Wladimir Putin: Kremlchef im TV gedemütigt - russischer Top-Banker fordert Ende des Ukraine-Kriegs
Wladimir Putin wird von Sberbank-Chef German Gref zur Beendigung des Ukraine-Kriegs aufgefordert. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Pavel Byrkin
Erstellt von Martin Gottschling
01.07.2026 16.08
- Russischer Top-Banker fordert Wladimir Putin zur Beendigung des Ukraine-Kriegs auf
- Im Staatsfernsehen macht Sberbank-Chef German Gref auf die schlechte wirtschaftliche Situation aufmerksam
- Laut einer aktuellen Umfrage wünscht sich auch ein Großteil der russischen Bevölkerung das Ende der Kampfhandlungen
In der Nacht zu Mittwoch gab es erneut mehrere ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele tief innerhalb Russlands. Und obwohl Wladimir Putin zuletzt öffentlich Probleme im eigenen Land eingestand, denkt er weiterhin nicht daran, seine Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen und damit die mittlerweile seit über vier Jahren andauernde Invasion zu beenden. Dabei wächst der Druck auf den Kremlchef in der Heimat zunehmend. Auch einflussreiche Personen äußern vermehrt Kritik an Putins Politik. Eine ganz besondere Demütigung erfuhr der Kremlchef nun durch den Vorstandsvorsitzenden der staatlichen Sberbank, German Gref.
Wladimir Putin im russischen Staatsfernsehen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs aufgefordert
Wie aktuell die "Daily Mail" berichtet, hat sich Gref mit einem außergewöhnlichen Appell an die russische Öffentlichkeit gewandt. In einem Interview im Staatsfernsehen forderte der einflussreichste Banker des Landes ein rasches Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine. "Ich glaube, was jeden von uns beunruhigt, ist ein und dasselbe", erklärte Gref. "Ich denke nicht, dass es eine einzige Person gibt, die sich nicht vor allem anderen ein schnelles Ende der Feindseligkeiten wünscht – das ist klar."
Top-Banker German Gref macht sich Sorgen um Russlands Wirtschaft
Die sich verschlechternde wirtschaftliche Situation Russlands bereite den Menschen große Sorgen, so der Bankchef. Der Krieg und ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien würden die Probleme weiter verschärfen.Vor allem die hohen Militärausgaben für den Krieg richten nach Grefs Einschätzung erheblichen Schaden an. "Wir haben die Wirtschaft bereits überkühlt", warnte er Putin.
Die Folgen sind für die russische Bevölkerung längst spürbar. Warteschlangen an Tankstellen wegen Spritmangels, schrumpfende Gehälter und Stellenabbau prägen den Alltag. Gleichzeitig klettern die Preise in die Höhe, während die Zentralbank mit extrem hohen Zinssätzen gegensteuert.
Immer mehr Russen sind gegen den Ukraine-Krieg
Dass ein derart einflussreicher Mann wie German Gref öffentlich Kritik äußert, ist in Russland höchst ungewöhnlich. Es passt aber zur Entwicklung. So zeigt eine aktuelle Erhebung des Kiewer Instituts für Konfliktforschung und -analyse: 81 Prozent der russischen Bevölkerung wünschen sich ein Ende des Krieges. Seit Beginn der Invasion im Februar 2022 wurde kein höherer Wert gemessen. Erfolgsversprechende Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew sind jedoch zunächst weiterhin nicht absehbar.
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