Donald Trump: Kolumnist nennt den einzigen Mann, der Trump noch stürzen könnte
Ein Kolumnist ist sicher: Gegen Barack Obama hätte Donald Trump keine Chance. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
Erstellt von Anika Bube
06.07.2026 11.39
- NYT-Kolumnist Ezra Klein hält Obama für den einzigen, der Trump im direkten Duell überlegen wäre
- Der 22. Verfassungszusatz verhindert jedoch eine mögliche Rückkehr Obamas ins Rennen
- Der Vergleich der beiden Ex-Präsidenten entfacht eine Grundsatzdebatte über Amerikas politische Identität
Barack Obama ist der einzige Politiker, der Donald Trump in einem direkten Duell schlagen könnte – davon zeigt sich Kolumnist Ezra Klein in der "New York Times" überzeugt. Das Problem: Der 22. Verfassungszusatz macht einen solchen Showdown unmöglich. "Ich möchte nicht, dass der 22. Verfassungszusatz aufgehoben wird", schreibt Klein in seiner Kolumne. "Aber ich gebe zu, dass es mich frustriert, dass er uns den Wahlkampf verwehrt hat, den Amerika gebraucht hätte: eine direkte Auseinandersetzung zwischen Barack Obama und Donald Trump."
Die US-amerikanische Verfassung begrenzt die Amtszeit eines Präsidenten auf maximal zwei Perioden. Klein empfiehlt künftigen demokratischen Kandidaten daher, sich zumindest an Obamas Stil und Botschaft zu orientieren.
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Donald Trump vs. Barack Obama: Gegensätze wie aus einem Dickens-Roman
Die beiden Politiker könnten unterschiedlicher kaum sein. Klein vergleicht sie mit Figuren aus einem Dickens-Roman. Während Obama schlank, diszipliniert und beherrscht auftrete, wirke Trump wuchtig, lautstark und zügellos. "Obama definiert sich durch seine übermenschliche Selbstkontrolle, seine sieben leicht gesalzenen Mandeln vor dem Schlafengehen", analysiert Klein. Trump hingegen zeichne sich durch "übermenschliche Begierden" aus – nach Aufmerksamkeit, Ruhm, Geld, Frauen und Macht. Doch der fundamentalste Unterschied zwischen beiden liege tiefer als Temperament oder Körperbau. Es gehe um gegensätzliche Vorstellungen davon, was Amerika großartig mache – ja, was Amerika überhaupt ausmache. Diese philosophische Kluft spiegele sich in allem wider: im Redestil, im Auftreten, sogar in der Physiognomie.
Selbstregierung gegen Käfigkampf
Am 18. Juni eröffnete Obama sein Presidential Center in Chicago mit einer Rede, die seine Vision von Amerika verdeutlichte. Kurz vor dem 250. Geburtstag der Nation erinnerte er daran, "wie radikal die Idee der Selbstregierung 1776 wirklich war". Bis dahin sei die Menschheitsgeschichte geprägt gewesen von Eroberung, Kasten und starren Hierarchien – "eine Welt, in der die Starken die Schwachen beherrschten". Klein bezeichnet diese Botschaft als "politisches Genie", weil sie verschiedene politische Lager vereine. Amerika sei ein Prozess, kein Ort.
Trumps Beitrag zum Jubiläum fiel anders aus: Er feierte mit einem UFC-Käfigkampf auf dem Rasen des Weißen Hauses. Für Klein war dies eine "Verehrung der Fähigkeit der Starken, die Schwachen zu dominieren" – das genaue Gegenteil von Obamas demokratischem Ideal.
Barack Obama führt, Donald Trump stürzt ab
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In einer CNN-Umfrage zur Beliebtheit aller lebenden US-Präsidenten landet Obama mit 57 Prozent Zustimmung auf dem Spitzenplatz. Trump hingegen kommt nur auf 34 Prozent – einer der niedrigsten Werte für einen amtierenden Präsidenten zu diesem Zeitpunkt seiner zweiten Amtszeit. Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November und die Präsidentschaftswahl in zwei Jahren zieht Klein daraus klare Schlüsse. Die Demokraten könnten noch viel von Obama lernen, während die Republikaner möglicherweise einiges verlernen müssten, was sie von Trump übernommen haben.
Trumps Bilanz bei der Überzeugung der amerikanischen Bevölkerung sei ohnehin durchwachsen: 2016 und 2020 verlor er jeweils die Mehrheit der Wählerstimmen.
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