Wladimir Putin: Putin jubelt über Durchbruch im Ukraine-Krieg - doch es gibt Zweifel
Wladimir Putin soll nach einem Erfolg im Ukraine-Krieg gejubelt haben. Bild: picture alliance/dpa/Russian Presidential Press Service | Uncredited
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
04.07.2026 10.39
- Wladimir Putin feiert komplette Einnahme von Ukraine-Stadt
- Putin-Truppen sprechen von Einnahme - doch es gibt ein Problem
- Ukraine-Krieg aktuell: Putin hätte Festungsgürtel gesprengt
Es wäre ein massiver Rückschlag für die Ukraine. Seit über vier Jahren kämpfen die Truppen aus Kiew gegen die russischen Invasoren von Wladimir Putin. Jetzt hat Russland die vollständige Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka verkündet. Die hat eine bedeutende Funktion inne. Zuletzt wurde allerdings darüber berichtet, dass immer mehr Putin-Truppen die Flucht ergreifen würden.
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Wladimir Putin feiert komplette Einnahme von Ukraine-Stadt
Kremlsprecher Dmitri Peskow teilte vor Journalisten mit: "Kostjantyniwka ist komplett eingenommen. Die Stadt steht nun vollständig unter unserer Kontrolle." Russlands Präsident Wladimir Putin habe den militärischen Erfolg gefeiert und noch am selben Abend Gespräche mit der Armee über die Eroberung geführt, erklärte Peskow weiter.
Nach offizieller Darstellung aus Moskau fiel die Industriestadt unter erheblichen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger. Putin habe unmittelbar die Evakuierung sämtlicher in Kostjantyniwka verbliebener Zivilisten angekündigt, erklärte der Kreml. Bereits im Juni hatte der Kremlchef angekündigt, russische Truppen stünden kurz vor der Einnahme der Stadt, in der vor Kriegsbeginn etwa 78.000 Menschen lebten.
Auffällig: Die Eroberungsmeldung erfolgte zeitgleich mit einem Besuch Wladimir Putins auf einem Kommandoposten, von dem aus die russischen Militäroperationen in der Ukraine koordiniert werden.
Putin-Truppen sprechen von Einnahme - doch es gibt ein Problem
Bislang liegt für die russischen Angaben zur Einnahme von Kostjantyniwka keine unabhängige Bestätigung vor. Die ukrainische Seite verzichtete auf eine offizielle Stellungnahme zu den Siegesmeldungen aus Moskau. Der ukrainische Generalstab erwähnte in seinem abendlichen Lagebericht lediglich intensive Kampfhandlungen in der Region um die Stadt.
In den vergangenen Wochen hatten ukrainische Militärvertreter allerdings bereits eine angespannte Situation in der stark beschädigten Stadt eingeräumt. Die fehlende Verifizierung erschwert eine genaue Einschätzung der tatsächlichen Kontrolle über Kostjantyniwka. Sowohl russische als auch ukrainische Darstellungen zu Geländegewinnen lassen sich während laufender Kampfhandlungen oft erst zeitverzögert durch unabhängige Quellen überprüfen.
Ukraine-Krieg aktuell: Putin hätte Festungsgürtel gesprengt
Kostjantyniwka bildete zusammen mit den Städten Slowjansk und Kramatorsk den Kern der ukrainischen Verteidigungsanlagen im Donbass. Diese als Festungsgürtel bezeichnete Formation sollte das russische Vordringen in der Region aufhalten. Die Industriestadt fungierte zudem als bedeutender Verkehrsknotenpunkt auf den Routen zu den verbliebenen ukrainisch gehaltenen Großstädten.
Seit Ende 2025 intensivierten russische Einheiten ihre Angriffe auf die Stadt kontinuierlich. Vorrückende Truppen nahmen Kostjantyniwka zunehmend in die Zange, während nahezu täglich Gleitbomben, Artilleriegeschosse und Drohnen die Stadt trafen. Etwa drei Wochen vor der gemeldeten Einnahme verschärfte sich die Lage drastisch, als russische Verbände aus verschiedenen Himmelsrichtungen vorrückten.
Die Angreifer versuchten gezielt, beide Hauptversorgungswege zu kappen, wodurch die logistische Unterstützung erschwert wurde. Trotz der heftigen Gefechte hielten zu diesem Zeitpunkt noch ungefähr 2000 Zivilisten in der bereits großflächig zerstörten Stadt aus.
Wladimir Putin baut Donbass-Position aus
Die Einnahme Kostjantyniwkas hätte weitreichende Konsequenzen für die ukrainische Position im Donbass. Nach russischer Darstellung verbleiben im Gebiet Donezk lediglich noch die drei größeren Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter der Kontrolle Kiews. Sollte sich die Eroberungsmeldung bestätigen, könnte Moskau verstärkt Druck auf diese letzten ukrainischen Hochburgen in der Region ausüben.
Kremlsprecher Peskow behauptete, dass russische Streitkräfte mittlerweile die gesamte Region Luhansk beherrschten. Diese bildet gemeinsam mit dem Gebiet Donezk den Donbass. Auch für diese Behauptung existiert bislang keine unabhängige Verifikation.
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