Friedrich Merz: "Geh mal arbeiten!" Merz nach Wimbledon-Besuch heftig verspottet
Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Frau Charlotte verfolgen das Wimbledon-Finale. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Mike Egerton
Von news.de Redakteurin Anika Bube
14.07.2026 07.58
- Nach Zverevs Final-Niederlage gerät Friedrich Merz auf Instagram massiv unter Beschuss
- Zahlreiche Nutzer verspotten den Kanzler als angeblichen "Pechbringer" für deutsche Sportler
- Neben Spott über Wimbledon kritisieren viele Kommentatoren auch die Prioritäten des Regierungschefs
Eigentlich wollte Friedrich Merz Alexander Zverev beim wichtigsten Tennismatch seiner Karriere den Rücken stärken. Doch nach dem verlorenen Wimbledon-Finale trifft die Niederlage nicht nur den deutschen Tennisstar, sondern auch den Bundeskanzler. Sein Instagram-Post zum Finale löste eine Welle aus Spott, Häme und politischen Vorwürfen aus.
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Friedrich Merz beim Wimbledon-Finale - Instagram-Nutzer rechnen mit Bundeskanzler ab
Nach dem 6:7, 7:6, 6:3, 6:4-Erfolg von Jannik Sinner über Zverev bezeichnete Merz die Partie auf Instagram als "Weltklasse-Tennis" und sprach von einem "tollen und fairen Spiel". Doch statt Zustimmung folgte ein regelrechter Shitstorm. Unter dem Beitrag häuften sich kritische Kommentare. "Wat für Tennismatch gucken? Geh mal arbeiten, Junge", schrieb ein Nutzer. Andere stellten die Frage, ob die Bundesregierung angesichts aktueller Herausforderungen genügend arbeite. Besonders häufig tauchte jedoch ein anderer Vorwurf auf: Immer dann, wenn sich Merz öffentlich für eine deutsche Sportmannschaft oder einen Sportler interessiere, folge angeblich eine Niederlage. Nach dem WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay sehen manche Kritiker darin inzwischen sogar ein Muster.
Der Besuch des Kanzlers in London war keineswegs spontan. Nach Zverevs French-Open-Triumph Anfang Juni hatte Merz dem Tennisprofi telefonisch ein Versprechen gegeben. "Ich habe mit Alexander Zverev telefoniert und ihm damals in Roland Garros versprochen: Wenn du ins Finale kommst, komme ich nach Wimbledon", erklärte der CDU-Politiker gegenüber Amazon Prime. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Charlotte verfolgte Merz das Endspiel anschließend aus der Royal Box – direkt neben Prinz William und Prinzessin Kate. Der tennisbegeisterte Kanzler schwärmte vom "Heiligen Rasen" und der besonderen Atmosphäre des traditionsreichen Turniers. Nach dem Finale besuchte Merz den unterlegenen Zverev in der Umkleide. Der Tennisprofi zeigte sich über den Besuch erfreut: "Wir haben ein paar Worte miteinander geredet, war schön, dass er da war."
"Immer wenn Merz kommt!" Bundeskanzler als Unglücksbringer
In den sozialen Netzwerken entwickelte sich der Wimbledon-Besuch schnell zum Running Gag. "Immer wenn Kanzler Merz sich für eine Sportart interessiert, verliert Deutschland in der Sportart", schrieb ein Nutzer. Ein anderer kommentierte, er habe "sofort ein ungutes Gefühl" gehabt, als er von der geplanten Reise des Kanzlers nach Wimbledon erfahren habe. "Mit dir kann man nur verlieren", ist in einem weiteren Kommentar zu lesen.
Neben den scherzhaften "Unglücksbringer"-Kommentaren wurde Merz auch politisch kritisiert. Einige Nutzer warfen ihm vor, wichtigere Themen auszublenden. "Wo ist der Post mit dem Danke an die Leute in den Kliniken, Feuerwehr, Polizei usw. die bei 40 Grad vor 2 Wochen die Stellung gehalten haben?", fragte ein Nutzer. Andere vermissten Worte zu den Hitzetoten oder mehr Anerkennung für Pflegekräfte. Auch die Kosten des Wimbledon-Besuchs wurden thematisiert. "War das ein privater Besuch, oder müssen wir dafür zahlen?", wollte ein Kommentator wissen.
Merz schon nach WM-Aus im Kreuzfeuer
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Sport-Post des Kanzlers heftige Reaktionen auslöst. Bereits nach dem Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay hatte Merz auf X den "Einsatz und Teamgeist" der Mannschaft gelobt. Viele Fans konnten diese Einschätzung nicht nachvollziehen und reagierten mit Spott. "Welches Spiel hat er gesehen?", lautete damals einer der häufigsten Kommentare.
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