Madsen. Statt über die Zukunft des Landes und den Erhalt des Wohlstands zu sprechen, gehe es immer wieder nur darum, ob Friedrich Merz ein guter oder schlechter Regierungschef sei. "Ich bin jetzt nicht der Mimimi-Merz", stellte der Minister klar.
Madsen warnt vor deutscher Negativspirale
Besonders deutlich wurde Madsen beim Vergleich zwischen Deutschland und seinem Heimatland Dänemark. Der Minister erklärte, er lese täglich Nachrichten aus beiden Ländern – und habe dabei oft das Gefühl, zwei völlig unterschiedliche Welten zu sehen.
"Die Dänen berichten von Optimismus, von Wachstum, von Aufschwung", sagte Madsen. Die deutschen Schlagzeilen würden dagegen häufig vermitteln: "Okay, wir müssen alle sterben – Hauptsache, es geht schnell."
Für den CDU-Politiker ist diese Stimmung ein Problem. "Wenn wir immer über Probleme diskutieren, bekommen wir Probleme", warnte er. Deutschland müsse wieder stärker an die eigenen Möglichkeiten glauben.
CDU-Politiker Madsen spricht Klartext zu Merz-Kritik
Auch die Kritik an Merz wegen seiner Aussagen über mangelnde Arbeitsbereitschaft in Deutschland wies Madsen zurück. Der Kanzler habe "einen ganz anderen Punkt" gemeint. Vielmehr gebe es ein gesellschaftliches Muster, bei dem derjenige angegriffen werde, der Probleme offen anspreche.
"Wir haben in Deutschland ein bisschen das Problem, dass, wenn jemand ein Problem anspricht, derjenige selbst zum Problem wird", erklärte Madsen.
Madsen fordert mehr Leistung – aber auch mehr Anerkennung
Trotz seiner Kritik an der deutschen Debattenkultur betonte Madsen, dass Deutschland keineswegs ein Land voller Faulenzer sei. "Wir haben so viele fleißige Hände in Deutschland, so viele kluge Köpfe, die jeden Tag ihre Leistungen erbringen", sagte er.
Die Herausforderung liege im internationalen Wettbewerb. Länder wie China oder die USA würden weiter Druck machen – und Deutschland müsse darauf reagieren. Mehr Einsatz sei nötig, so Madsen. Gleichzeitig müsse Leistung aber auch entsprechend anerkannt und belohnt werden.
Den kompletten Auftritt von Claus Ruhe Madsen bei Sarah Tacke finden Sie in der ZDF-Mediathek.
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