Wladimir Putin bricht Versprechen: Kreml-Chef bald weggeputscht? Experte ordnet Umsturz-Angst ein
Der Druck auf Wladimir Putin wächst spürbar. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin | Gavriil Grigorov
Erstellt von Claudia Löwe
03.07.2026 09.14
- Wladimir Putin zunehmend unter Druck - Beliebtheit sinkt rasant
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Seitdem sich Russlands Präsident Boris Jelzin am 31. Dezember 1999 aus seinem Amt zurückzog, hat Wladimir Putin die Geschicke Russlands in der Hand. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert setzt der Kreml-Chef alles daran, seine Machtposition öffentlich zu demonstrieren - doch hinter den Kulissen dürfte es um Putins Selbstsicherheit nicht allzu gut bestellt sein.
Wladimir Putin mit wachsenden Problemen im Ukraine-Krieg konfrontiert
Dem russischen Präsidenten, der seit viereinhalb Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, fliegen nämlich an gleich mehreren Fronten seine geplatzten Illusionen um die Ohren. Im Ukraine-Krieg bleiben durchschlagende Erfolge weiter aus, vielmehr versetzten die ukrainischen Streitkräfte dem russischen Präsidenten mit Drohnenangriffen auf Ölraffinerien, Treibstofflager und militärische Stützpunkte mehrfach empfindliche Rückschläge.
Zwar nahm Wladimir Putin mit verheerenden Luftangriffen auf Kiew Rache, doch die Lage an der Front vermochte das bislang nicht zu ändern: Nach einer aktuellen Studie der US-Denkfabrik CSIS büßt die russische Armee monatlich zwischen 30.000 und 34.000 Soldaten ein. Dem stehen lediglich rund 27.000 neue Rekruten gegenüber – ein Defizit, das sich auf Dauer nicht ausgleichen lässt.
Wladimir Putin bricht sein Versprechen an Russlands Bevölkerung - Experte ordnet ein
Die ukrainischen Angriffe auf russische Infrastruktur zeigen mittlerweile deutliche Wirkung im Alltag der Bevölkerung. Russland-Experte Alexey Yusupov erklärt gegenüber "Bild": "Mit den Angriffen auf Moskau und der Sprit-Krise bricht der Kreml ein zentrales Versprechen an die eigene Bevölkerung." Der Kreml-Chef habe seinen Landsleuten lange Zeit versichert, dass Russland beides gleichzeitig haben könne: einen Krieg führen und dennoch ein normales ziviles Leben aufrechterhalten. Diese Erzählung bröckelt nun sichtbar. Das Land, das sich selbst als Energie-Großmacht versteht, ist inzwischen gezwungen, Benzin aus Kasachstan einzuführen. Zusätzlich musste der Verkauf an den heimischen Tankstellen eingeschränkt werden.
Wladimir Putin im eigenen Land immer unbeliebter - ausgerechnet vor den Duma-Wahlen
Die Maßnahmen schlagen sich unverkennbar in aktuellen Umfragen nieder, die Wladimir Putin nicht gefallen dürften: Laut einer Erhebung des kremlnahen Fonds für Öffentliche Meinung vertrauen dem russischen Präsidenten nur noch 69 Prozent der Befragten – der niedrigste Wert seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 82 Prozent. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Grafiken, die angeblich auf internen Kreml-Dokumenten basieren. Diese sollen einen deutlichen Rückgang der Zustimmungswerte für Putin und seine Regierungspartei "Einiges Russland" vor der Duma-Wahl im September belegen.
Auch innerhalb Russlands mehren sich kritische Stimmen. Der Kriegsblogger "Frontoffizier" kommentierte die Situation mit den Worten: "Putin = Niederlage Russlands". Für Aufsehen sorgte zudem ein viral verbreitetes Video des ehemaligen Soldaten Alexander Lunin. Darin kritisiert er gravierende Missstände innerhalb der Streitkräfte und warnt davor, dass sich das Militär im schlimmsten Fall gegen die Kreml-Führung stellen könnte.
Steht Wladimir Putin vor dem Aus? Experte erklärt, wie sicher die Position des Kreml-Chefs ist
Trotz des wachsenden Drucks sehen Experten die Position des Kreml-Chefs derzeit nicht akut gefährdet. "Putins Position ist derzeit nicht gefährdet – aber seine Komfortzone ist weg", analysiert Yusupov. Russland-Experte Adrian Geiges hält einen Sturz für äußerst unwahrscheinlich. Wladimir Putin habe ein auf seine Person zugeschnittenes Angstsystem etabliert, erläutert er gegenüber "Bild". Im Gegensatz zur Sowjetunion existiere heute kein Gremium mehr, das den Präsidenten absetzen könnte.
Als entscheidenden Gradmesser für das Regime betrachtet Yusupov die Duma-Wahl im September. Dabei sei weniger das Wahlergebnis relevant als vielmehr die Frage, ob der Kreml die Abstimmung angesichts der angespannten Stimmungslage überhaupt planmäßig durchführt. "Eine Verschiebung oder Absage wäre für Putin ein echtes Signal der Ohnmacht", so der Experte.
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