Wladimir Putin: Wächst die Angst vor einem Attentat? Kremlchef verstärkt Personenschutz
Wladimir Putin hat erneut seine persönliche Leibwache aufgestockt. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Gavriil Grigorov
Erstellt von Martin Gottschling
02.07.2026 15.37
- Wladimir Putin stockt persönliche Leibwache von 785 auf 812 Beamte auf
- Kremlchef hat offenbar Angst vor ukrainischen Drohnenattacken, einem Putsch oder Attentatsversuch
- Für das Sicherheitspersonal des Präsidenten sollen strenge Regeln gelten
Die ukrainischen Drohnenattacken nehmen kein Ende, und die Kritik an Wladimir Putins Invasion wird im eigenen Land immer lauter. Für den Kremlchef ist es wohl auch deshalb höchste Zeit, seine persönliche Leibwache erneut zu verstärken.
Wladimir Putin verstärkt Sicherheitspersonal
Seit Mittwoch umfasst der Zentralapparat des Föderalen Schutzdienstes (FSO) nun 812 Beamte – ein Zuwachs von 27 Personen gegenüber den bisherigen 785. Darüber berichten aktuell britische Medien wie der "Telegraph" oder die "Daily Mail".Es handelt sich bereits um die vierte Aufstockung seit dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Jahr 2022. Vor der Invasion war die Personalstärke dieser Eliteeinheit über mehr als ein Jahrzehnt nahezu unverändert geblieben.
Hat der Kremlchef Angst vor einem Attentat?
Die wiederholten Erweiterungen spiegeln offenbar wachsende Bedenken hinsichtlich Putins persönlicher Sicherheit wider. Europäische Geheimdiensteinschätzungen deuten darauf hin, dass die Bedrohung durch ukrainische Langstreckendrohnen sowie Befürchtungen vor einem möglichen Putsch oder Attentatsversuch hinter den verschärften Maßnahmen stehen.
Berichte über kuriose Sicherheitsvorkehrungen für Putin
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Kremlchef sollen mittlerweile kuriose Ausmaße angenommen haben. Mitarbeiter in Putins unmittelbarer Umgebung dürfen offenbar weder Mobiltelefone noch andere internetfähige Geräte bei sich tragen. Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist ihnen untersagt. Seit Mitte April müssen Beamte angeblich sogar ihre Armbanduhren ablegen, wenn sie sich in Putins Nähe aufhalten, wie der Telegram-Kanal "Mozhem Obyasnit" berichtet. Zusätzlich wurden in den Wohnungen der FSO-Mitarbeiter Sicherheitssysteme installiert.
FSO ist Sprungbrett für Karrieren in Russland
Der FSO hat sich während des Krieges zu einer der einflussreichsten Institutionen des Kremls entwickelt. Er ist für den Schutz der russischen Führungsspitze, darunter Präsident Putin und sein engstes Umfeld, zuständig. Ein Posten in der Eliteeinheit gilt als Sprungbrett für Karrieren in Putins engstem Zirkel. Prominentes Beispiel: Alexej Djumin, der vom persönlichen Leibwächter des Präsidenten zum Kommandeur der Spezialkräfte aufstieg und später stellvertretender Verteidigungsminister wurde.
Trotz seines Rufs unterliefen dem FSO Pannen. 2024 konnten Journalisten von "Le Monde" Putins Bewegungen anhand öffentlicher Fitnessdaten nachverfolgen, die FSO-Beamte auf der App Strava hochgeladen hatten.
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